11.01.2021 - 15:32 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Josef Stoiber nahm in aller Stille Abschied

Am Sonntag, den 10. Januar, genau eine Woche nach seinem 72. Geburtstag, starb Josef Stoiber aus Bad Neualbenreuth nach jahrelanger schwerer Krankheit in einer Nürnberger Klinik.

Als „Oberjunggeselle“ ist Josef Stoiber bekannt geworden.
von Autor FSCProfil

Josef Stoiber ist vielen älteren Landkreisbewohnern besser als der "Stoiber-Peppi", der Oberjunggeselle, bekannt gewesen. In den 1980/90er Jahren hatten der Oberjunggeselle und seine Mitstreiter in Neualbenreuth, Waldsassen und Tirschenreuth jedes Jahr zum "Herzerlball" in die jeweiligen Säle geladen und es waren immer Hunderte gekommen. Begonnen hatte alles im Jugendheimsaal in Neualbenreuth, der sich bald als zu klein erwies, so dass die Junggesellen in die Städtische Turnhalle in Waldsassen zogen und nachdem auch dort die Räumlichkeit dem Ansturm von "Herzerln" nicht mehr standhielt, den größten Saal im Landkreis, den Kettelerhaus-Saal" belegten. Die Zahl der für die Unterhaltung sorgenden Musikkapellen, Tanzorchester und Musikgruppen ist legendär und heute nicht mehr festzulegen.

In ihrem Tatendrang organisierten die Junggesellen dann noch ein "Herzelfest" im Sommer. In einem Bierzelt auf dem Anger in Neualbenreuth gastierten dann im Laufe der Jahre namhafte und schon berühmte Künstler und Musiker vor Hunderten von Zuhörerinnen und Zuhörern. So seien nur die damals noch blutjunge "Stephanie Hertel", das Duo "Gitte und Erika", die Blaskapelle "Gloria", die "Kaiserlich-böhmische Blasmusik" und nicht zuletzt die "Spider-Murphy-Gang" genannt, die im heutigen Kurort ihre Visitenkarte abgaben und mit ihrenen Auftritten in der gesamten Region viele Fans gewannen.

Eine ganze Reihe anderer Veranstaltungen, wie das Grenzfest kurz vor dem Fall des Schlagbaums an der Zollstraße, viele Aprilscherze und das Engagement der Junggesellen bei allen Gemeindefesten sollen nicht unerwähnt bleiben.

Das alles unter der Regie des Oberjunggesellen, der schließlich im Jahre 2004 doch in den Ehestand trat und damit seinen "Titel" abgab. Danach klangen die Aktivitäten langsam ab und es wurde still um den "Stoiber-Peppi" bis er krankheitshalber alle öffentlichen Aufgaben (er war auch einige Jahre Vorsitzender des VdK-Ortsverbands) abgab.

Ein Mann der nie viel Aufhebens um seine Person machte, sich in die Gemeinschaft und das Miteinander einfügen konnte, nahm nun in aller Stille Abschied.

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