13.12.2019 - 19:16 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Innenminister Joachim Herrmann überreicht Urkunde zum Bäderstatus

Landrat Wolfgang Lippert brachte es auf den Punkt: "Dieser Freitag, der 13. ist ein Glücksfreitag für die Region." Innenminister Joachim Herrmann überreichte persönlich die Urkunde zur Ernennung der Marktgemeinde zum Bad.

Mit selbstgemachten Leckereien und hochprozentigem bedankte sich der Bürgermeister von Bad Neualbenreuth, Klaus Meyer bei Innenminister Joachim Herrmann, der ihm am freitag, den 13. die Ernennungsurkunde überreicht hatte..
von Norbert Grüner Kontakt Profil

"Bad Neualbenreuth" geht Bürgermeister Klaus Meyer schon perfekt über die Lippen, so als hätte der Ort diesen Zusatz schon immer gehabt. Mit dem weiteren Zusatz "am Mittelpunkt Europas" spielte er alle Trümpfe seiner Gemeinde auf einmal aus, als er die überschaubare Runde aus Mitstreitern, Helfern, Unterstützern und Verantwortlichen begrüßte. Am 13. November habe er den Anruf aus dem Innenministerium erhalten, dass sich die Gemeinde ab sofort mit dem Zusatz "Bad" titulieren dürfe, verriet Meyer.

Alle sind Bad

Neben Minister Herrmann waren der Bezirkstagsvize Lothar Höher, der Landrat und die Bürgermeister der Nachbargemeinden Tirschenreuth, Waldsassen und Mitterteich angereist. Letzteren gab er mit auf den Weg: "Wir alle sind Bad geworden." Seinem Marktrat dankte Meyer dafür, dass er die notwendigen Maßnahmen stets einstimmig absegnet habe. Beim Innenminister bedankte er sich mit selbst gebackenen Plätzchen, Marmelade und einem edlen Hochprozentigen.

Hermann betonte, dass er gerne gekommen sei. Er müsse allerdings schon gestehen, "wenn MdL Tobias Reiß nicht so nachdrücklich insistiert hätte, wäre ich nicht automatisch auf die Idee gekommen, die Urkunde persönlich zu übergeben." Allerdings sei seine Anwesenheit schon angemessen, weil der Titel "Bad" eine hohe Wichtigkeit für die Region darstelle. Hermann erinnerte sich an den anwesenden Altbürgermeister Albert Köstler, der sich schon in der Vergangenheit immer wieder mit Nachdruck für das Prädikat stark gemacht habe. Seinen immensen Einsatz habe Klaus Meyer konsequent weiter- und zum Erfolg geführt. Die wesentlichen Voraussetzungen seien letztendlich mit dem Kurmittelhaus geschaffen worden. Neualbenreuth habe in die Verschönerung des Ortsbildes, die Erneuerung der Infrastruktur und in den Kurbetrieb investiert - auch mit Hilfe des Freistaates.

Seit 14 Jahren

"So ist Neualbenreuth den hohen Ansprüchen eines staatlich anerkanntes Heilbades in jeder Hinsicht gerecht geworden." Zum ersten Mal seit 14 Jahren sei in Bayern wieder ein Ort zum Kurbad erhoben worden. Der Freistaat habe 2056 Gemeinden, nur 21 von ihnen seien Bäder. Um Bad zu werden, müssten strenge Anforderungen erfüllt werden. Das habe auch mit dem Ruf von Bayern insgesamt zu tun. Das Sibyllenbad sei das Herzstück des Kurbetriebs, die radonhaltige Karolinenquelle und die kohlensäurehaltige Sibyllenquelle als Grundlagen für die Anwendungen quasi die wichtigsten Bodenschätze von Bad Neualbenreuth. Auch als naturnahes Heilbad könne man mit unberührter Natur- und Kulturlandschaft punkten.

Der Minister bescheinigte der ganzen Region ein großartiges Tourismuskonzept und lobte die interkommunale Zusammenarbeit. Er empfahl, sich in die Traditionen der Heilbäder Franzensbad und Marienbad mit einzuklinken, denn alle profitierten vom Heilwasservorkommen des Egerer Beckens. Ein Heilbad sei immer auch ein touristischer Leuchtturm für eine Region. Da könnten noch Potenziale ausgeschöpft werden, obwohl Neualbenreuth auf über 100 000 Übernachtungen und 27 604 Gäste in diesem Jahr zurückschauen könne.

Lothar Höher sprach von einem großen Tag für die Oberpfalz. Der Bezirk habe früher Sibyllenbad immer als eine Strukturmaßnahme im armen Grenzland verstanden. Heute sei das Heilbad Teil einer lebendigen Gemeinde in der Mitte Europas, ein Vorzeigeprojekt in der Boomregion Oberpfalz.

Aufsteigerregion

Landrat Wolfgang Lippert zeigte sich stolz, dass neben Bad Kötzing die Oberpfalz jetzt einen zweiten Ort mit Bäderstatus vorweisen kann und freute sich noch mehr, dass er im Landkreis liegt. Er betonte, dass der Landkreis zu den zehn Aufsteigerregionen der Bundesrepublik zähle. Die Erhebung zum "Bad" unterstreiche das. Künftig müsse man hier statt vom Bäderdreieck vom Bäderviereck sprechen.

Das begehrte Papier, das Neualbenreuth als Bad auszeichnet.
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