10.03.2020 - 17:09 Uhr
Oberpfalz

Baby-Geschenke, die glücklich machen

Zur Geburt ein Geschenk? Eine gute Idee, sogar biblisch gut. Doch Weihrauch, Gold und Myrrhe für den König der Könige waren damals schon exotisch und wären es 2020 erst recht. Womit kann man Eltern heute eine Freude machen? Eine Umfrage.

Alles, was Ruhe schenkt, ist gut.
von mvsProfil

Hochwertige Kleidung:

Katharina Brunner, geboren in Schwandorf und wohnhaft in Regensburg, ist Mutter von zwei Töchtern im Teenager-Alter. Sie empfiehlt hochwertige Kleidung: "Ich war am Wochenende in Oberbayern bei einer guten alten Freundin von mir. Als ,Tante' durfte ich der kleinen Maja, eineinhalb Jahre alt, die Outdoorkleidung anziehen - einen Walk-Wollanzug mit selbst eingenähtem Reißverschluss, der mir irgendwie bekannt vorkam - ich hatte ihn 2002 von meiner Schwiegermutter bekommen." Wann immer das Kleidungsstück nicht mehr passte, war es weiter und weiter gegeben worden, wurde immer dünner, "dafür aber weicher und kuscheliger als je zuvor". "Maja ist schon das siebte Kind in dunkelblauer Naturschurwolle. Ihr Anzug wird heuer volljährig." Hochwertige Kleidung, darüber freuen sich auch Mütter. Vielen Marken bieten Mode, die für die Zeit vor und nach der Geburt schick und praktisch ist.

Weniger ist mehr:

Agnes Romanovic gibt der Umfrage eine neue Richtung: "Ein Kind ist schon das größte Geschenk", antwortet die 33-Jährige auf die Frage nach guten Geschenken zur Geburt. Und sie schweigt. Wer weiß, wie oft der Wunsch nach einem Kind unerfüllt bleibt, versteht diesen Satz und die Stille danach - die von den Neffen unterbrochen wird, die durstig herein toben, forsch nach ihren Getränken greifen und wieder zum Spielen verschwinden.Ihre Mutter greift den Faden auf: "Ich habe die Schwangerschaft empfunden, als würde ich einen Schatz hüten, der mir anvertraut ist, aber nicht gewiss", schildert Katharina Meier. "Dass es mir nicht zusteht, so zu tun, als wäre die Geburt eine ausgemachte Sache. Ich wollte nichts und die Hände frei haben - fürs Annehmen der Kinder, oder fürs Loslassen", erzählt sie.

Also wollte sie gar kein Geschenk? "Als sie da waren, habe ich mich auch über alles andere freuen können." Über alles? "Windeltorten! Wer braucht das!?", erklärt sie lachend. "So wenige Windeln, so kompliziert, so viel Müll danach, nein, nein, nein." Ein Stillkissen, hochwertige Pflegeprodukte und ein Gutschein für ihr Lieblings-Café kamen hingegen sehr gut an.

Praktische Hilfe und Erlebnisse:

Familie Starnawski aus Wackersdorf erzählt, dass sie sich sehr über praktische Hilfe gefreut hat: "Alles, was uns Ruhe geschenkt hat, war gut: Zum Beispiel wenn unser Besuch selbst etwas zu essen und trinken mitgebracht hat - mit einem Kleinen, noch dazu dem ersten, ist dafür keine Zeit." Franziska Farow, die sich alleinerziehend um ihre zwei Kinder kümmert, erinnert an die großen Geschwister da draußen: "Dass das Neugeborene plötzlich alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, kann auch zwiespältige Gefühle auslösen. Ein Ausflug zum Spielplatz oder weiter weg - für den ich keine Zeit und keine Nerven hatte - auch mal ohne den goldigen kleinen Schreihals war für meinen Großen wie Urlaub."

Mit Geschenkpapier und Schleife:

Kommt das erste, zweite oder fünfte Kind nach Hause? Hat die Familie materiell alles, oder fehlt sogar Grundlegendes? Ist sie in Schieflage oder fühlt sie sich wohl? Kommt eines oder kündigen sich plötzlich Mehrlinge an? Franziska Farow: "Was frisch gebackene Eltern wirklich gebrauchen können, ist ganz, ganz unterschiedlich. Ich stelle mir den idealen Zustand vor - dass eine Familie Zeit und Ruhe hat, sich über das Neugeborene zu freuen. Alles, was dazu beiträgt, finde ich als Geschenk sehr gut."

Und wenn man keine Idee hat? "Einfach fragen. ,Was brauchst Du? Wie kann ich Dir helfen?' In diesen Fragen steckt pure Kraft. Bei uns ist die Nachbarschaft erst durch meine Jungs lebendig geworden. Wir schauen jetzt mehr aufeinander."

Ratgeber aus dem Bücherregal:

Zum Schmökern, Anschauen und Nachdenken

Es ist viel Unsinn in der Welt der Ratschläge zu finden, und die Geburt eines Kindes fördert ihn verlässlich in Hülle und Fülle zutage. „Creme und Puder“, überreicht zuweilen die ältere Generation überzeugt und selig, was sie zum Wickeln selbst verwendet hat. „Creme und Puder ...“, raunen die Beschenkten untereinander, und es graut ihnen vor dem Erdölfilm und den Klümpchen auf zarter Babyhaut. In den folgenden Ratgebern hingegen, so ist die Autorin überzeugt, finden sich nur beste Tipps für frisch gebackene Mütter und Väter – zum Erproben und Weiterraunen auf Spielplatzbänken.

„Die Hebammen-Sprechstunde“ von Ingeborg Stadelmann ist der zeitlose Klassiker, sachlich fundiert und herzlich geschrieben.

„Das Stillbuch“ von Hannah Lothrop beantwortet Fragen, von denen man nicht dachte, dass man sie sich je stellen würde.

„Sanfte Hände: Die traditionelle Kunst der indischen Baby-Massage“ von Frédérick Leboyer ermuntert zu Nähe.

„Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren“ von Remo H. Largo hilft emotional schwierige Situationen zu meistern und gestärkt aus ihnen hervor zu gehen. Durch „Kinderjahre“ und „Jugendjahre“ vom selben Autor erfährt man, wie es wohl weitergehen wird.

„Kinder in den Kulturen der Welt“ von Martine Laffon bettet mit herausragend schönen Bildern das eigene Elternsein in einen größeren Kontext, der beim geistigen Entspannen hilft. (mvs)

Über Selbstgemachtes freuen sich viele Eltern. Und manchmal wird es von Generation zu Generation weitergegeben.
Geschenke, die Eltern Ruhe und Kraft spenden, machen Sinn. Anderes braucht es nicht.
Die Trilogie „Babyjahre“, „Kinderjahre“ und „Jugendjahre“ des Arztes Remo H. Largo helfen Familien, schwierige Situationen zu meistern.
Die Kinder sind knapp zwei Wochen und knapp drei Jahre alt. Die Puppe hilft der Großen, sich mit der neuen Situation zu arrangieren.
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