03.03.2020 - 14:55 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Für die Fortsetzung der Politik über Parteigrenzen hinweg

Klein aber sehr interessiert war die Runde, die am Freitag mit Landratskandidat Ely Eibisch (Freie Wähler) im Gasthaus "Zum Tillenblick" in Neualbenreuth bis Mitternacht zusammen kam.

Der Landratskandidat der Freien Wähler, Ely Eibisch (stehend), informierte die Zuhörer über seine Pläne.
von Autor ENZProfil

Klein, aber sehr interessiert war die Runde, die am Freitag mit Landratskandidat Ely Eibisch (Freie Wähler) im Gasthaus "Zum Tillenblick" bis Mitternacht zusammenkam. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Freien Wähler, Johannes Saalfrank, wurde zunächst des verstorbenen Mitglieds Werner Hirschberger gedacht. Ely Eibisch freute sich sichtlich, endlich einmal in Bad Neualbenreuth zu sein. Der Ort sei etwas Besonderes für ihn, denn er gehöre jetzt zum "Bäderviereck". Er mache seit über 22 Jahren Kommunalpolitik. Die Art der Politik von Landrat Wolfgang Lippert über Parteigrenzen hinweg gefalle ihm. Das möchte er fortsetzen und seine Erfahrungen in die Herausforderungen des Landkreises einbringen.

Als wichtige Themen nannte der Sprecher die Bildung, auch die Erwachsenenbildung und das Erlernen der tschechischen Sprache sowie die Arbeit der Kreismusikschule. Auch für ihn sei die Seniorenarbeit wichtig. Ältere Menschen wollen in die Gesellschaft eingebunden werden. Das Ehrenamt sorge für einen Zusammenhalt, den es in den Ballungszentren nicht gebe.

Ärztliche Nahversorgung

Die Barrierefreiheit sei ihm ein Anliegen - auch auf den Marktplätzen. Dann sprach er über das Gesundheitssystem und dass die ärztliche Nahversorgung gesichert werden müsse. Dazu seien Nachfolgeregelungen für Ärzte wichtig. Zur wirtschaftlichen Situation im Landkreis sagte Eibisch, der enorme Rückgang der Arbeitslosigkeit und die boomende Wirtschaft erforderten ein Rückholer-Management junger Menschen, die über eine gute Ausbildung verfügen. Die Attraktivität des Landkreises bestehe in günstigen Wohn- und Lebenshaltungskosten und der Natur.

Erklär-Video zur Kommunalwahl: Wie geht panaschieren und kumulieren?

"Die Landwirte sind in einer Situation, die eigentlich nicht mehr tragbar ist", so Eibisch. Weitere Themen waren die Kliniken AG und die Stromtrasse. Was will Ely Eibisch erreichen? Um junge Leute für die Politik zu begeistern, möchte er ein Jugendparlament einrichten. Weiterhin schwebt ihm ein bürgerfreundliches Landratsamt durch Digitalisierung vor. Er möchte ein Landrat der Bürger sein, etwa durch eine Bürgersprechstunde.

Vernetzung mit Tschechien

In der Diskussion wurden viele Themen angeschnitten. Das EEG-Gesetz und allgemein die erneuerbaren Energien machten Strom einfach teuer - so das Fazit. Keine zukunftsträchtigen Konzepte gebe es für den Klärschlamm. Johannes Saalfrank sprach den Tourismus an. Hier lobte Eibisch Zusammenschlüsse wie die Ikom Stiftland und die Steinwald-Allianz. Nur so könne die Region von Fördermitteln profitieren. Er wünschte sich mehr gemeinsame Projekte mit Tschechien und setzte sich für einen Koordinator ein, um die Vernetzung mit Tschechien zu verbessern.

Bildungsstandort stärken

Die Diskussion drehte sich auch um den Bildungsstandort Landkreis Tirschenreuth. Es gäbe viele gute Ansätze, aber es zeigten sich auch viele Defizite - vom Lehrermangel bis zu erheblichen Bildungslücken sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern. Alexander Wurm wies darauf hin, dass dringend die MINT-Fächer gefördert werden müssen. Weiterhin stellte Eibisch das Projekt "Lebensökonomie" vor, bei dem die Kinder in einer Projektwoche vor allem Alltagskompetenz (Ernährung, Gesundheit, Verbraucherverhalten, Umweltverhalten und Haushaltsführung) lernen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.