21.09.2021 - 09:07 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Fußballübertragungen und Seniorenkino im Tillensaal in Bad Neualbenreuth

Eine Fülle von Informationen gab es in der Sitzung des Marktrats Bad Neualbenreuth. Mitarbeiter der Gemeinde durften sich über ein Sonderlob sowie über Applaus freuen. Und auf der Leinwand gab's gestochen scharfe Bilder.

Die beiden Bauhofmitarbeiter Michael Jaworeck und Markus Betzl auf der neuen Brücke, die sie in ihrem Urlaub fertigten.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Mit einem ehrenden Gedenken für den Ende August verstorbenen Franz N. Pany begann am Donnerstag die Sitzung des Gemeinderats Bad Neualbenreuth. Dazu erhoben sich alle Anwesenden im Tillensaal von ihren Plätzen. Der Verstorbene, so Bürgermeister Klaus Meyer in seinem kurzen Nachruf, war als Vorsitzender des Heimatverbandes Marienbad Stadt und Land direkter Ansprechpartner für die Grenzlandheimatstuben in der Alten Posthalterei. Zudem war Pany Mitglied der Egerer Stadtwald-Stiftung, die er maßgeblich mitbegründet hat. "Sein Verhandlungsgeschick und seine Liebe zur ehemaligen Heimat waren Garant für eine von allen Seiten akzeptierte Lösung", so Meyer.

Zuschuss von Stadtwald-Stiftung

Bei der Sitzung gab es eine Premiere: Der von der Gemeinde angeschaffte neue Laser-Beamer war erstmalig im Einsatz. „Das ist gut angelegtes Geld“, erklärte Bürgermeister Klaus Meyer über die Investition von 5500 Euro, gefördert von der Stiftung Egerer Stadtwald. Mit dem Gerät waren während der Sitzung Bilder zu den jeweiligen Tagesordnungspunkten an die Leinwand geworfen worden.

Aus den Reihen des Gremiums kam aber spontan ein Vorschlag für eine andere Verwendung. „Da könnten wir ja auch Fußball schauen“, meinte etwa Marktrat Robert Ernstberger. Klaus Meyer nannte daneben die Möglichkeit von Kinovorführungen für Senioren. Außerdem verwies Bürgermeister Meyer auf die Anschaffung von drei Luftreinigungsgeräten für die Schule. 5222 Euro sind dafür ausgegeben worden.

Über 32.000 Übernachtungen

Mit einer erfreulichen Nachricht wartete Meyer im Hinblick auf die Übernachtungszahlen auf: Der August 2021 war der erste Monat mit mehr Ankünften und Übernachtungen als vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Es waren 3085 Ankünfte und 13.211 Übernachtungen registriert worden, im August 2019 waren es 2824 Ankünfte und 11.879 Übernachtungen. Von Januar bis Ende August 2021 wurden insgesamt 32.397 Übernachtungen registriert, so Meyer.

"Überall ist ausgebucht", freute sich der Bürgermeister, dass in der Gastronomie- und Tourismusbranche allmählich Normalität zurückkehrt und sprach von einer "sehr guten Entwicklung". Meyer hoffte auch auf eine weiter steigende Impfquote und nannte Dänemark als positives Beispiel. "Dort ist die Pandemie Schnee von gestern." Alle, so der Bürgermeister weiter, müssten sich "am Riemen reißen, dass wir uns unser früheres Leben zurück erkämpfen". Alle in der Gesellschaft seien dazu aufgerufen. Dabei nannte Meyer auch die Bedeutung des Ehrenamts. "Die Pandemie hat in gewissen Branchen Einschläge erzeugt, die unumkehrbar sind."

Mitte Oktober Verkehrsschau

Meyer erinnerte in seinem Bürgermeisterbericht an Beratungen in der Juli-Sitzung des Gemeinderats über Geschwindigkeitsbeschränkungen im Gemeindebereich. Konkret ging es um die Abzweigung zum Sibyllenbad und die Ortsdurchfahrt Altmugl. Eine Verkehrsschau, so die Information aus dem Landratsamt, sei frühestens Mitte Oktober möglich.

Im Kinderhaus "Tillenzwerge" seien im laufenden Kindergartenjahr drei neue Mitarbeiterinnen tätig – Nadine König, Paulina Franz und Hannah Scharnagl. Im Kindergartenjahr 2021/2022 werden aktuell 62 Kinder in vier Gruppen betreut.

Ehrenamtlich und kreativ

Applaus gab es im Tillensaal, als Bürgermeister Klaus Meyer von einer ehrenamtlichen Arbeit der Bauhofleute erzählte: Michael Jaworeck und Markus Betzl hatten mit Unterstützung von Konrad Hart während des Urlaubs die Brücke unterhalb des Kindergartens erneuert. "Ich bin euch etwas schuldig", so Meyer in Richtung Jaworeck, worauf der Marktrat antwortete: "Das haben wir gerne gemacht." Auf Nachfrage von Meyer informierte Marktrat und Zimmerermeister Werner Bauer, dass der Gemeinde mit der Aktion rund 1500 Euro gespart wurden.

Auch die Kläranlagen-Mitarbeiter Reinhold Bauer und Thomas Scharnagl hätten der Gemeinde hohe Kosten nach dem Schaden in einem Kontrollschacht des Kanals in Ottengrün gespart: Bürgermeister Meyer zeigte dazu Bilder von dem Schacht, dessen Boden sich komplett aufgelöst hatte. Während eine Firma den Schacht wohl mit großem finanziellen Aufwand komplett erneuert hätte, überlegten sich die Gemeinde-Mitarbeiter eine andere Lösung: Sie bauten ein Spezialwerkzeug, mit dem die Reparatur des Schachtbodens unter "laufendem Betrieb" des Kanals, wie es hieß, erledigt werden konnte.

"Eine Katastrophe"

Beim Bericht über die laufenden Baumaßnahmen war Meyer gar nicht glücklich über den Baufortschritt an der Schule: "Es ist schlichtweg eine Katastrophe." Der Rathauschef zeigte Verständnis für Lieferschwierigkeiten und durch die Pandemie verursachte Einflüsse. "Aber es gäbe 1000 Möglichkeiten, um andere Arbeiten vorzuziehen."

Die Gemeinde könne nicht viel tun, so Meyer, der sich beim Gemeindetag in der Angelegenheit juristisch beraten lässt. "Und man möchte ja auch nicht immer gleich streiten." Erfreulich sei dagegen der Baufortschritt beim Raiffeisenareal; die Baustelle werde in nächster Zeit winterfest sein.

Bad Neualbenreuth
Nadine König, Leiterin Manuela Gatter, Paulina Franz, Hannah Scharnagl und Bürgermeister Klaus Meyer (von links), der den neuen Mitarbeiterinnen im Kinderhaus einen guten Start wünschte.

 

 

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