31.03.2019 - 15:03 Uhr
AuerbachOberpfalz

Siedlergemeinschaften Auerbach und Michelfeld jetzt vereint

Es ist kein Mauerfall, der sich am Freitagabend im Gasthof Schenk zugetragen hat. Aber das Einfahren der Schiebewand zwischen kleinem und großem Saal hat für zwei Vereine durchaus historische Bedeutung.

Den Jubilaren der vereinigten Siedlergemeinschaften Auerbach und Michelfeld gratulieren (von links) Kreisvorsitzender Reinhard Ott, Vorsitzender Michael Streit, der bisherige Vorsitzende des Michelfelder Verbands Wohneigentum, Wenzel Voh, und (ganz rechts) Bürgermeister Joachim Neuß.
von Autor SCKProfil

Zuerst tagten die Siedlergemeinschaft Am Rosenhof und der Verband Wohneigentum Michelfeld noch getrennt in ihren Jahreshauptversammlungen. Als wichtigster Punkt stand bei beiden die Aufnahme der Michelfelder in die Auerbacher Gemeinschaft auf der Tagesordnung. Notar Johannes Attenberger hielt sich bereit, um den Zusammenschluss zu besiegeln.

Beiderseits der Schiebewand zwischen den Sälen gaben vorher die Vorsitzenden, die Schatzmeister und die Kassenprüfer ihre Berichte ab. Nach detaillierten Erläuterungen zum Inhalt galt es, über den Verschmelzungsvertrag abzustimmen. Auf Michelfelder Seite sagten 38 Mitglieder Ja; außerdem wurden eine Gegenstimme und eine Enthaltung protokolliert. Im Auerbacher Raum fiel das Ergebnis einstimmig aus: Alle 36 Anwesenden votierten für die Fusion. Notar Johannes Attenberger nahm die Beurkundungen vor. Mit nunmehr 630 Mitgliedern ist die Siedlergemeinschaft nach dem SV 08 der zweitgrößte Verein der Stadt.

Vorsitz verwaist

Zu Beginn hatte beim Verband Wohneigentum Michelfeld der Vorsitzende Wenzel Voh auf die Jahreshauptversammlung vom 18. Mai 2018 zurückgeblickt. Damals standen Vorstandswahlen an, aber niemand wollte den Platz an der Spitze einnehmen. So drohte dem Verein die Auflösung. Am 8. Juni folgte eine weitere Versammlung, in der Voh den Auftrag erhielt, mit der Siedlervereinigung in Auerbach zu verhandeln. Das Ergebnis: Ohne Auflösung, ohne Neugründung, aber mit Erhalt des Vermögens für beide Vereine böte eine Verschmelzung eine zweckmäßige Lösung. Seit dem 3. März dieses Jahres lag der Vertrag darüber zur Einsicht auf.

Vor den Auerbacher Siedlern verschwieg Vorsitzender Michael Streit einige Austritte nicht, aber die seien durch ebenso viele Neuanmeldungen ausgeglichen worden. Die Mitgliederstärke liege nach wie vor bei 450. Wer das wollte, habe den Verschmelzungsvertrag ebenfalls seit Monatsbeginn durchlesen können. Anträge auf Verschmelzungsprüfung gab es nicht. Zum Vermögen der Siedlergemeinschaft fragte Herbert Appl am Freitagabend nach, wie der Passus "ohne Grundbesitz" zu verstehen sei. Er dachte an das Areal mit den Gebäuden der Siedlergemeinschaft in Auerbach. Für Klarheit sorgte Herbert Lehner: Für das Siedlerhäuschen und die Siechenkapelle bestehe lediglich ein Gestattungsvertrag. Die Grundstücke habe die Siedlergemeinschaft nicht erworben.

