13,5 Grad Celsius, eine leichte Brise weht, die Sonne lässt sich immer wieder blicken: Ideale Voraussetzungen für einen Wandertag. Der größte Stausee in der Oberpfalz, im Osten des Oberpfälzer Seenlandes gelegen, ist ein außergewöhnliches Fleckchen Natur – und zu diesem Zweck nicht nur ideal, sondern geradezu perfekt.
Sowohl Wanderer als auch Radfahrer fühlen sich hier pudelwohl – je nach Lust und Laune können die Ausflügler die Wege und Trails sportlich oder aber gemütlich angehen – was Streckenlänge und natürlich auch Geschwindigkeit betrifft.
Wer sich nicht nur sportlich austoben will, wird ebenfalls fündig: Auf dem Rundwanderweg, dem „Eixendorfer Seeweg“, informieren zahlreiche Tafeln des 15 Kilometer langen Lehrpfades etwa über den Bau der Talsperre, Kulturangebote, die tierischen Bewohner des Sees und vieles mehr.
Auf dem Weg befindet sich überdies das Oberpfälzer Handwerksmuseum Rötz-Hillstett (Hillstett 52; Rötz), vor dem eindrucksvoll eine Dampflokomotive aus dem Jahr 1934 an die ehemalige Eisenbahnlinie Neunburg vorm Wald/Rötz erinnert. Im Museum erfährt der Besucher allerhand über das Handwerkerleben im Zeitraum um 1900, dem Übergang zur Mechanisierung und Industrialisierung.
Und wer eine Pause einlegen oder sich von Haus aus auf die faule Haut legen will, kann dies am Badestrand bei der mächtigen Eixendorfer Brücke tun. Der kleine, aber feine Abschnitt – mit weißem Sand aufgefüllt – besitzt sogar eine eigene Duschanlage und ist eine attraktive Alternative zum Freibadbesuch.
Beim Seeweg kann der Wanderer die knapp 15 Kilometer lange Route wählen, oder via Eixendorfer Brücke auf rund 12 Kilometer abkürzen. Der Startpunkt kann individuell gewählt werden, entweder in den Ortschaften Gütenland, Seebarn, Hilstett oder an verschiedenen Parkplätzen, die sich rund um den circa 110 Hektar großen See direkt am Ufer befinden.
Wir – zwei Erwachsene, zwei Kinder (acht und fünf Jahre) – machen uns von Gütenland (Stadt Neunburg) aus auf die kürzere, die rund zwölf Kilometer lange Strecke. Am Campingplatz „Haus Seeblick“ vorbei stoßen wir direkt auf den Hauptdarsteller des Tages – den beeindruckenden wie attraktiven Eixendorfer See, den wir fast nie aus den Augen verlieren und der aus allen Richtungen stets ein lohnenswerter Blickfang ist. Der befestigte Weg ist mit bequemen Schuhen zu bewältigen, für Kinderwägen ist die Strecke an einigen Punkten eher ungeeignet.
Rund um das imposante Gewässer findet der Wanderer immer wieder Bänke (und Tische) vor, an denen er rasten und Brotzeit machen kann. Oder aber er kehrt in eines der vielen Lokale in unmittelbarer Nähe ein. Nach rund vier Kilometern folgt ein Höhepunkt des Ausflugs – ein kurze kulturelle Exkursion. Das Oberpfälzer Handwerksmuseum bietet interessante Einblicke in frühere Handwerkskunst, der Lokomotiven-Oldtimer vor der Einrichtung darf laut nebenstehenden Schild auch besichtigt werden. Auch hier können die Wanderer eine kurze oder lange Rast einlegen, etwa in der dazugehörigen „Museums-Schänke“.
Danach führt der Weg über eine kleine Brücke auf die andere Seite des Gewässers, wiederum durch angenehm kühle Waldabschnitte, mitunter vorbei an stattlichen Felsformationen. Ein kurzer und knackiger Anstieg gegenüber der Vorsperre mit der 60 Meter langen Staumauer zwickt kurz in den Oberschenkeln, danach geht es wieder den See entlang weiter, teils auf schmalen Pfaden, teils auf bequem breiten Wegen.
Über dem Badestrand direkt am See thront die mächtige Eixendorfer Brücke, über die wir den Rundweg abkürzen. Das riesige Bauwerk, das sich auf dicken Betonpfeilern über das Wasser erhebt, ermöglicht einen endlos weiten Ausblick auf die bereits absolvierte Wanderrunde.
