Bad Neualbenreuth
07.05.2024 - 10:16 Uhr
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Bürgermeister Klaus Meyer trifft persönliche Zukunftsentscheidung

Vor zehn Jahren ist Klaus Meyer Bürgermeister von Neualbenreuth geworden – damals ohne den Zusatz "Bad". Im Rathaus erzählt er, warum er das vergangene Jahrzehnt nicht missen möchte. Zudem verrät er, ob er 2026 noch einmal antritt.

Bürgermeister Klaus Meyer an seinem Schreibtisch im Rathaus in Bad Neualbenreuth. Bild: pz
Bürgermeister Klaus Meyer an seinem Schreibtisch im Rathaus in Bad Neualbenreuth.

Klaus Meyer ist vor zehn Jahren seine neue Arbeitsstelle im Rathaus in Bad Neualbenreuth angetreten. Für Oberpfalz-Medien eine Gelegenheit für eine Bilanz und für einen Ausblick: "Es geht gar nicht um Politik", sagt Meyer, wenn er von seinen Aufgaben in seinem Zuständigkeitsbereich erzählt. Von "Vernunftentscheidungen" spricht Meyer. Und davon, dass es alle gut haben und sich wohlfühlen sollen im Ort. Der bekennende Katholik verweist auf das Kirchenjahr, das mit seinen wiederkehrenden Festtagen auch fürs weltliche Leben Orientierung biete. Diese schweiße die Gemeinschaft zusammen, lasse sie an einem Strang ziehen.

"Ich bin Praktiker", sieht sich Meyer als Freund unkonventioneller Lösungen: Das Kinderhaus "Tillenzwerge" etwa werde in die Schule integriert und diese zum Kindercampus umgestaltet. Aber es gibt auch Dinge, die nerven. Der Mobilfunkmast bei Wernersreuth funktioniere nicht, weil kein Stromzähler installiert ist. "Das macht mich rasend." Es fehle an der Koordination beim Einsatz von Steuergeldern. "Und ich muss mich ständig rechtfertigen", sagt Meyer über seine "1350 Chefs": Damit meint er die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde.

Kreative Lösungen

"2014, da war es noch schön", erinnert sich Klaus Meyer an die Zeit nach seiner Wahl zum Nachfolger von Albert Köstler. Konkret meint der Bürgermeister die Förderprogramme damals. "Jetzt ist es viel schwieriger." Ein Beispiel: die Sanierung von Straßen im Gemeindebereich. Die Kosten für sieben, acht solcher kommunalen Projekte in der Vergangenheit seien größtenteils vom Freistaat bezahlt worden. Nun gebe es dafür weniger Fördergeld. "Man muss sich kreative Lösungen überlegen." Auch das mangelnde Vertrauen übergeordneter Politik in die Kommunen und die dadurch überbordende Bürokratie missfällt Meyer.

"Das ist das Schöne bei uns: Der Gemeinderat hat alles mitgetragen", unterstreicht Meyer in all den Jahren die konstruktive Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene. "Man kann auch sagen, bei euch ist ja nichts los", hält der Bürgermeister Kritikern entgegen, die in den Sitzungen kontroverse Debatten vermissen. Ihm, Meyer, sei aber Harmonie wichtig – in und unter den Vereinen in Bad Neualbenreuth, in seiner Position als Rathauschef und vor allem ganz privat.

Seit 1990 im Marktrat

"Man bewegt gemeinsam sehr viel", weiß der Bürgermeister aus Erfahrung und benennt den Stellenwert des Ehrenamts. Er selbst kam damit schon frühzeitig in Berührung. Der gelernte Banker übernahm in jungen Jahren damals für den Wernersreuther Pfarrer Max Wutz die Kirchenrechnung und kam 1990 in den Marktrat. 2014 beerbte Meyer den langjährigen Bürgermeister Albert Köstler. Bereits jetzt steht fest: Nach zwei Amtsperioden wird Meyer den Chefsessel im Rathaus räumen.

"Ich trete nicht mehr an", erklärt Klaus Meyer ohne Umschweife, dass er zur Wahl im Frühjahr 2026 nicht für eine weitere Kandidatur zur Verfügung steht. "Das war von vornherein Teil der Lebensplanung." Zwölf Jahre seien genug. "Die Zeit wandelt sich schnell, da muss man die Jungen ran lassen." Er sei nicht als Bürgermeister geboren worden. "Das entwickelt sich." Leicht gemacht habe er sich die Entscheidung damals nicht. Noch ein Jahr vor der Wahl habe er überlegt, ob er den Schritt wagen sollte.

"Erfüllte Jahre"

"Man muss viele Kompromisse eingehen." Der Bürgermeisterposten habe das Familienleben beeinträchtigt – zumal auch Ehefrau Brigitte ehrenamtlich engagiert und somit ebenfalls viel unterwegs ist. "Gemeinsame Zeiten sind rar." Im Zweifelsfall müsse immer die Familie hintanstehen, "weil eben die Verantwortung da ist". Um so dankbarer ist Meyer für das Verständnis, das Frau und Familie für den Beruf des Ehemanns und Vaters aufbringen.

"Erfüllte Jahre" habe er erlebt als Bürgermeister. "Sie haben mich getragen und auch ertragen", sagt Meyer über sein Team in der Verwaltung und im Bauhof und ist überzeugt, dass dies so bleibe. Seine Pläne für die Zeit nach der Wahl 2026 verrät Meyer nicht. Rentner werde der dann 60-Jährige aber noch nicht sein – auch wenn er nach einem Jahrzehnt als kommunaler Wahlbeamter Anspruch auf Ruhegeld hat. "Von irgendetwas muss ich auch leben."

"Ich muss Gas geben", sagt Meyer in Anbetracht der Herausforderungen in den nächsten beiden Jahren. Große Projekte gelte es zu verwirklichen. Oder deren Verwirklichung einzuleiten. Stillstand über Jahre wäre die Konsequenz, würde der Amtsinhaber nichts vorbereiten, was eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger im Amt vollenden könnte.

Hintergrund:

Hauptprojekte von Bürgermeister Klaus Meyer

  • Erledigte Aufgaben: Heilbäder-Titel, Sanierung Raiffeisen-Areal, Seniorenfachstelle (seit 2024 in eigener Regie), Gründung Betreibergesellschaft und Übergangslösung Dorfladen am Marktplatz, Sanierung Badehaus Maiersreuth
  • Künftige Aufgaben: Umbau Schule zum Kindercampus (Grundschule, Kinderhort und Kinderhaus), Sanierung Anwesen Marktplatz 4 (Dorfladen), Freundschaft mit Nachbarn in Lipová in Tschechien soll vertieft werden
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