17.09.2020 - 17:16 Uhr
AuerbachOberpfalz

Gößweinstein-Wallfahrt seit 450 Jahren

Das Corona-Jahr brachte viele Absagen offizieller Wallfahrten zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Dennoch wollte die Pfarrei St. Johannes der Täufer nicht auf ihr Jubiläum „450 Jahre Wallfahrt Auerbach-Gößweinstein“ verzichten.

Erste gemeinsame Pause für die Zehnergruppen der Wallfahrt am Lochfelsen im Veldensteiner Forst nach dreistündigem Wallfahrtsweg. In der Mitte Wallfahrtsführer Rudolf Kraus, dahinter als Fußwallfahrer Pater Markus, CR.
von Autor SCKProfil

Unter dem Einfluss der Corona-Pandemie laufen auch Wallfahrten nicht wie gewohnt. Das musste auch das Auerbacher Pfarrbüro berücksichtigen und wies die Gläubigen zur Jubiläumswallfahrt nach Gößweinstein darauf hin, dass sich jeder in Eigenverantwortung als Privatperson zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto auf den Weg nach Gößweinstein machen könne.

Eine Gruppe um Wallfahrtsführer Rudolf Kraus entschloss sich auch, am Samstagmorgen vom Marktplatz aus mit dem Wallfahrtsbild nach Gößweinstein zu pilgern. Wer hier mitgehen wollte, musste um 5.45 Uhr bereit sein, um dann den Hygienevorschriften entsprechend in Zehnergruppen in gewissem Abstand dem Wallfahrtsbild zu folgen.

Aufbruch war um 6 Uhr. Der Wallfahrtsweg nach Gößweinstein führte über Bronn durch das Klumpertal zum Lochstein und mit Mittagspause in Kirchenbirkig. Etwa ab 13.45 Uhr trafen die Gruppen in Gößweinstein ein und jede zog für sich in die Basilika. Die Gruppe mit dem Wallfahrtsbild betete ab 14 Uhr den Kreuzweg und der Jubiläumswallfahrtsgottesdienst in der Basilika folgte um 16 Uhr, wo lediglich Plätze für 96 Personen zur Verfügung standen. Zu dieser Eucharistiefeier fuhr um 15 Uhr ein Bus vom Place de Laneuveville zum Wallfahrtsort.

Domkapitular feiert mit

Beim Jubiläumsgottesdienst stand Pater Marek Flasinski, CR, als Ortspfarrer und Fußwallfahrer neben Hauptzelebrant Domkapitular Hans Schieber am Altar. Nachdem die Gruppen aller Fußwallfahrer in der Basilika angekommen waren, segnete Flasinski ein Jubiläumsband für das Bild „450 Jahre Wallfahrt Auerbach-Gößweinstein“. Er verlas auch die Bitten und Anliegen von Pfarrangehörigen, ob Jung oder Alt, welche den Wallfahrern auf ihren Weg zur Heiligsten Dreifaltigkeit mitgegeben wurden und die auch die Wallfahrer selbst vor den Altar bringen wollten.

In seiner Predigt ging der Domkapitular auf den Beginn der Wallfahrten nach Gößweinstein in der Zeit der katholischen Reform, des Konzils von Trient und des 30-jährigen Krieges ein. Angesichts der vielen Bitten und Anliegen, die ein jeder Wallfahrer mit seinen Glaubenserfahrungen mitgebracht hatte, betonte der Würdenträger, dass es zum Wesen Gottes gehöre, dass er sich dem Menschen zuneigt und offenbart. Er wünschte allen, dass ein Strahl des himmlischen Lichts der Ewigkeit ins Leben hineinscheine und uns berühre.

Abschließend blickte Wallfahrtsführer Rudolf Kraus in die Wallfahrtsgeschichte Gößweinsteins und auf die ersten vermutlich mehr privat durchgeführten Wallfahrten im 16. Jahrhundert. Sie begründeten die nun 450-jährige Tradition der Pfarrwallfahrten von Auerbach nach Gößweinstein. Nach dem Segen ging die Fahrt zurück nach Auerbach.

Am Sonntagmorgen pilgerte die Gruppe mit dem Wallfahrtsbild nach dem Gottesdienst in der Basilika um 7 Uhr zurück nach Auerbach an. Stationen waren nun in Kirchenbirkig um 9.30 Uhr und um 12.30 in Horlach, Ankunft in Auerbach war um 16 Uhr.

Segnung des Jubiläumsbands für das Wallfahrtsbild durch Ortspfarrer Pater Marek Flasinski, CR.
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