07.04.2019 - 12:17 Uhr
BärnauOberpfalz

Anti-Aging-Diät mit Suchtpotential

Intervallfasten aus Überzeugung: Klaudia Kormann nahm 30 Kilo ab, weil sie an zwei Tagen pro Woche nur 500 Kalorien zu sich nahm. Und noch immer gestaltet sie ihre Ernährung nach dem "6:1-Modell".

Klaudia Kormann erklärt die "5:2-Diät".
von Redaktion ONETZProfil

An diesem Abend ging es ums Abnehmen: Rappelvoll war das Jugendheim Bärnau, als Heilpraktikerin Klaudia Kormann aus Falkenberg das "Intervallfasten" vor 70 Interessierten vorstellte. Sogar einige Männer fanden sich im Publikum. Zu dem Vortragsabend hatte der Pfarrgemeinderat eingeladen. Kormann selbst hat dadurch 30 Kilo abgenommen, erzählte sie. Nicht etwa, weil sie auf spezielle Nahrungsmittel verzichtet hat oder sich sechs Wochen lang nur von Suppe ernährte - sie fastete nach der "5:2-Diät": Fünf Tage "Freiheit", zwei Tage "Durchhalten", wie es die Heilpraktikerin beschreibt. An fünf Tagen pro Woche wird "normal" und ohne Beschränkungen gegessen, an zwei Tagen pro Woche wird gefastet. An diesen Tagen nehmen Frauen insgesamt je 500, Männer 600 Kalorien zu sich.

Um den positiven Effekt, weiß die Expertin aus erster Hand. Sie mache die "5:2-Diät" schon seit drei Jahren, mittlerweile jedoch in einer abgespeckten Form, der "6:1-Diät". Sie isst also an sechs Tagen "normal", an einem Tag fastet sie. Und hält ihr Gewicht. Mittlerweile sei das Essen in Intervallen fester Bestandteil in ihrem Leben und sie möchte es nicht mehr missen. Die Falkenbergerin habe nicht nur abgenommen, auch ihre Beziehung zu Lebensmitteln habe sich geändert. Kormann lege nun sehr viel Wert darauf, was sie isst, nimmt mehr Gemüse zu sich. "Aber auch einen Windbeutel zwischendurch", sagt sie schmunzelnd. Auch lernte sie "richtigen" von "falschem" Hunger zu unterscheiden - denn oftmals habe der Körper einfach nur Durst statt Hunger. Deshalb ihr Tipp: "Zuerst etwas trinken, wenn sich der Heißhunger meldet."

Die Referentin stellte sich regelmäßig die Frage: "Warum habe ich gerade Hunger?" Oftmals gehe es nur darum, Stress abzubauen oder sich zu belohnen, erklärt sie. "Meine Tage, ich und mein Körper sind wertvoll", sagte sie - und deshalb sei sie auch immer gut vorbereitet, nimmt sich ihr Essen, das sie morgens kocht, mit in die Arbeit. Kormann ist so überzeugt vom "Intervallfasten" weil es nicht nur eine verjüngende Wirkung habe, auch lasse sich das Blutbild verbessern.

Vor den Zuhörern gestand die Heilpraktikerin auch, dass der Einstieg nicht leicht war und gab Tipps, wie schwere "Fastentage" zu bewältigen seien. "Schwarzer Kaffee hat mich gerettet", sagte sie. Neben der Naturheilkunde empfiehlt Kormann außerdem Bücher. Auch ihre liebsten Kochrezepte teilte sie mit dem Publikum.

"5:2" sei nur eine Form des Intervallfastens, die für Kormann aber am besten funktioniere. Es gebe noch "16:8" oder "20:4" - 16 beziehungsweise 20 Stunden fasten und in 8 bzw 4 Stunden seine Mahlzeiten zu sich nehmen - jeden Tag. Am Ende zähle allerdings das Durchhalten. Wer einmal begonnen habe, seine Essgewohnheiten umzustellen und beizubehalten, bleibe auch dabei, berichtete Kormann aus eigener Erfahrung. "Ich kann schon gar nicht mehr ohne Intervallfasten. Ich bin süchtig danach." Eine Anti-Aging-Diät mit Suchtpotential also. Die Referentin riet, sich vor dem Fasten beim Arzt untersuchen zu lassen. Das Modell sei nicht für jeden geeignet. Schwangere oder Personen, die unter starkem Stress stehen, sollten das Intervallfasten bleiben lassen.

Die Vortragsbesucher hatten am Ende jede Menge Fragen und machten schon während des Vortrags fleißig Notizen. Auch Organisator Markus Fichtner war begeistert. Er bedankte sich im Namen des Pfarrgemeinderats und der kirchlichen Verbände bei Klaudia Kormann und überreichte zum Dank ein kleines Präsent.

Die Referentin berichtet über ihre persönlichen Erfahrungen mit dem "Intervallfasten".
Das Publikum lauscht gespannt den Ausführungen der Heilpraktikerin.
Organisator Markus Fichtner bedankt sich bei der Referentin im Namen des Pfarrgemeinderats und der kirchlichen Verbände mit einem kleinen Präsent.
Hintergrund::

Die Referentin

Klaudia Kormann aus Falkenberg ist Musikschullehrerin an der Kreismusikschule Tirschenreuth. Seit 17 Jahren ist sie außerdem Heilpraktikerin. Als ihr im Dezember 2015 eine Kollegin von der „5:2-Diät“ erzählte, war auch ihr Interesse für das Intervallfasten geweckt. Im Januar 2016 beschloss sie, selbst damit zu starten und versprach: „Wenn ich auch 25 Kilogramm abnehme, lasse ich mir die Haare kurz schneiden.“ Nach drei Jahren ist Kormann 30 Kilogramm leichter und die Haare sind noch immer kurz. Mehr Infos zum Intervallfasten bei Klaudia Kormann, Telefon 09637/929 619.

Klaudia Kormann hat mit Hilfe des Intervallfastens 30 Kilo abgenommen. .

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