Die Brücke läutet überdies den Endspurt ein: Auf gemütlichen Wegen sind es nur noch ein paar schnell absolvierte Kilometer bis zum Ausgangspunkt in Gütenland. (puh)
Radtour am See entlang
Auch für Radfahrer ist die Gegend rund um den „Eixendorfer Stausee“ ein wahres Paradies.
Von Neunburg aus verläuft der Schwarzachtal-Radweg, der durch das Murntal führt, direkt zum Eixendorfer See nach Gütenland. Weiter geht es am Südufer zur Ortschaft Hillstett, wo ein Besuch des Oberpfälzer Handwerksmuseums möglich ist (siehe Haupt-Bericht).
Der Radweg führt danach in den Landkreis Cham über Rötz, Schönthal zum Silbersee und nach Treffelstein, Tiefenbach sowie Schwarzach. Hier kann der Radler dann entweder wieder in den Landkreis Schwandorf zurückkehren oder seine Tour in Richtung Tschechien fortführen. (puh)
Tipps & Co.
Talsperre
Nach mehreren Hochwassern an der Donau entstand Anfang der 70er-Jahre die Talsperre Eixendorf. In dem Stausee versanken Eixendorf, Höllmühle, Obermühle, Seebarnhammer und eine Teilstrecke der ehemaligen Bahnlinie Bodenwöhr-Rötz. Die Bewohner einiger Orte mussten aus diesem Grund umziehen, und auch die Staatsstraße, die früher durch das Schwarzachtal verlief, wurde durch eine riesige Brücke ersetzt.
Mit der Talsperre wird Strom aus Wasserkraft erzeugt. Den Speicher betreibt das Wasserwirtschaftsamt Weiden, das Kraftwerk Eixendorf die Bayerischen Landeskraftwerke.
Vorsperre
In den ausgedehnten flachen Bereichen des Schwarzachtals lagert sich Schlamm ab, der vor dem Bau der Vorsperre ziemlich stank, was wiederum den Freizeit- und Erholungswert des Eixendorfer Sees stark beeinträchtigte. Mit der Vorsperre bei Hillstett, die 1989 in Betrieb genommen worden ist, wird der Wasserstand stets auf gleicher Höhe gehalten, so dass sich der Schlamm weitgehend unter Wasser ablagert. Das Kernstück der Vorsperre ist eine 60 Meter lange Staumauer.
Wasserkraftanlage
Ein Kraftwerk, das in die Staumauer der Vorsperre integriert ist, erzeugt elektrische Energie. Die Anlage erzeugt regenerativen Strom aus Wasserkraft und leistet damit auch einen Beitrag zur Energiewende in Bayern.
Picknickservice
Auf dem „Eixendorfer Seeweg“ gibt es einen Picknickservice. Weitere Infos: Annemarie Held, Neuhartlshof 4, Neunburg vorm Wald, Telefon 09672/4551.
Angeln
Der Eixendorfer See ist für seinen hervorragenden Raubfischbestand bekannt. Hier tummeln sich kapitale Hechte und Zander sowie Karpfen, Rapfen und Barben. Ebenso in dem Gewässer beheimatet sind Aale, Barsche, Nasen, Schleien und Weißfischarten. Der Neunburger Fischereiverein investiert jährlich intensiv in Besatzmaßnahmen.
An den Eixendorfer See schließt sich das Murntal an, durch das auch die Schwarzach fließt. Sowohl der Spinn- und Grundfischer als auch der Fliegenfischer findet hier ebenso optimale Bedingungen vor.
Segeln und Surfen
Federführend ist der Neunburger Yachtclub Eixendorf, den es seit über vier Jahrzehnten gibt. Der Verein, der bereits Europameister auf „Korsar“ und Vizeweltmeister in der Bootsklasse „Flying Dutchman“ hervorgebracht hat, verfügt über Bojenliegeplätze für Boote bis sieben Meter Länge und Landliegeplätze für Jollen. Überdies veranstaltet der Yachtclub jährlich mehrere Regatten.
Kanu
Zum Befahren des „Eixendorfer Sees“ eignen sich am besten Kanus oder Kanadier. (puh)

















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