05.05.2022 - 13:51 Uhr
BärnauOberpfalz

Ausstellung im Knopfmuseum zeigt Köpfe aus Knöpfen

Künstlerin Anna-Margarete Jenkner ist seit Kindesalter fasziniert von Knöpfen. Dass sie mehr können als nur Kleidungstücke zieren, zeigt die Künstlerin mit ihren Arbeiten. Einige sind nun im Deutschen Knopfmuseum in Bärnau ausgestellt.

von Susanne Forster Kontakt Profil

Als Anna-Margarete Jenkner im Alter von drei Jahren zum ersten Mal in einer Knopfkiste kramt, ahnt sie wohl noch nicht, dass sie viele Jahre später Kunstwerke aus Knöpfen kreieren wird. Es vergeht viel Zeit, bis sie wieder vor einer Kiste voller Knöpfe steht und ihre Faszination wieder geweckt wird. Das passiert schließlich im Jahr 1993. Seither erschafft die Künstlerin, die aus Detmold in Nordrhein-Westfalen kommt, Bilder und Plastiken aus Knöpfen. Einige sind jetzt in der neuen Sonderausstellung im Deutschen Knopfmuseum zu sehen.

Die Sonderausstellung "K(n)öpfe - grenzenlos" wurde am Wochenende eröffnet. Museumsleiterin Andrea Bäuml verriet bei der Veranstaltung, dass Jenkner bereits 2019 Kontakt zu ihr aufgenommen habe, um sich für eine Ausstellung zu bewerben. In ihrem Schreiben habe Jenkner den Innenausstatter Mario Buatta zitiert, der einmal gesagt hat: "Knöpfe sind nicht einfach dazu da, einen Mantel zu schließen. Schöne Knöpfe sollte man einrahmen und an die Wand hängen."

Eigenes Atelier

So ist es auch bei der Künstlerin. Die 70-Jährige habe mittlerweile mehrere Hunderte Bilder und Plastiken aus Knöpfen kreiert, wie sie sagt. Dafür habe sie ein eigenes Atelier eingerichtet, wo sie sich zuerst neben ihrem Beruf als Lehrerin kreativ mit ihren Knöpfen ausgelebt habe. Für sie war es schon von Beginn an "mehr als ein Hobby". Auf mehr als 400 Ausstellungen habe sie ihre Werke bereits präsentiert, begonnen mit der ersten im Jahr 1997 in Osnabrück. Heuer reiste Jenkner mit einigen ihrer Bilder und Skulpturen schließlich auch in die Knopfstadt. Die Künstlerin erklärte den Vernissage-Gästen ihr Werk "Der Grenzüberschreiter", eine Stahlkonstruktion, die mit bunten, auf Draht aufgefädelten Knöpfen ummantelt ist. Rund 500 Knöpfe habe sie in diesem Exponat verarbeitet. Seine überdimensionierten Beine sollen darstellen, dass er Grenzen überschreiten könne. Ihn habe sie wegen der Nähe Bärnaus zur Landesgrenze mit in die Ausstellung gebracht, sagte sie bei der Vernissage.

Knopfstadt als Inspiration

Zu einer ihrer Arbeiten inspirierte sie das digitale Zeitalter. Die Menschen seien heutzutage nahezu gläsern, wenn sie an vielen Stellen ihre Daten preis geben, etwa beim Einkauf im Internet, so die Künstlerin. Es entstand "Der gläserne Mensch", ein Kopf aus transparenten Knöpfen. Neben Menschen thematisiere sie auch die Natur in ihren Werken. In Bärnau stellt sie unter anderem ein Bild aus, das einen Tsunami zeigt. "Der Knopfmacher" habe sie eigens für die Knopfstadt Bärnau angefertigt. Er besteht aus Perlmuttknöpfen, die in der früheren Knopfproduktion in Bärnau eine wichtige Rolle spielten. Die vielen Knöpfe, die sie für ihre Werke braucht, kaufe sie zum Beispiel bei Auflösungen von Kurzwarengeschäften günstig ein, erzählte die Künstlerin. Auch Ausschuss oder Knopfbestände alter Fabriken verwende sie für ihre Werke.

Zu der Vernissage waren unter anderem auch Lothar Fichtner als Vorsitzender des Verbandes der Knopfindustrie und Zweiter Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Deutschen Knopfmuseums Bärnau sowie Herbert Seitz, Vorsitzender des Verein zur Förderung des Deutschen Knopfmuseums Bärnau, gekommen. Musikalisch untermalt wurde die Eröffnungsfeier von Petra Frank und Gabi Mayerhöfer.

Hintergrund:

Zur Person Anna-Margarete Jenkner

  • 1951 in Detmold geboren (Nordrhein-Westfalen)
  • Studium der Textilgestaltung und Romanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • 1993 begann sie, mit Knöpfen in Kombination mit verschiedenen textilen und künstlerischen Techniken zu den Themen Mensch und Natur zu arbeiten
  • 1996 startete sie mit Einzel- und Gruppenausstellungen im Inland sowie im europäischen Ausland sowie ihre Teilnahme an regionalen und internationalen Wettbewerben
 
 

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