Vermögen übergeben

Mit der Zustimmung beider Versammlungen war die Verschmelzung durch die Aufnahme des Verbands Wohneigentum Gemeinschaft Michelfeld in der Siedlergemeinschaft Am Rosenhof Auerbach perfekt. Michelfeld als übertragender Verein übergab sein ganzes Vermögen mit allen Rechten und Pflichten an den übernehmenden Verein. Die Rosenhof-Siedler gewähren als Ausgleich den Michelfeldern Mitgliedschaften in ihrem Verein.

Die Wand zwischen kleinem und großem Saal wurde beiseite geschoben, und die Siedlergemeinschaft setzte die Versammlung gemeinsam fort. Der Vorsitzende Michael Streit brachte zum Ausdruck, dass er sich auf eine gute Zusammenarbeit freue. Als Vorsitzender des Michelfelder Vereins dankte Wenzel Voh den Mitgliedern auf beiden Seiten für die große Zustimmung zu einer gemeinsamen Zukunft. Etwas Wehmut schwang in seinen Worten mit, als er nach seiner mehr als 20 Jahre dauernden Vereinsführung von einer zu Ende gehenden Ära sprach. Es schmerze ihn auch, dass Michelfeld nicht selbstständig bleiben konnte. Den Blick nach vorne gerichtet, erklärte er seinen Willen, im Vorstand der Siedlergemeinschaft als Beisitzer mitzuwirken.

Der Kreisvorsitzende der Siedler, Reinhard Ott, lobte die zukunftsorientierte Entscheidung und legte den Mitgliedern der Michelfelder Gemeinschaft Verband Wohneigentum nahe, sich rege einzubringen in den Sitzungen und Veranstaltungen. Auch Bürgermeister Joachim Neuß freute sich und sprach von einem grandiosen Ereignis.

Info:

Ehrungen und Verabschiedungen

Die Feier der Verschmelzung der Siedlervereinigungen Michelfeld und Auerbach bot eine Gelegenheit, Mitgliedern für langjährige Vereinstreue zu danken. Wenzel Voh, der Kreisvorsitzende Reinhard Ott und Bürgermeister Joachim Neuß riefen insgesamt 35 Jubilare der Michelfelder Gemeinschaft auf. Für sie lagen Urkunden und Gutscheine für das Siedlerfest im August bereit.

Bis zu 30 Jahre Vereinstreue zeigten Josef Böhm, Reinhold Böhm, Hubert Buchmann, Gudrun Ebert, Anni Grillenbeck, Martin Hasler, Margarita Hermann, Erwin Holl, Klaus Höllerl, Rainer Hollfelder, Rainer Kirzdörfer, Hans-Jürgen Kohl, Manfred Kohl, Markus Krug, Markus Lang, Manfred Lehner, Alfred Lindner, Horst Metschl, Marietta Neukam, Thomas Nitz, Gerhard Ott, Helmut Pischel, Richard Polster, Ernst Schalanda, Günter Schenk, Veronika Schmiedl, Sofie Stauber, Gunda Tümper, Dietmar Urban, Stefan Wolfram, Alfred Ziegler, Helmut Ziegler, Herbert Ziegler, Marianne Ziegler und Johann Zinner.

Bei der Auerbacher Siedlergemeinschaft blicken 22 Mitglieder auf 20 Jahre, vier auf 30 und zwei auf 40 Jahre zurück. Urkunden entgegen nahmen für 20-jährige Mitgliedschaft Stephan Kraus, Harald Schmidt, Gisela Sebald, Claudia Stefandl, Peter Tanner und Maria Vogl. Für 30-jährige Vereinstreue erhielten Elisabeth Schreml und Manfred Stefandl die Urkunde.

Schließlich verabschiedete Wenzel Voh seine scheidende Michelfelder Vorstandsriege mit Karl-Heinz Bauer, Stefan Dauth, Stefan Dietl, René Jürs und Karin Wolfram. Den Vorsitzenden Wenzel Voh, zukünftig Beisitzer in der Auerbacher Siedlergemeinschaft, ehrte der Kreisvorsitzende Ott für seine 30-jährige Mitgliedschaft.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.