30.06.2020 - 12:28 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

„Wandern in Bad Neualbenreuth“ soll eine Marke werden

Mit der Umsetzung eines Naturtouristischen Gesamtkonzeptes soll die Marktgemeinde Bad Neualbenreuth noch attraktiver werden. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei das Wandern ein.

Im Rahmen eines Naturtouristischen Gesamtkonzepts soll das Wandern besonders herausgestellt werden.
von Josef RosnerProfil

In der jüngsten Marktratssitzung nahm die Präsentation des Naturtouristischen Gesamtkonzepts breiten Raum ein. Vorgestellt wurde das Projekt von Tourist-Info-Leiterin Ursula Stingl und Projektleiter Michael Rückl. Den Förderbescheid hatte die Marktgemeinde im April erhalten. Das Projekt kostet 195 000 Euro, durch die Zuschüsse liegt der Eigenanteil bei 40 000 Euro. Der Gemeinde sei der Höchstfördersatz von 80 Prozent gewährt worden, wie es hieß. Bürgermeister Klaus Meyer sprach mit Blick auf das Projekt von einer "einmaligen Chance". Umgesetzt werden soll es in den kommenden zwei Jahren.

Michael Rückl und Ursula Stingl informierten mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation über die Einzelheiten. Im Mittelpunkt des Konzeptes soll "Wandern in Bad Neualbenreuth" stehen - quasi als Marke. Ziel sei es, mit Wegepaten, dem Bauhof und Projektleiter Michael Rückl die Wanderwege nach den neuesten Standards des Deutschen Wandervereins auszurichten. Dazu soll die Marktgemeinde in zwölf Wandergebiete aufgeteilt werden. Für jedes dieser Gebiete soll es einen Wanderpaten geben.

Hier gibt's weitere Bericht über den Marktgemeinderat Neualbenreuth:

Neues Online-Portal

Neu geschaffen werden sollen Markierungszeichen für Geschichts- und Sagenwanderwege sowie für Rundwanderwege. Vorgesehen sind eine fundierte Richtungsbeschilderung und Infotafeln zu geschichtlichen Zusammenhängen. Alle Daten sollen auch digital aufbereitet werden. So soll ein eigenes Online-Wanderportal geschaffen werden. Eine mobile Nutzung soll ebenso möglich sein wie der Ausdruck auf Papier. Wert legen die Verantwortlichen auch auf die Mehrsprachigkeit. Am Ende sollen in einem 200 Kilometer langen Netz von Wegen rund 400 Markierungspfosten, etwa 800 Richtungsbeschilderungen und circa 4800 Markierungszeichen zu finden sein.

Ursula Stingl betonte, dass mit der Umsetzung des Konzeptes die Schaffung, der Ausbau und die Weiterentwicklung von umwelt- und klimaverträglichen Naturerlebnis- und Naturtourismusangeboten erreicht werden soll. Alle bestehenden Wanderangebote sollen überarbeitet und erneuert werden. An markanten Punkten sollen Infotafeln ergänzt werden, geplant ist auch die Aktualisierung von Wanderkarten und Wanderwegtafeln. Auch weitere Rast- und Ruheplätze sollen eingerichtet werden. Ein weiteres Ziel sei die Errichtung von Waldgesundheitsplätzen und von Entspannungspfaden. Entlang der Wanderrouten sollen insgesamt 22 Wandertafeln, 50 Infotafeln und 25 Ruheplätze geschaffen werden.

Im Sibyllenbad beginnt bald wieder der Badebetrieb:

Bad Neualbenreuth

Diese neuen Angebote sollen zu Entschleunigung, Stressbewältigung und Burnout-Prävention beitragen. Erreicht werden soll dies auch mit geführten Touren und anderen Outdoor-Aktivitäten. Ermöglichen wolle man den Menschen dadurch unter anderem das aktive Wahrnehmen der Natur oder Erlebnisse in der Gemeinschaft. Dazu verwies Ursula Stingl auf diverse Vermarktungsmöglichkeiten, darunter die Schaffung spezieller Pauschalangebote. Wichtig nannte die Touristinfo-Leiterin in diesem Zusammenhang die Kooperation mit dem Sibyllenbad und den Gastgebern, die Einbindung der Bäderbahn, das Angebot einer Kinderbetreuung sowie die Nutzung verschiedener Netzwerke. In jedem Fall solle mit dem Projekt die Qualität der Wanderwege verbessert werden, ausgerichtet stets nach den Bedürfnissen der Wanderer.

Suche nach Wegepaten

Gesucht werden jetzt Wegepaten - ehrenamtlich tätige Bürger, die sich um ein festgelegtes Wandergebiet kümmern. Diese sollen sich um die bestehende Beschilderung und auch deren künftige Verbesserung kümmern. Die Touristinfo werde die Wanderpaten während der Projektlaufzeit betreuen. Abschließend bat Stingl den Marktrat, das Projekt zum Laufen zu bringen. Im Gremium wiederum zeigte man sich sehr angetan von dem Konzept.

Im Blickpunkt:

Marktgemeinde übernimmt Wanderwegenetz

Über Jahrzehnte hinweg hat der Oberpfälzer Waldverein (OWV) die Wanderwege in der Marktgemeinde betreut. Weil dies aber nicht mehr möglich sei, hatte der Verein vor einiger Zeit die Marktgemeinde darum gebeten, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Bürgermeister Klaus Meyer zeigte in der jüngsten Sitzung Verständnis für die Situation des Vereins und dankte für die bisher geleistete Arbeit. Schon 2017 habe der OWV angekündigt, diese Arbeit auf Dauer nicht mehr leisten zu können. Der Grund sei der mangelnde Nachwuchs. Auch vor diesem Hintergrund sei die Idee zu einem Naturtouristischen Gesamtkonzept entstanden. Damit solle auch die Betreuung des Wegenetzes neu geregelt werden. "So gut können wir es aber wohl nicht machen", meinte der Bürgermeister mit Blick auf die Arbeit des OWV, die übrigens ausnahmslos ehrenamtlich erfolgt sei. Einstimmig beschloss der Marktrat im Anschluss, dass die Marktgemeinde die Wegebetreuung übernimmt. Zugestimmt wurde auch sechs vom OWV gefassten Beschlüssen zur Regelung der Übergabe.

Ursula Stingl von der Touristinfo mit einigen Unterlagen zum Naturtouristischen Gesamtkonzept.
Im Rahmen eines Naturtouristischen Gesamtkonzepts soll das Wandern besonders herausgestellt werden.
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