14.02.2020 - 12:45 Uhr
BärnauOberpfalz

Erinnerung für ein „Nie mehr wieder“ wachhalten

Mit Bildern und Geschichten haben tschechische und deutsche Kunststudenten eine interessante Ausstellung geschaffen. Im Mittelpunkt steht Paulusbrunn.

Vernissage im Rathaus Obora/Thiergarten. Mit dabei ein Mix aus deutschen und tschechischen Besuchern, so funktioniert die grenzübergreifende Zusammenarbeit 30 Jahre nach der Grenzöffnung. Die Ausstellung ist wochentags bis 23. Februar geöffnet.
von Rainer ChristophProfil

Zur Vernissage einer Kunstausstellung mit historischem Hintergrund lud die kleine Gemeinde Obora/Thiergarten gleich nach der Grenze ein. Im Rathaussaal in Obora erlebten die Besucher eine eindrucksvolle Präsentation von Musik, Gedichten, Bildern, Zeichnungen und Fundstücken.

Dank kam von der Rektorin der Fachoberschule Weiden, Gabriele Dill, an die tschechischen Initiatoren der Ausstellung. Sie bestätigte, mit welcher Freude ihre Schüler hier ans Werk gingen. Die Besucher kamen aus Tachov, den umliegenden Orte und aus dem Landkreis Tirschenreuth. Den Verein Via Carolina - Goldene Straße vertrat Zweiter Vorsitzender Josef Rösch. Mit Hilfe des Deutsch-Tschechischen Fonds, der Stadt Bärnau und den Gemeinden Obora und Halze konnte das Projekt umgesetzt werden.

Die Bürgermeisterin von Obora, Dana Lesak-Müller, freute sich als Gastgeberin über die vielen Besucher und erinnerte daran, wie Kunststudenten der FOS/BOS Weiden und der Kunstschule Stribro 2019 mit ehemaligen Bewohnern der Gemeinde Paulusbrunn auf der Böttgerstraße unterwegs waren. Sie machten sich ein Bild von der ehemaligen Besiedlung.

Ausgehend von der noch bestehenden Böttgersäule und dem alten Friedhof von Paulusbrunn seien aus Erzählen, Besichtigen und Kunst ein gedanklicher Austausch und eine breite Palette künstlerischen Schaffens kreiert worden. „Das alles eröffnete einen emotionalen Zugang zu dem, was Paulusbrunn war und in der Erinnerung geblieben ist.“ Hermannsreith, Baderwinkel, Wittichsthal, Schanzhäuser, Vorder- und Hinterpaulusbrunn, Franzhäuser, Brentenloh und Paulushütte – alle diese Siedlungen der einst 1500 Einwohner starken Gemeinde seien zwischen 1945 und 1948 verschwunden. Durch das Kunstprojekt, so Bürgermeisterin Lesak-Müller, werde „Paulusbrunn“ zu einer Perle des grünen Bandes gemeinsam für die ehemaligen Bewohner und heutigen Anwohner der Gemeinden auf beiden Seiten der wieder verschwundenen Grenze.

Mit ihren kreativen Ideen und ihrem künstlerischen Schaffen hätten die Studenten einen wichtigen Edelstein im Erlebnisprojekt „Böttgerweg“ geschaffen.

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