In der Nacht zum 10. Juni dieses Jahres rückten Auerbacher Feuerwehrleute zu einer Erhebung aus, die Gottvaterberg genannt wird. Die Einsatzkräfte löschten letzte Glutreste eines Lagerfeuers. Parallel dazu begann die Polizei zu ermitteln. Was daraus wurde, nannte die Amberger Jugendrichterin Kathrin Rieger nun "eine dramatisch klingende Anklage".
Vor der Juristin saß ein 19-Jähriger, dem die Staatsanwaltschaft das Herbeiführen einer Brandgefahr vorhielt. Außerdem war von Nötigung und Körperverletzung die Rede. Das brachte Redebedarf mit sich.
Man erfuhr: Am Gottvaterberg in Auerbach wurde spät abends ein Lagerfeuer entzündet. Damals soll Hitze geherrscht haben und alles ausgetrocknet gewesen sein.Da widersprach der Angeklagte erstmals: "Es hatte auch geregnet, und außerdem war die Feuerstelle nicht im Wald."
Den Darlegungen zur Wetterlage und zur örtlichen Befindlichkeit folgten weitere Erörterungen zu diesem spontanen Treffen junger Leute. Der 19-Jährige soll zunächst die Order ausgegeben haben: "Sucht Brennholz". Das taten seine Freunde. Bis auf einen: Der 17-Jährige will an dieser Aktion nicht teilgenommen und deswegen eine Ohrfeige bezogen haben. Zumindest stand das so in seiner polizeilichen Vernehmung.
"Ich habe ihn nicht geschlagen", unterstrich der Beschuldigte entrüstet. Nur wenige Minuten später ergab sich, dass er die Wahrheit sagte. Zuerst kamen zwei Zeugen, die sich mit in der Lagerfeuer-Runde befunden hatten und wissen ließen: "Es gab keine Ohrfeige." Dann erschien das mutmaßliche Opfer und wurde von der Richterin ermahnt: "Ich will hier wissen, was tatsächlich geschehen ist." Daraufhin ruderte der 17-Jährige zurück und erzählte, dass es zwar eine von ihm ignorierte Aufforderung zum Holzsammeln gab. "Aber zugehauen hat er nicht."
Zwei Stunden hatte die Richterin als Verhandlungsdauer eingeplant. Nach 45 Minuten war Schluss mit der Causa "Lagerfeuer am Gottvaterberg". Kathrin Rieger schlug vor, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen. So geschah es dann auch. Der 19-Jährige muss von seinem Lehrlingslohn 100 Euro an die Jura-Werkstätten zahlen. Primär deswegen, weil er federführend am Entfachen des nächtlichen Lagerfeuers beteiligt war.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.