13.09.2020 - 11:43 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Auf sauberem Pflaster zum Grenzlandturm

Umfangreiche Sanierungs- und Renovierungsarbeiten in diesem Jahr haben das Wahrzeichen am Ortsrand von Bad Neualbenreuth aufgewertet. Die Aktionen sind jetzt, abgesehen von kleineren Restarbeiten, weitgehend beendet.

Arge-Vorsitzender Arthur Sommer (links) und Turmstüberlwirt Emil Ristl freuen sich über viele Gäste am Grenzlandturm.
von Josef RosnerProfil

Neu gestaltet wurde vor allem der Zugang zum Turm und zum Turmstüberl. Der bisher lediglich provisorisch befestigte Zugangsweg wurde jetzt gepflastert, so dass die Gäste auf trockenem und festem Untergrund den Rundbau erreichen können. Weiter wurden verschiedene Verschönerungsmaßnahmen durchgeführt.

Wer ganz hinauf zum Turm will, braucht schon einige Puste: Schließlich müssen bis zu 82 Stufen bewältigt werden. Geöffnet hat der Grenzlandturm von April bis Ende Oktober, jeweils am Dienstag/Mittwoch von 14 bis 20 Uhr sowie Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr. Pächter des Turms und des Turmstüberls ist Emil Ristl, der sich mit viel Engagement und Leidenschaft um seine Gäste kümmert. Geöffnet hat das Turmstüberl zu den Öffnungszeiten des Turms.

Arthur Sommer freut sich, dass seit der Grenzöffnung vor 30 Jahren auch viele Touristen aus dem benachbarten Tschechien kommen und von dort aus in ihre Heimat blicken. Früher waren es vor allem die Vertriebenen und Flüchtlinge, die zum Turm kamen und in ihre ehemalige Heimat schauten.

Die Arbeiten am Turm begannen heuer am 10. Juli und sind bis auf Restarbeiten weitestgehend fertiggestellt. Neben den Pflasterarbeiten, die eine Fachfirma aus der Region ausführte, wurde als Zugang zum unteren Biergarten eine neue Betontreppe gesetzt. Früher gab es drei verschiedene Zugänge, die aber baufällig wurden, jetzt gibt es nur noch eine zentrale Treppe. Weiter wurde das Gelände dort eingeebnet und mit Rasen angesät. Durch die Neugestaltung sollen bessere Sitzmöglichkeiten entstehen. „Den Rasen will ich heuer schon noch mähen“, sagt Arthur Sommer.

Die Gesamtkosten für die Neugestaltung schätzt Sommer auf rund 25.000 Euro. Finanziert wird das Projekt mit einem Zuschuss der Ikom Stiftland in Höhe von 10.000 Euro, die schriftliche Zusage liegt schon vor, sowie mit Eigenmitteln der Arbeitsgemeinschaft. Ausgerechnet heuer, so Arthur Sommer, musste das traditionelle Turmfest am 9. August wegen Corona ausfallen.

Haupteinnahmequelle Turmfest

Das Turmfest ist die alljährliche Haupteinnahmequelle der Arbeitsgemeinschaft. „Aber wir haben in den vergangenen Jahren schon etwas angespart“, zerstreut Sommer die Bedenken. Im kommenden Jahr will die Arge wieder feiern. 2021 besteht der Grenzlandturm genau 60 Jahre, ein größeres Fest ist dazu aber nicht geplant.

Die Arbeiten in diesem Jahr wurden hauptsächlich an heimische Firmen vergeben, der Rest erfolgte in Eigenleistung. Arthur Sommer betont, dass er während der Umbauphase nahezu täglich auf der Baustelle war, ansonsten schaut er in der Woche zwei bis drei Mal nach dem Rechten.

Im kommenden Jahr stehen bei der Arge wieder Neuwahlen an. Dann müsste es eigentlich einen neuen Vorsitzenden geben, weil Sommer nicht mehr dem neuen Marktrat angehört. Sommer jedenfalls hat die Arbeit am Turm immer große Freude bereitet. „Schon seit 1985 fasziniert mich der Turm“, erinnert sich der gebürtige Kondrauer zurück, als es ihn in die Bädergemeinde verschlagen hat. 2004 wurde der Turm um die neue Gaststätte erweitert, die seitdem Gäste aus nah und fern einlädt.

Bis zu 15.000 Besucher jährlich

"Als die Grenzen noch zu waren, kamen jährlich bis zu 15.000 Besucher zum Grenzlandturm", erzählt Sommer: Zumeist wagten Vertriebene einen Blick in ihre ehemalige Heimat. Nach der Grenzöffnung wurde es etwas ruhiger. "Der Tiefpunkt war im Jahr 2014 mit gerade einmal 800 Besuchern." In den vergangenen Jahren wurde es laut Sommer wieder etwas besser – mit rund 2000 Besuchern jährlich.

"Ich habe immer noch die Hoffnung, dass die Menschen uns nicht im Stich lassen und weiter zum Turm kommen“, sagt Sommer. Mit von der Arge betreut wird auch der Pavillon in unmittelbarer Nähe des Grenzlandturms sowie der benachbarte Kinderspielplatz. Dort wurde gerade erst eine neue Wippe angeschafft, schon vor einiger Zeit war der Zaun erneuert worden.

Arthur Sommer ist glücklich über die Arbeitseinsätze seines engsten Kreises – wobei der harte Kern mit rund fünf Personen doch sehr überschaubar ist.

Zum Jahresrückblick der Arbeitsgemeinschaft 2019

Bad Neualbenreuth

Das Turmfest lockte zuletzt 2019 viele Gäste

Bad Neualbenreuth
Hintergrund:

Mehrere Organisationen in der Arbeitsgemeinschaft

Arthur Sommer ist seit 2012 Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Grenzlandturm und Gedenkstätten. Der frühere langjährige Gemeinderat baut in seiner Arbeitsgemeinschaft (Arge) auf die Unterstützung der sechs Organisationen und Mitglieder, bestehend aus der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bayern, OWV Bad Neualbenreuth, der Marktgemeinde, Egerer Landtag, Heimatverband Marienbad Stadt und Land, sowie Fremdenverkehrsverein Bad Neualbenreuth. Gegründet wurde die erste Arbeitsgemeinschaft 1961, die zweite wurde 1981 etabliert. Eingeweiht wurde der Grenzlandturm am 3.und 4. Juni 1961.

Im unteren Bereich des Turmgeländes gibt es einen provisorischen Biergarten.
Zum Biergarten führt eine neue Betontreppe. Die Fläche darum wurde eingeebnet und neu angesät.
Auch der Bereich rund um den Pavillon wurde neu hergerichtet. Dort ist das Modell des ehemaligen Tillenberg-Schutzhauses im kleineren Maßstab zu bewundern.
Der Weg zum Grenzlandturm wurde neu eingefasst und gepflastert. Jetzt können der Turm und das Turmstüberl trockenen Fußes erreicht werden.
Neu hergerichtet wurde die Wippe am benachbarten Kinderspielplatz.
Vom Kinderspielplatz aus gibt es einen herrlichen Blick über Bad Neualbenreuth und das Stiftland, ein Besuch lohnt sich.

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