Bärnau
07.05.2024 - 12:31 Uhr
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Drei Partner wollen Goldene Straße gemeinsam als Kultur-Raum beleben

Eine Allianz aus drei Entwicklungs-Netzwerken ist beim Bundesprogramm "Aller.Land" dabei. Ihre Gemeinsamkeit: Die Goldene Straße. Was dahinter steckt und geplant ist, erklärt Alfred Wolf.

"Wir haben ein tolles Projekt an Land gezogen", freut sich Alfred Wolf, Geschäftsführer des Vereins Via Carolina - Goldene Straße. Von 52 Bewerbern aus Bayern ist der Verein, der sich für das Projekt mit drei Partnern zusammengeschlossen hat, unter den ausgewählten 11, die Teil des Bundesprogramms "Aller.Land" werden. Ziel des Programms ist es, Veränderungen in der Nähe anzustoßen sowie mit kulturellen, künstlerischen und kreativen Vorhaben das Zusammenleben im ländlichen Raum zu fördern. Außerdem sollen Bürger animiert werden, stärker an den Entscheidungen teilzunehmen, die sie betreffen. So könne die Demokratie vor Ort gestärkt werden, erklärte Wolf beim Treffen zum Start des Projekts.

Für die Bewerbung hat sich eine Allianz gefunden: der Zweckverband für Interkommunale Zusammenarbeit (Ikom) im Stiftland, die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Naturparkland Oberpfälzer Wald sowie die Regionalentwicklung Obere Vils-Ehenbach (AOVE). Insgesamt sind in den drei Verbänden 30 Kommunen mit über 90 000 Einwohnern zusammengeschlossen. Die Zusage, dass die Nordoberpfälzer dabei sind, erhielt die Gruppe Anfang November. Aus der Oberpfalz gab es insgesamt elf Bewerber, als zweiter kam das Netzwerk Vorderes Bayerisches Land zum Zug.

Als Antragsteller und Anker der drei Partner wurde der Bärnauer Verein Via Carolina gewählt. Als Gemeinsamkeit stand schnell die Goldene Straße fest: Sie definiert eine Entwicklungsachse, die über die Jahrhunderte kulturelle, soziale und wirtschaftliche Entwicklung ermöglichte. "Wir wollen unseren Lebensraum ,golden' gestalten", sagte Willi Perzl, der mit Wolf die Ausarbeitung der Bewerbung übernahm. Dabei soll auch die Verbotene Straße, die Händler meiden sollten, mit einbezogen werden. "Ich bin fest überzeugt, dass es in der Region hier enormes Potenzial gibt, das bisher brach liegt", stellte Wolf fest.

Zwei Phasen geplant

Wie Perzl berichtete, ist das Bundesprogramm in zwei Phasen gegliedert. In der ersten solle ein Konzept entwickelt werden, das bis Dezember fertig sein muss. "Eine sehr sportliche Aufgabe", sind sich die Sprecher der Initiative einig. Die Ausarbeitung wird nach ihren Angaben mit 40 000 Euro gefördert.

Nun sollen zunächst Projekte entwickelt werden, die nachhaltig Spuren in der Region hinterlassen. Wie Wolf berichtete, sollen die Bürger im Mittelpunkt stehen. Dazu wollen sich die Regionalentwickler weiter vernetzen. Es wird verstärkt der Austausch mit Kulturschaffenden, Ehrenamtlichen, der Wirtschaftsförderung sowie der Kommunalpolitik gesucht, um vorhandene Ressourcen zu optimieren und brachliegende Potenziale zu heben.

In Kulturwerkstätten und an Kreativorten der drei Partner soll zunächst jeweils ein Projekt erprobt werden, in dem das schöpferische Gestalten im Mittelpunkt steht und die Mitwirkenden sich gleichzeitig mit dem "Lebensraum Goldene Straße" befassen. Am Ende braucht es ein Konzept für ein Kulturvorhaben. Das könne laut Perzl eine Dorfgalerie, eine Kulturwerkstatt oder ein Kreativort sein. Es sollen Begegnungsräume für junge Leute, Senioren, Menschen mit Handicap, mit oder ohne Migrationshintergrund geschaffen werden.

Besonders wichtig sei bei diesem Projekt der Aspekt Bürgerengagement, stellte Alfred Wolf heraus. Nach der Einreichung des Konzepts im Dezember 2024 wird im zweiten Quartal 2025 dann eine Jury entscheiden, welche Konzepte realisiert werden. Von 96 Regionen werden zunächst bis zu 30 Regionen ausgewählt. Diese erhalten 1,5 Millionen Euro für die Umsetzung ihrer Konzeptes.

Vorhandenes nutzen

Perzl betonte: „Selbst wenn wir nicht in die zweite Phase kommen, können wir nur gewinnen. Auch wenn wir nur Ideen geboren haben, sind wir ein ganzes Stück näher zusammengerutscht.“ Zur Koordination bildete sich eine Steuerungsgruppe. Diese leitet Alfred Wolf. Mit dabei sind zudem jeweils Vertreter der Ikom Stiftland (Vorsitzender Bernd Sommer), der AVOE (Katja Stiegler) sowie des Naturparklandes (Robert Lindner) sowie des Amtes für Ländliche Entwicklung (Leiter Kurt Hillinger). Des Weiteren wurden Vertreter des Landratsamtes Neustadt/WN und Tirschenreuth (Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement) sowie Kulturschaffende aus allen drei Regionen berufen. „Wir sind auf ihre Orts-, Sach- und Menschenkenntnisse angewiesen“, machte Wolf klar und freute sich auf Anregungen.

Auch Demokratie ein Aspekt

Wie Katja Stiegler (AOVE) erklärte, sollte nun jedes Netzwerk für sich zunächst sammeln, was in der eigenen Region bereits vorhanden ist, wer sich am Projekt beteiligen könnte und was sich die Bürger wünschen.

Kurt Hillinger, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung, betonte, dass die nächsten Monate arbeitsintensiv werden. "Von knapp 100 Projekten in ganz Deutschland kommen nur 30 in die zweite Phase. Das wird nicht ganz einfach." Zudem verdeutlichte er, dass es im Bundesprogramm nicht nur um Kunst und Kultur gehe, sondern auch Demokratie ein wesentlicher Bestandteil sei.

Hintergrund:

Förderprogramm "Aller.Land"

  • Förderprogramm für Kultur, Beteiligung und Demokratie
  • Richtet sich an ländliche, insbesondere strukturschwache ländliche Regionen in ganz Deutschland
  • Ziel: Lokale Gemeinschaften durch beteiligungsorientierte Kulturvorhaben langfristig zu stärken
  • Mögliche Formate: Dorfresidenzen, Kulturnetzwerke, regionenübergreifende Festivals, Bürgerräte für Kultur, Kulturbüros
  • Läuft in zwei Phasen über einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren
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