03.06.2018 - 15:13 Uhr
AuerbachOberpfalz

Gänsehaut mit den Tränen der Dolomiten

Die Lieder erzählen von Heimat, Liebe, Sehnsucht und von Tränen - und so manchem Konzertbesucher stehen sie vor Begeisterung in den Augen. Die Kastelruther Spatzen erobern am Marktplatz in Auerbach die Herzen.

Das Konzert der Volksmusik-Ikonen aus Südtirol dürfte den Höhepunkt des Kulturkalenders von Auerbach markieren. Die Kastelruther Spatzen gastierten mit ihrem aktuellen Konzertprogramm "Die Tränen der Dolomiten" in der Stadt. Das Wetter am Samstagabend passte einwandfrei und so drängte sich das Publikum vom Rathaus nicht nur bis zur Marien-Apotheke und zur Marktpassage, sondern fast bis zur Verkehrsampel.

Bürgermeister Joachim Neuß stieg zu Beginn selbst auf die Konzertbühne. Er präsentierte die Band aus Südtirol mit einer Liste ihrer gewonnenen Preise. Sichtlich stolz war er bei der Ankündigung einer besonderen Überraschung: Lukas Brendel, ein Mitglied der Knabenkapelle Auerbach, werde mit der Band musizieren.

Die Musiker eröffneten das zweistündige Programm mit de, „Kastelruther-Spatzen-Fieber“. Nach „Tränen der Dolomiten“ löste Lukas Brendel den Trompeter Walter Mauroner für drei Lieder ab. Mal spielte er Melodien zwischen den Strophen, mal spielte er zu Norbert Riers Gesang die instrumentale Begleitstimme. Noch vor der Pause erklang ein Medley mit Tiroler Heimatliedern: „Tiroler Land du bist so schön“, Wanderliedern wie „Bergvagabunden“, „Fliege mit mir in die Heimat“ und „Wohl ist die Welt so groß und weit“.

Schon nach diesem ersten Teil waren begeisterte Stimmen der Konzertbesucher zu hören. Ein Ehepaar hatte die Eintrittskarten von Tochter und Schwiegersohn als Weihnachtsgeschenk erhalten und genoss die Stimmung. Ein Mann aus dem benachbarten Neuhaus schwärmte von der Live-Performance der Musiker und äußerte sein Bedauern, dass sich das Konzert mit dem Neuhauser Brauereifest überschnitt.

Der zweite Konzertteil begann mit „Eine Brücke ins Glück“. Erneut holten die Kastelruther Spatzen den Auerbacher Trompeter Lukas Brendel auf die Bühne. Er begleitete mit seinem Trompetenspiel die Band bei „Ich würde es wieder tun“, „Die Sonne scheint für alle“, „Aber Dich gibt’s nur einmal für mich“ und dem Klassiker „Eine weiße Rose“. "Du bist schon ein kleiner Spatz geworden", bestätigt Norbert Rier dem Gastspieler aus Auerbach. Dafür gab es tosenden Applaus.

Rier, von Beruf Landwirt und Züchter von Haflinger-Pferden, ist seit 1979 bei der Formation und war zunächst Schlagzeuger. An dem Instrument wurde 1991 er von dem gebürtigen Würzburger Rüdiger Hemmelmann abgelöst. Rier sang mit seiner unverwechselbaren Tenor-Stimme die vollen zwei Stunden, manchmal ergänzt von Kurt Dasser. Er hielt durch, auch wenn ihm im Herbst eine Herzoperation bevorsteht. Stimme bewies auch der Mann am Saxophon, Valentin Silbernagl, der auch eine Gesangspassage als Bass übernahm. Nach einem Abschiedslied gab es lang anhaltenden Beifall und drei Zugaben, darunter auch das legendäre „Sierra Madre del Sur“.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.