Bad Neualbenreuth
24.09.2026 - 17:38 Uhr

Bayernwerk sieht sich als Stromversorger im Ländlichen Raum

In der Verbandsversammlung der Ikom Stiftland steht der Ausbau der erneuerbaren Energien im Mittelpunkt. Zudem wird das Tourismusprojekt Bärnau 2027-2030 vorgestellt.

"Ausbau der erneuerbaren Energien", ein Thema das brennt, so Ikom-Vorsitzender Bernd Sommer, bildete den Mittelpunkt der jüngsten Verbandsversammlung der Ikom Stiftland im Rathaus in Bad Neualbenreuth.

Das Bayernwerk wurde von den Bürgermeistern aufgefordert, schneller das geplante Stromnetz auszubauen, zumal in absehbarer Zeit noch weitaus mehr Strom gebraucht wird. Mitterteichs Bürgermeister Stefan Grillmeier sagte angesichts des nur zögerlichen Ausbaus: „Die Energiewende bei uns ist ein Desaster, im Vergleich zu anderen Ländern.“

Mehr Verantwortung übernehmen

Zu Gast war Markus Windisch, Kommunalmanagement Ostbayern des Bayernwerks. Er machte deutlich: „Das Bayernwerk ist der Versorger im ländlichen Bereich. Wir versorgen mehr als 1200 Kommunen und Gemeinden mit Energie, wir betreuen ein Stromnetz von 161.562 Kilometern und ein Gasnetz von 5717 Kilometern.“ Immer mehr nachgefragt wird nach Batteriespeichern und Rechenzentren. Ob allerdings ein Rechenzentrum in die nördliche Oberpfalz kommt, ist eher unwahrscheinlich.

Gleichwohl war Windisch überzeugt: „Erneuerbare Energien müssen mehr Verantwortung bei der Sicherung der Energiesysteme übernehmen.“ Windisch erwartet eine überproportionale Zunahme an Windrädern, vor allem in Niederbayern und auch in der Oberpfalz. Neben der Windkraft werden auch die Photovoltaik-Anlagen zunehmen, sagte der Sprecher. Stefan Grillmeier (Mitterteich) kritisierte, dass den Kommunen vor Ort die Hände gebunden sind, und erklärte dies anhand eines Beispiels. „Ich will einen Radweg bauen, plötzlich findet sich dort ein Kreuzotter-Hotspot. Früher wurden dort Autobahnen gebaut, da wurde nichts gefunden.“

Stromverbrauch steigt

Markus Windisch prognostizierte bis 2045 eine Verdoppelung des bisherigen Stromverbrauchs, zudem würden sich Stromspeicher verzehnfachen. Erneut hakte Stefan Grillmeier nach und sagte: „Die Firma Schott in Mitterteich wird künftig deutlich mehr Strom brauchen, zumal das Unternehmen nach und nach auf Strom umstellen wird. Wir brauchen für Mitterteich ein zweites Umspannwerk.“ Markus Windisch machte deutlich, dass die Firma ein Umspannwerk auch selber bauen kann. Oberpfalzweit braucht es bis zu 60 neue Umspannwerke.

Bärnaus Bürgermeister Michael Schedl machte deutlich, dass Wärmepumpen die Zukunft sind, und fragte: „Kann das Bayernwerk so viel Strom überhaupt bereitstellen?“ „Wir arbeiten an der Zukunft, wir sind auf dem richtigen Weg“, versicherte Windisch. Stephan Schübel (Pechbrunn) machte deutlich: „Wir brauchen dazu auch Stromautobahnen, die den Strom transportieren können. Der Ausbau dauert eigentlich viel zu lange.“

Markus Windisch war am Ende seines 75-minütigen Vortrags überzeugt: „Wir müssen unser Energiesystem vom Kopf auf die Füße stellen.“ Bernd Sommer und Stefan Grillmeier waren sich einig: „Die Rahmenbedingungen für den Ausbau müssen sich ändern, wir dürfen keine Zeit mehr verlieren.“

Tourismus in Bärnau

Im nächsten Tagesordnungspunkt war das ILE-Projekt „Tourismusstrategie Bärnau 2027–2030“ das Thema. Vorsitzender Václav Vrbík machte deutlich, dass auf die Ikom-Stiftland keinerlei Kosten zukommen. Die Kosten für das Projekt werden zu 70 Prozent gefördert, den Rest übernimmt die Stadt Bärnau. Ziel ist es, eine fundierte Tourismusstudie zu erstellen, die strategische Grundlage für die künftige touristische Entwicklung der Stadt Bärnau sein soll.

Václav Vrbík stellte die Projektinhalte vor, die Gesamtkosten belaufen sich auf 100.000 Euro. Nachdem die Stadt Bärnau schon zugestimmt hat, befürwortete jetzt auch die Ikom-Stiftland das Projekt.

Weitere Themen

Vorgestellt wurden die diesjährigen Stiftlandtage mit insgesamt zehn Veranstaltungen. Antje Grüner berichtete von 201 Teilnehmern an den verschiedenen Orten. Ihrer Meinung nach habe sich die Veranstaltungsreihe etabliert und solle auch künftig wieder stattfinden.

Weiteres Thema war der Haushalt 2026. Der Verwaltungshaushalt beträgt 613.360 Euro, der Vermögenshaushalt 245.892 Euro. Die nicht gedeckten Kosten in Höhe von 302.460 Euro werden auf die zehn Mitgliedsgemeinden umgelegt. Der Haushalt wurde einstimmig genehmigt.

Zur Kenntnis diente der nächste Punkt „Gemeinsame grenzüberschreitende Gesundheitsvorsorge im bayerisch-tschechischen Grenzraum“, hier wirkt die Ikom-Stiftland als assoziierter Partner mit. Anton Kunz, Sachgebietsleiter Kreisentwicklung am Landratsamt, stellte das Interreg-Projekt vor. Die Projektpartnerschaft wurde bereits im Kreisausschuss des Landkreises Tirschenreuth beschlossen. Für die Ikom-Stiftland entstehen durch die Partnerschaft keinerlei Kosten. Bürgermeister Franz Schöner (Mähring) nannte dies ein Superprojekt. Für Bürgermeister Stefan Grillmeier war es wichtig, Anreize zu schaffen, dass neue Ärzte sich in der Region ansiedeln.

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