29.03.2020 - 13:13 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Sibyllenbad ohne Gäste

Seit zwei Wochen hat auch das Sibyllenbad wegen der Coronakrise geschlossen. Die Verantwortlichen versuchen, das Beste aus der Situation zu machen: Sie haben die Jahresinspektion vorgezogen.

Die Badehalle ohne Gäste, ein Innenbecken ist zur Inspektion abgelassen: Die Sommerroutine im Sibyllenbad wird heuer vorgezogen.
von Externer BeitragProfil

Werkleiter Gerhard Geiger hatte sich laut einer Mitteilung des Sibyllenbads schon auf positive Schlagzeilen in den Medien gefreut. Wäre doch vor einigen Tagen bei der Tagung des Zwecksverbands der Jahresbericht 2019 der wesentliche Punkt auf der Tagesordnung gewesen. Dass die Versammlung entfallen musste, ist aktuell aber das geringere Problem.

Frühzeitig reagiert

Seit Samstag, 14. März, 12 Uhr ruht der öffentliche Betrieb des einzigen Kurbades der nördlichen Oberpfalz (wir berichteten). Einige Tage später trat ergänzend die Allgemeinverfügung der Staatsregierung in Kraft, die dann in ganz Bayern den Betrieb von Bädern und Saunen untersagte. "Gut, dass wir frühzeitig reagiert haben", sagt der Sibyllenbad-Chef im Rückblick. "Es gab weder unter den Gästen noch in der Belegschaft Verdachtsmomente zu Corona. Wenn wir damit im Kontext von fundierten Empfehlungen zur Verlangsamung der Pandemie beitragen konnten, war es absolut richtig."

Von der Entscheidung zur baldmöglichsten Schließung hatte Geiger am Freitagabend erfahren, 16 Stunden später konnte er Vollzug an den Verbandsvorsitzenden, Bezirkstagspräsident Franz Löffler, melden. Dass es so schnell ging, sei auch einem Notfallplan zu verdanken, den das Führungsteam des Sibyllenbads vorab erarbeitet hatte. Die Information der Gäste, Terminabsagen, das kontrollierte Runterfahren in der Bade- und Wellnesslandschaft sei generalstabsmäßig abgelaufen, mit vollem Einsatz des gesamten Teams. "Es war uns wichtig, mit den Patienten und Gästen persönlich am Telefon zu sprechen", sagt die Leiterin des Gästeservice, Angela Baumgartner. Es habe ausschließlich Verständnis gegeben. Neben Terminstornierungen und der Information von Kunden hatte auch die Verwaltung weiter zu tun. Personalarbeit, buchhalterische Prozesse und Termine laufen weiter und zahlreichen Gästen wird nun der Buchungspreis unbürokratisch zurücküberwiesen.

Kurzarbeit ab 1. April

"Wir haben leider nicht nur Stornos in der aktuellen Phase. Auch Präventionsgäste, die im Laufe des Jahres kommen wollten, müssen absagen. Denn ihre Arbeitgeber haben Zwangsurlaub angeordnet. Damit verbleiben keine individuellen Urlaubstage mehr in 2020 für einen Gesundheitsurlaub im Stiftland", berichtet Vertriebsleiterin Barbara Bannert mit deutlichen Sorgenfalten, auch was das zweite Halbjahr betrifft.

"Alle Planungen für das Kurmittelhaus 2020 sind nun obsolet", erklärt Geiger. Aber er sorgt sich auch um die zahlreichen touristischen Partner in der Marktgemeinde und im ganzen Stiftland, die vom Bad als touristischem Magneten für Gäste aus ganz Deutschland profitieren. Hotels, Pensionen und Gaststätten seien als Kleinbetriebe die besonderen wirtschaftlichen Verlierer der Pandemie. Gerade jetzt, wo die Tillenberg-Gemeinde durch den Titel als Heilbad viel positive Dynamik gespürt habe.

Für den Zeitraum ab 1. April hat das Sibyllenbad Kurzarbeit für das ganze Unternehmen bei der Agentur für Arbeit angemeldet, eine Dienstvereinbarung mit dem Personalrat ist geschlossen. Gleichwohl sind viele Mitarbeiter aktuell in der Bade- und Wellnesslandschaft aktiv. Die Jahresinspektion, eigentlich im Juli vorgesehen, wurde vorgezogen. Voller Einsatz also für das Team Technik, die Bademeister und den Leiter Wellness.

Auch zwei Fremdfirmen, die bei der geplanten Sanierung der Kombiblöcke im Technikkeller erforderlich sind, konnten vorzeitig ihre Arbeit im Sibyllenbad beginnen. Dabei würden natürlich die besonderen Bestimmungen zu Hygiene und Abständen eingehalten. Die Flexibilität vieler Akteure sei ein wichtiger Baustein, um die Beeinträchtigungen des Badebetriebes im Sommer deutlich zu verkürzen, so der Werkleiter. "Wir freuen uns, bald wieder für unsere Gäste da zu sein, wenngleich wir alle nicht wissen, wann das sein wird", zeigt sich der Diplomkaufmann optimistisch und auch realistisch. "Wir wollen, dass das Sibyllenbad so wie in den vergangenen 31 Jahren nur an einem Tag im Jahr geschlossen bleibt: an Heiligabend."

Bericht über die Schließung des Sibyllenbads:

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