12.06.2019 - 14:55 Uhr
AuerbachOberpfalz

Rudolf Lodes und sein Blick auf den Krieg

Das Lodes-Museum bleibt seiner Praxis treu, in periodischen Aktualisierungen neue Facetten im Lebenswerk des Mediziners und Künstlers zu zeigen. Aktuell steht jetzt das Thema Krieg an.

Auch Rudolf Lodes selbst ist im Bild festgehalten.
von Autor SCKProfil

Mehr als ein Dutzend Ölgemälde von Rudolf Lodes wählten die Arbeitskreis-Mitglieder des Museums für die Umgestaltung der Ausstellung aus. Die meisten der Bilder wurden bisher noch nicht gezeigt; sie lagerten noch ohne Rahmen im Archiv. Speziell für ihre Präsentation wurden hölzerne Rahmen gekauft. Mitarbeiter der Schreinerei des städtischen Bauhofs bereiteten die Bilder fürs Museum vor.

Am Marktsonntag geöffnet

Die neu gerahmten Gemälde stellte Kurator Josef Schaller am Mittwoch einem Kreis von Lodes-Fans, Arbeitskreis-Mitgliedern, Bürgermeister Joachim Neuß und der Tourismusbeauftragten der Stadt, Tina Schwendner, vor. Noch mehr Besucher erhofft sich Schaller am kommenden Sonntag, wenn beim Auerbacher Jahrmarkt neben den Ständen der Händler und dem Einzelhandel auch das Museum geöffnet ist.

Die aktualisierte Ausstellung zeigt Bilder der Lebenswahrheit und Erlebniswahrheit von Rudolf Lodes, der im Rathaus der Stadt Auerbach am 5. Juni 1909 geboren wurde, 1929 in Amberg sein Abitur bestand und in Würzburg, Erlangen und Danzig Medizin studierte. Er war Assistent an der Berliner Charité, arbeitete in der Orthopädie der medizinischen Uniklinik in München und war ab 1940 Soldat an der Ostfront in Warschau, Litauen und Russland bis er 1942 verwundet wurde und ins Lazarett nach München kam. Noch während des Krieges arbeitete er als Abteilungsarzt im Soldatenhospital "Rasthaus am Chiemsee" und als Assistent an der orthopädischen Klinik München.

Vergleiche mit Beckmann

Etwa 1954 begann er mit der Ölmalerei, und ab 1969 entstanden die Grafiken seines Werks. Expertisen bescheinigen dem Sohn der Stadt Auerbach eine herausragende Vielseitigkeit von der klassischen Ölmalerei über die Acryltechnik bis hin zu verschiedenen Drucktechniken in Linol, Holz und Kupfer. Die hochgradige künstlerische Gabe in seinen Werken wird in Studienarbeiten mit Max Beckmann verglichen.

Die Ölgemälde zum Thema "Krieg" mit Titel wie "Abschied", "Im Schützengraben" oder "Abtransport der Toten" zeigen die leid- und schmerzvolle Realität an der Front wie in der Heimat. Seine Kriegserlebnisse verarbeitete Lodes in diesen Gemälden mit einem etwa zehnjährigen Abstand zum Kriegsende. Sie zeigen, wie Menschen sich mangels anderer geschützter Orte bei Bombenangriffen und Artilleriebeschuss in die Kanalisation verkrochen. Ein "Heimkehrender Geigenvirtuose" steht ohne Hände, die Violine unter den Arm geklemmt, im Zimmer; vor ihm ein Kranz mit Ornamenten und Orden. Da er im Krieg die Hände verloren hat, wird die Violine stumm bleiben.

Der Dank des Bürgermeisters galt dem Kurator mit dem Arbeitskreis für die beeindruckende Umgestaltung des Lodes-Museums.

Mitglieder des Arbeitskreises Lodes-Museum begutachten die Umgestaltung mit Ölgemälden zum Thema Krieg. Von links Rudolf Weber, Kurator Josef Schaller, Bürgermeister Joachim Neuß, Eva-Maria Lutye, Ingeborg Schaller und Ludmilla Grossar.
Bürgermeister Joachim Neuß, Rudolf Weber und Kurator Josef Schaller (Bildmitte) beim Blick auf die Bilder "Im Schützengraben" und "Abtransport der Toten".
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