21.09.2018 - 15:50 Uhr
AuerbachOberpfalz

Modellbauer sorgt für Freude im Museum 34

Vor einem Jahr hat Berthold Rolapp dem Museum 34 ein Modell des Auerbacher Bahnhofs überreicht. Jetzt reist er erneut von der Ostsee in die Oberpfalz und hat wieder eine Gabe im Gepäck.

Detailansicht des Lokschuppen-Modells.

(exb) Der passionierte Modellbauer aus Husby an der Ostsee hat nicht nur den ehemaligen Auerbacher Bahnhof als Modell nachgebaut. Jetzt machte er das Ensemble mit dem Lokschuppen komplett. Darüber freute sich Museumsleiterin Marion Ringl.

Rolapp wurde 1948 in Erfurt geboren und zog mit seiner Mutter 1954 zu Verwandten nach Kassel. Dort wuchs er auf und ging zur Schule. Nach einer Lehrzeit im öffentlichen Dienst meldete er sich 1968 freiwillig zur Marine. 1972 endete seine Zeit zur See. Rolapp übernahm einen Arbeitsplatz in der EDV-Abteilung des Kraftfahrt-Bundesamtes, in der er auch für die Verkehrssünderkartei zuständig war.

Zeitgleich beschäftigte er sich wieder intensiver mit seinem Hobby, der Eisenbahn und dem Modellbau. Durch zahlreiche Publikationen inspiriert, unternahm er ab 2003 Exkursionen zu Bahnhöfen nach Bayern. "Viele Eisenbahnfreunde fotografieren Lokomotiven und Züge, ich aber hatte mein Herz an die Bahnhöfe der Gründerzeit Bayerns verloren," erzählt Rolapp. Durch seine berufliche Tätigkeit knüpfte er viele Kontakte, durch die er Bücher und Bilder von bayerischen Nebenbahnen erhalten hat.

"Auf meinen Streifzügen führte mich auch der Weg nach Auerbach. Dieser Bahnhof hatte es mir aufgrund seiner außergewöhnlichen Bauweise wie dem vermutlichen Spätrenaissancegiebel, angetan. An einen Bau hatte ich aber noch nicht gedacht da der Maßstab 1:87 doch sehr klein war, um den Charakter dieses einmaligen Bahnhofs wiederzugeben."

2014 fand Berthold Rolapp den Weg zur Spur 0 (Maßstab 1:43,5) und holte das Projekt Auerbach wieder aus der Versenkung. Anhand seiner Fotos und derer von Rudolf Weber begann er mit der Konstruktion des Gebäudes. So richtig zufrieden war er damit noch nicht, und so kontaktierte er den damaligen Stadtarchivar Hans-Jürgen Kugler. Dieser besorgte ihm die gewünschten Baupläne und auch Fotos vom Umfeld des Auerbacher Bahnhofs. Nachdem Außenwände und Dachstuhl fertiggestellt waren schickte der begeisterte Bastler Bilder vom Bauzustand an Kugler. Er ergriff die Initiative und fragte nach einer Leihgabe für das Stadtarchiv oder Museum.  Kurz entschlossen sagte Rolapp zu und plante 2017 seinen Urlaub so, dass er auf der Durchreise den Bahnhof übergeben konnte.

Jetzt, ein Jahr später, hat Rolapp den Bahnhof um den historischen Lokschuppen in Miniatur ergänzt und brachte das Modell wiederum persönlich nach Auerbach. Hans-Jürgen Kugler und Marion Ringl zeigten sich begeistert von dem Nachbau, der im Museum 34 nun das Bahnhofsmodell vervollständigt.

Natürlich gehört es zu den Exponaten der nächsten Sonderausstellung im Museum 34, die sich mit der Lokalbahn zwischen Auerbach und Ranna beschäftigt. Eröffnet wird sie am Freitag, 28. September, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus.

Detailansicht des Lokschuppen-Modells.

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