15.10.2020 - 11:28 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Pandemie verhagelt die Zwischenbilanz im Sibyllenbad

58 Prozent weniger Gäste. Gleichzeitig mehr Aufwand für einen sicheren Betrieb in Zeiten hoher Infektionsgefahr. Doch Werkleiter Gerhard Geiger darf sich aber über den Rückhalt des Zweckverbands in schwierigen Zeiten freuen.

Die Schließung des Kurmittelhauses (im Bild das leere Becken) wirkt sich auf das Betriebsergebnis 2020 aus.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Bei der zweiten Sitzung des Zweckverbands Sibyllenbad in diesem Haushaltsjahr im Landratsamt Tirschenreuth stand neben der Verabschiedung des Haushalts 2020 der Bericht der Werkleitung im Zentrum des Interesses der Mitglieder.

Erstmals in seinen 14 Jahren an der Spitze des Sibyllenbadteams hatte Werkleiter Gerhard Geiger den Halbjahresbericht um die Monate Juli und August ergänzt. Damit lasse sich ein treffenderes Bild der wirtschaftlichen Lage des einzigen Kurbades der nördlichen Oberpfalz skizzieren.

"Nachhaltige Auswirkungen auf sämtliche Zahlenwerte des Kalenderjahres" stellte der Diplomkaufmann in der Folge der durch Corona bedingten Schließung am 14. März fest. 13 Prozent mehr Gäste, acht Prozent mehr Anwendungen und 19 Prozent mehr Übernachtungen zeigt die Statistik noch Ende Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat.

58 Prozent weniger Gäste

Während der medizinische Bereich am 15. Juni mit zahlreichen Einschränkungen und Auflagen wieder einen Teilbetrieb aufnahm, folgten die Heilwasserbadelandschaft und der Saunabereich am 27. Juli. Die Sicherheit für Gäste und Mitarbeiter habe absolute Priorität. Deshalb sei das Angebot zunächst ohne Whirlpool, Dampfbad und ohne Badetempel erfolgen müssen.

Vor Corona wurden rund 800 Tagesgäste an der Kurallee begrüßt, aktuell sei es in etwa die Hälfte. "Dass wir wieder präsent sind, lassen wir uns einiges kosten", so Geiger in seinem Vortrag. Die Bilanz per Ende August weist laut Geiger einen Rückgang der Gästezahl für 2020 um 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus – bei gleichzeitig höheren Personal- und Sachkosten.

Operativer Betriebsverlust

Zum 30. Juni beläuft sich der operative Betriebsverlust auf 1.467.000 Euro – 49 Prozent schlechter als im Vorjahr – und zum 30. August auf 2.074.000 Euro (minus 54 Prozent als 2019).

Sukzessive und mit kleinen Schritten nähere sich Sibyllenbad wieder dem Umfeld vor März 2020. Whirlpool und Massagedüsen seien wieder in Betrieb, ebenso der Trinkbrunnen im Untergeschoss. Besonders schmerzlich sei laut Geiger das weiter bestehende Betriebsverbot für Dampfbäder und damit auch den Badetempel.

Gute Nachfrage erfahren aktuell wieder die Präventionsangebote des Kurmittelhauses auf den Gebieten Entspannung und Bewegung die meist mit einem einwöchigen Aufenthalt im Stiftland verbunden sind. Im Herbst wirkten sich die ergänzenden Angebote der Gemeinde Bad Neualbenreuth aus, etwa in den Bereichen Wandern und Waldbaden.

Reservierungsmöglichkeit

Um Eintrittssicherheit für die Gäste zu gewähren bietet Sibyllenbad die Möglichkeit der Reservierung von Tageskarten für die Badelandschaft oder den Bade- und Saunabereich per Mail oder Telefon.

Die von der Staatsregierung vorgegebene maximale Anzahl der gleichzeitig anwesenden Gäste sei bisher kein Hemmnis gewesen. Dies sei aber für die bevorstehenden kälteren Monate durchaus Thema, prognostiziert der Sibyllenbad-Chef.

Verbandsvorsitzender Franz Löffler nannte es "unabdingbar", den Mitarbeitern und Gästen im Sibyllenbad Sicherheit zu geben. "Respekt, dass Sie das so umsetzen", so der Bezirkstagspräsident in Richtung Werkleiter Geiger und sein Team im Hinblick auf das Hygienekonzept und die aktuelle Ausrichtung. Auch die Badegäste akzeptierten dies. Die Stimmung sei zwar nicht euphorisch aber gut. "Die Leute sind froh, dass sie wieder kommen können."

Von "bewegenden Zeiten für uns alle" sprach Landrat Roland Grillmeier und nannte die aktuelle Entwicklung bei den Infektionszahlen im Landkreis besorgniserregend. Es sei aber auch notwendig, das erlaubte Angebot im Sibyllenbad aufrecht zu erhalten. Grillmeier dankte dem Bezirk und dem Zweckverband für das Zusammenstehen und das Miteinander sowie den Mitarbeitern.

Bürgermeister Klaus Meyer, Bad Neualbenreuth, wusste von der Dankbarkeit der Menschen, dass sie die Möglichkeiten im Kurmittelhaus nutzen dürfen. "Sibyllenbad ist wertvoll für ihre Gesundheit und für ihr Wohlbefinden."

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