Von einer Verfolgungsjagd und der Festnahme eines Autodiebs berichtet die Polizeiinspektion Furth im Wald. Demnach wollten Beamte der Grenzpolizeigruppe Furth im Wald am Mittwoch kurz vor 5 Uhr einen Audi A6 kontrollieren, der im Gemeindegebiet Neukirchen beim Heiligen Blut in Richtung des Ortsteils Rittsteig unterwegs war. Der männliche Fahrer habe jedoch die Anhalteaufforderungen missachtet und sei mit hoher Geschwindigkeit geflüchtet. Die Fahnder nahmen die Verfolgung des Flüchtigen auf und überquerten wenig später die Grenze nach Tschechien.
„Im Verbund der sogenannten Schengenstaaten arbeiten die Polizeibehörden in Tschechien und Bayern eng zusammen. Derartige Fälle der polizeilichen Nacheile sind in bilateralen Abkommen geregelt und berechtigen die bayerischen Beamten zum Grenzübertritt, um den Flüchtigen verfolgen zu können“, heißt es im Bericht. Über das Gemeinsame Zentrum der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit mit Sitz in Schwandorf sei sofort die tschechische Polizei informiert und in die Fahndungsmaßnahmen eingebunden worden. Durch ständige Standortmitteilungen der Further Polizisten hätten tschechische Einsatzkräfte an das flüchtende Fahrzeug herangeführt werden können.
Während seiner Flucht habe der Autodieb noch auf deutscher Seite im Ortsbereich Rittsteig einen entgegenkommenden Pkw gefährdet. „Durch seine rasante Fahrweise kam er versetzt auf die Gegenfahrbahn, sodass das entgegenkommende Fahrzeug stark abbremsen und ausweichen musste, um einen Zusammenstoß zu verhindern“, teilt die Polizei mit. Auch nach dem Grenzübertritt habe der Mann seine Fahrt mit unverminderter Geschwindigkeit fortgesetzt.
Über die Ortschaften Svatá Kateřina, Úliště und Skelná Huť habe der Autodieb die Stadt Nýrsko im Böhmerwald erreicht. „Dort überfuhr er eine Grünanlage und touchierte mit einer Fahrzeugseite einen Baum, bis er letztendlich nach weiterer Flucht verunfallte und gegen eine Gartenmauer fuhr“, schreibt die Polizei weiter. Der Fahrer, ein 38-jähriger polnischer Staatsangehöriger, habe im Anschluss noch versucht, zu Fuß zu flüchten. Doch nach wenigen Metern habe er aufgegeben, da er sich durch den Unfall leicht am Bein verletzt habe. Die Beamten der Grenzpolizeigruppe Furth im Wald hätten den Mann widerstandslos festnehmen können. Der 38-Jährige wurde im Anschluss an die tschechische Polizei übergeben. Nach ambulanter Versorgung seiner Verletzung in einem Krankenhaus sei er in Gewahrsam genommen worden.
Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, wurde der Audi A6, Baujahr 2018, in der Nacht vom 17. auf den 18. März 2026 im Stadtgebiet von Ellingen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen entwendet. Als die zuständige Polizeiinspektion Weißenburg den Eigentümer aufgesucht habe, habe dieser noch nicht gewusst, dass sein Pkw entwendet worden war. „Nach bisherigem Ermittlungsstand überwand der Täter gewaltfrei das im Fahrzeug verbaute Keyless-Go-System“, so die Polizei. Der Entwendungsschaden liege im mittleren fünfstelligen Eurobereich.
Die tatortzuständige Kriminalpolizeiinspektion Ansbach habe in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Ansbach die Ermittlungen zu dem Pkw-Diebstahl aufgenommen. Noch am 18. März sei durch den Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Ansbach ein europäischer Haftbefehl erstellt worden. Der Mann wurde in eine tschechische Justizvollzugsanstalt eingeliefert, wo er nun auf seine Auslieferung nach Deutschland warte.
Die Polizeiinspektion Furth im Wald hat laut Bericht die Ermittlungen unter anderem wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung aufgenommen. Es werden nun weitere Geschädigte gesucht, insbesondere der Pkw-Fahrer, der am 18. März gegen 5 Uhr im Ortsteil Rittsteig im Gemeindegebiet Neukirchen beim Heiligen Blut von dem Audi-Fahrer gefährdet wurde. Zeugen und Geschädigte werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 09973/504-0 zu melden.













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