04.09.2018 - 13:44 Uhr
BärnauOberpfalz

Berühmtheiten neu entdeckt

In der 675-jährigen Stadtgeschichte Bärnaus gab es insbesondere sechs Persönlichkeiten, die sich um die Stadt in großem Maße verdient gemacht haben. Hintergründe zu den Bärnauer Prominenzen gibt es bei einer Ausstellung.

1858 wurde Dr. Ignatius von Senestrey von Papst Pius IX. zum Bischof von Regensburg ernannt. 48 Jahre stand der umstrittene, aber einflussreiche Oberpfälzer an der Spitze des Bistums.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Mit einer Ausstellung im Ackerbürgerhaus wird zum Bürgerfest am Wochenende den sechs Bärnauer Berühmtheiten Philipp Mühlmayer, Dr. Ignatius von Senestrey, Johann Müller, Dorothea Funk, Dr. Josef Fuchs und Ernst Kutzer besonders gedacht. Vorab gibt Festorganisator Alfred Wolf einen kleiner Überblick. Die Ausstellung über die berühmten Bärnauer ist während des dreitägigen Bürgerfests im Ackerbürgerhaus zu sehen.

  • Kirchenbauer Philipp Mühlmayer: Bereits Ende des 17. Jahrhundert lebte Philipp Mühlmayer. Der bedeutende Kirchenbaumeister stammt aus Bärnau und lebte von 1687 bis 1757. Noch als Geselle baute er die Pfarrkirche in Bärnau. Danach folgten Kirchen im gesamten Umland, wie Schwarzenbach, Hohenthan, Wondreb, Wernersreuth, Leonberg und Großkonreuth. Beim Kirchenbau in Marchaney arbeitete Mühlmayer zum ersten Mal mit Frater Jacob Philipp Muttone zusammen, dem großen Baumeister des Kloster Waldsassens - es entstand eine besondere Kooperation: Wenn Mühlmayer eine Kirche baute, dann Muttone den Pfarrhof und umgekehrt.
  • Bischof Dr. Ignatius von Senestrey: Als Sohn des Landgerichtsassessors Karl Georg Ignatius Senestrey und dessen Ehefrau Anna Maria kam Ignatius von Senestrey am 13. Juli 1818 in Bärnau auf die Welt. Bislang stand kein Bischof länger an der Spitze des Bistums Regensburg - Senestrey wirkte 48 Jahre lang in seiner eigenen Geburtsdiözese. Kaum ein zweiter Regensburger Bischof hinterließ in neuerer Zeit so viele Spuren in der Geschichte.
  • Knopfmacher Johann Müller: Zwar nicht in Bärnau geboren, aber um die Stadt verdient gemacht, hat sich der Knopfmacher Johann Müller. Im Juli 1895 begründet der gelernter Knopfmacher die Bärnauer Knopfindustrie. 1862 im mährischen Hosterlitz geboren, machte Müller in Wien die Meisterprüfung im Knopfdrechseler-Handwerk und ließ sich zunächst im Vogtländischen Adorf nieder, bevor er auf das gewerbefleißige Tachau und die arbeitswillige Bevölkerung jenseits der damals bayerisch-österreichischen Grenze aufmerksam wurde. So ließ sich der Knopfmacher in Bärnau nieder. Sein Betrieb gab den Impuls, so dass im Laufe der Jahre ein Perlmutterknopf-Betrieb nach dem anderen entstand. Nach dem Krieg zerstörten Inflation und die Wirtschaftskrise Müllers Knopf-Imperium. Er starb 1932 kurz nach seinem 70. Geburtstag.
  • Dorothea Funk: Am 15. Juli 1903 starb Dorothea Funk in München. Erst zwei Jahre später wurde sie auf den Bärnauer Friedhof überführt. Funk vermachte der Stadt eine Stiftung von über 100 000 Mark für die Errichtung eines Krankenhauses. Als besondere Ausnahme erhielt Bärnau die Genehmigung ein Krankenhaus zu errichten. Die Inflation 1923 ließ allerdings von der Stiftung fast nichts übrig.
  • Dr. med. Josef Fuchs: Unter den Ärzten der Stadt Bärnau sticht vor allem Josef Fuchs als Beispiel eines Landarztes hervor. Viele Anekdoten gibt es aus seiner Praxis zu erzählen. Der Arzt hatte Sinn für Kunst und Kultur, Musik und Schauspiel. Durch die feinsinnige Art seines Wesens war er sehr beliebt bei den Bärnauer Bürgern. Der am 25. Februar1902 in Eger geborene Arzt verstarb an seinem Geburtstag im Jahr 1975.
  • Komponist Ernst Kutzer: Der Thanhausener Komponist kam 1919, im Alter von einem Jahr, mit seinen Eltern in deren Heimat nach Thanhausen bei Bärnau. Kutzer wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in Amberg (heute Max-Reger-Gymnasium Amberg) studierte er, mit Unterbrechung wegen des Kriegsdienstes, Komposition bei Joseph Haas an der Münchener Musikhochschule. Bei Hermann Wolfgang von Waltershausen setzte er dort seine Ausbildung fort und legte 1949 sein Examen mit dem Hauptfach Katholische Kirchenmusik ab. Von 1945 bis 1980 war er im Schuldienst tätig: in Hohenthan bei Bärnau, Mitterteich, Stein bei Tirschenreuth und zuletzt als Rektor der Grundschule Bad Abbach. Der Oberpfalz blieb Ernst Kutzer dennoch treu. Bis 1954 leitete er den Kammermusikkreis Waldsassen, in Regensburg war er von 1980 bis 83 war er Dozent für Harmonielehre an der Kirchenmusikschule. Ernst Kutzer lebte seit 1966 in Pentling.

Portrait über Bischof Ignatius von Senestrey

Bärnau

Johann Müller begründet 1895 die Knopfindustrie in Bärnau, die zu einem Zentrum in ganz Deutschland wurde.

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