09.12.2019 - 16:08 Uhr
Axtheid-Berg bei VilseckOberpfalz

Mahnfeuer: Bauern setzen brennendes Zeichen

Ein großes Mahnfeuer erhellte in Axtheid-Berg die Nacht. Schön anzusehen, aber mit einem ernsten Hintergrund: Landwirte aus der Region machten damit auf ihre Probleme aufmerksam.

Landwirte aus den Gemeinden Vilseck, Freihung, Hahnbach und Sulzbach-Rosenberg standen geschlossen zusammen: Am Mahnfeuer in Axtheid-Berg informierten sie über ihre Probleme und Anliegen.
von Rosi HasenstabProfil

Die Landwirte, die sich in einer Whatsapp-Gruppe zur Bewegung "Land schafft Verbindung - wir rufen zu Tisch" zusammengeschlossen haben, versammelten sich auf einem Feld nahe des Kreisels, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. 40 Traktoren und etwa 200 Teilnehmer aus den Gemeinden Vilseck, Freihung, Hahnbach und Sulzbach-Rosenberg bildeten eine imposante Kulisse, als das große Mahnfeuer entzündet wurde. Für ihr gemeinsames Ziel, die Landwirtschaft wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken, setzten die Bauern ein brennendes Zeichen.

Man muss nicht nach Berlin

Mitorganisator Manfred Näger betonte, man brauche nicht unbedingt nach Berlin zu fahren, um zu protestieren. Dies sei auch bei uns im Landkreis möglich. Die Forderung der Gruppe: Ziel der Agrarpolitik müsse es sein, die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft so zu gestalten, dass das Haupteinkommen wieder durch kostendeckende Preise erzielt werden könne. Diskutiert wurde am Feuer über Subventionen, mit denen die Landwirte von der Politik "abgespeist" würden.

Etwa 40 Traktoren bewegten sich am Sonntagabend Richtung Axtheid-Berg, um auf die Situation in der Landwirtschaft aufmerksam zu machen.

Faire Preise statt Subvention

"Wir wollen nicht vom staatlichen Geld leben, sondern fair bezahlt werden", meinte eine junge Bäuerin. Doch dazu fehle es an der Akzeptanz in der Bevölkerung, fügte sie hinzu. Da jeder Mensch täglich zweimal etwas zu essen brauche, sollte man sich doch auch mal fragen, wo das Essen herkomme, ereiferten sich die Bauern.

In gemütlicher Atmosphäre am Feuer kamen Landwirte und Verbraucher miteinander ins Gespräch - und führten heiße Diskussionen über die Zukunft der Landwirtschaft.

Über die unzähligen Vorschriften und übertriebene Bürokratie beklagte sich eine weitere Gruppe von Anwesenden. Man gestand ein, dass die Landwirte viel zu lang stillgehalten hätten und an der momentanen Situation nicht ganz schuldlos seien. Nun aber sei es höchste Zeit, für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen, um damit der Entfremdung von Landwirtschaft und Gesellschaft besser entgegenzuwirken. Von der Politik werde man nur mit Versprechungen abgespeist, besonders vor Wahlen. Alle Parteien müssten zu einer sachlichen, zielorientierten Agrarpolitik zurückkehren, lautete das Fazit am Mahnfeuer.

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