22.12.2019 - 14:55 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Appartement-Hotel startet jetzt neu durch

Die Verleihung des Titels "Bad Neualbenreuth" sorgt für zusätzliche Motivation und für eine Art Aufbruchsstimmung. Das einst erste Haus an der Kurallee steht unter neuer Führung. Und für die Zukunft gibt es kühne Visionen.

Christina Gebel ist neue Leiterin des Appartement-Hotels an der Kurallee. Von links Gerhard Geiger und Barbara Bannert von der Werkleitung des Kurmittelhauses, Ursula Stingl von der Gästeinfo, Hotelchefin Christina Gebel sowie Geschäftsführer Bernd Büsching und Bürgermeister Klaus Meyer.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Kewog-Geschäftsführer Bernd Büsching war zwar früher schon Geschäftsführer, hat sich aber in das operative Geschäft so gut wie nicht eingemischt. Mit Ernst Schöppl, der das Hotel seit gut einem Jahrzehnt leitete, wusste Büsching einen guten Mann an der Spitze des einst ersten Beherbungsbetriebs an der Kurallee. Inzwischen hat sich aber eine personelle Veränderung ergeben.

Deswegen gab es jetzt ein Treffen der Verantwortlichen mit den Partnern vor Ort - Bürgermeister Klaus Meyer und Ursula Stingl von der Tourist-Info Bad Neualbenreuth sowie von der Sibyllenbad-Leitung Gerhard Geiger und Stellvertreterin Barbara Bannert.

Bernd Büsching stellte als neue Chefin des Appartement-Hotels Christina Gebel vor. Sie ist Nachfolgerin von Ernst Schöppl, gehört seit vielen Jahren zum Hotelpersonal und hat schon erste Neuerungen umgesetzt. So ist das Appartement-Hotel seit einigen Wochen auch online buchbar. Sibyllenbad-Chef Gerhard Geiger bewertete es als besonderes Verdienst, dass das Hotel bisher ausschließlich auf dem konventionellen Wege treue Gäste gewinnen konnte, die immer wieder gerne zum Sibyllenbad kamen.

"Ich wünsche mir eine engere Zusammenarbeit mit dem Sibyllenbad", erklärte die neue Hotelchefin, die sich zudem "zufriedene Gäste für unser Hotel" wünschte. Außerdem sah Christina Gebel großes Potenzial für das Hotel und möchte künftig auch die Präsenz in den Sozialen Medien verstärken.

Pionierarbeit

Bürgermeister Klaus Meyer war beeindruckt von der Neuausrichtung des Hauses, vergaß aber auch nicht dessen Bedeutung in den vergangenen Jahren und dessen Pionierarbeit. "Sibyllenbad wäre nicht Sibyllenbad ohne das Appartement-Hotel." Es habe weitere Investitionen erzeugt. Das Prädikat "Heilbad" sei mit hohen Ansprüchen und Erwartungen verbunden. Diese müssten auch erfüllt werden. Dazu gehöre auch, das Profil als Ziel für einen naturnahen Urlaub zu schärfen. "Wir müssen daran arbeiten, dass wir nicht absacken." Gerhard Geiger unterstrich, dass das Kurmittelhaus mit dem Schwerpunkt Medizin wirbt; Wellness sei dagegen lediglich die Ergänzung. Handlungsbedarf sah Geiger beim Badetempel; an dessen Sanierung müsse man dranbleiben. Bernd Büsching erneuerte seine Forderung nach einer groß angelegten Kampagne für die Tourismusregion nach dem Beispiel großer Hotels im Bayerischen Wald; diese seien durch permanente Werbung auf ganzseitigen Anzeigen im Gespräch.

Nach der verdienstvollen Ära Schöppl, der das Appartement-Hotel auch unter schwierigen Bedingungen zum beliebten Domizil auf Zeit machte, sehen sich die Verantwortlichen auf der Überholspur: Dies gelte vor allem im Hinblick auf Servicequalität und Ausstattung der Zimmer, wie es hieß. In nächster Zeit schon sollen die 44 Appartements modernisiert werden. Zehn davon befinden sich noch im Eigentum der Kewog. Büsching will die Einheiten aber nach und nach an Investoren veräußern. Sie dürften das Feriendomizil sechs Wochen selbst nutzen; die Regelung gilt auch für Angehörige, wie es hieß.

500.000 Euro

"Ich hoffe, dass die Eigentümer mitziehen", so der Geschäftsführer im Gespräch. Deren finanzieller Einsatz wird laut Schätzungen auf rund 500.000 Euro beziffert. Dazu hat Büsching bereits Innenarchitekten eingeschaltet, die für die Kewog bei der Verwirklichung eines Neubauprojekts in Herzogenaurach tätig sind. Schränke und Betten, so die Beurteilung der Experten, seien qualitativ hochwertig und selbst nach den gut zweieinhalb Jahrzehnten, seit es das Appartement-Hotel an der Kurallee gibt, noch in gutem Zustand. Die Möblierung müsse gar nicht groß erneuert werden. Matratzen und Sitzgelegenheiten in den Zimmern aber müssten ausgetauscht werden. Dann, so hofft Büsching, ließe sich vielleicht auch die Audi BKK wieder ins Boot holen: Mitglieder der Krankenversicherung konnten sich im Appartement-Hotel während eines Aufenthalts für Präventionsmaßnahmen im Sibyllenbad einmieten, ehe der Vertrag seitens der Versicherung aufgelöst worden war und Gäste fehlten.

Frauen-Power im Hotel

"Wir haben deutlich Personal eingestellt", erklärte Bernd Büsching, der künftig als alleiniger Geschäftsführer fungiert und wöchentlich einmal vor Ort sein wird. Aktuell zählt das Personal 17 Leute, ausschließlich Frauen und alle in Teilzeit beschäftigt.

Büsching will in den nächsten Jahren mit dem Übernachtungsbetrieb in Bad Neualbenreuth dem neuen Status Rechnung tragen und dort noch einmal kräftig investieren. Doch dafür müsse die Wirtschaftlichkeit des Hauses gegeben sein. Als Vision schwebt dem Kewog-Boss ein zweiter Bettentrakt mit Seminarräumen vor. "Da gibt es Anfragen, aber die können wir nicht bedienen." Der Neubau wäre dann auf dem Grundstück geplant, das schon seit langer Zeit zum Appartement-Hotel gehört und für eine Erweiterung gedacht war - eine Fläche vor dem Hotel an der Kurallee in Richtung Bad Neualbenreuth.

Das Appartement-Hotel an der Kurallee will neu durchstarten. Als Vision schwebt Geschäftsführer Bernd Büsching eine Erweiterung vor - auf dem Grundstück vor dem bestehenden Gebäude in Richtung Neualbenreuth.

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