Bärnau
15.03.2019 - 15:36 Uhr

Ein fulminanter Ausklang

Das Großereignis im vergangenen Jahr war die 675-Jahr-Feier. Die Leistungen der Vereine honoriert der Stadtrat einstimmig, mit insgesamt 40.00 Euro. Kritik gab es an der recht knappen Abrechnung des Festjahrs.

Viel geboten war im Festjahr "675 Jahre Stadtrechte Bärnau". Aus dem Marktspektaculum haben die Vereine schon 30.000 Euro erhalten. Jetzt gibt es für die Beteiligten nochmal 10.000 Euro. Bild: tr
Viel geboten war im Festjahr "675 Jahre Stadtrechte Bärnau". Aus dem Marktspektaculum haben die Vereine schon 30.000 Euro erhalten. Jetzt gibt es für die Beteiligten nochmal 10.000 Euro.

Bei der Sitzung am Donnerstag lag dem Gremium ein durchaus übersichtliches Zahlenwerk als Abschlussbericht des Jubiläums auf dem Tisch. Darin standen gerade mal die Gesamtausgaben im Festjahr von 171 000 Euro und Einnahmen von 102 500 Euro. Bereits eingerechnet sind 30 000 Euro aus dem Marktspektaculum, die an die Vereine weitergeleitet wurden.

Rest in Rücklagenfonds

Bleiben Mehrausgaben von rund 68 500 Euro. Bei den ausstehenden Posten will die Stadt noch ein paar offene Rechnungen sowie eine Spende von 10 000 Euro an die Vereine aufnehmen - und dann einen "Restbetrag" in einen Rücklagenfond aufnehmen. Schlüssig wurde diese Rechnung erst durch den Hinweis, dass eben ein Festbudget der Stadt in Höhe von 100 000 Euro existiere. Und diese Summe werde dann mit den Mehrausgaben belastet. Was übrig bleibt, kommt zur Rücklage und soll als Absicherung für künftige Stadtfeste verwendet werden.

Wunsch nach mehr Zahlen

Für Gottfried Beer (SPD) war der am Donnerstag vorgelegte Abschlussbericht etwas zu dürftig. "Ich hätte gerne eine detaillierte Aufstellung", bemängelte Beer. Festausschussleiter Christian Gleißner erläuterte, dass gerade im Festausschuss alles genau durchgegangen worden sei. Den ausführlichen Bericht hätte jeder Stadtrat bei ihm einsehen können, zudem hätte jede Fraktion ein Mitglied in den Ausschuss entsandt und wäre so auch eingebunden gewesen. Gottfried Beer verwies an der Stelle darauf, dass die Stadträte in dieser ehrenamtlichen Tätigkeit alle einer regulären Arbeit nachgehen müssten, und deshalb nicht immer zu den Bürozeiten ins Rathaus kommen könnten. Auch die Aufnahme ins Informationssystem kurz vor der Sitzung hielt der SPD-Mann für ungeeignet.

Fraktionen im Ausschuss

Alfred Wolf (JWG) holte weit aus und unterstrich den gemeinschaftlichen Einsatz für das erfolgreiche Festjahr. Und einhellig hätte der Festausschuss auch die Abrechnung und Empfehlung der Restsumme angeregt. "Jetzt fällt man dem Festausschuss in den Rücken", interpretierte Wolf die Anfrage des Sozialdemokraten, zumal jede Fraktion eine Vertrauensperson in den Ausschuss entsandt hatte. Und eben dieses Vertrauen müsste der Stadtrat auch in die Arbeit des Ausschusses haben. "Das finde ich nicht anständig", wandte sich der JWG-Vertreter an Gottfried Beer - und der sah in den Vorwurf eine rote Linie überschritten. "Unanständigkeit lasse ich mir nicht vorwerfen", ärgerte sich Beer.

"Die Vereine haben Außergewöhnliches geleistet", merkte auch 2. Bürgermeister Michael Schedl an und wollte ebenso dem Festausschuss vorbildliche Arbeit bescheinigen. Zum Vorwurf von Alfred Wolf musste Gottfried Beer erneut nachfassen, wertete er doch die Äußerung als Beleidigung. "Es wäre eine Beleidigung der Arbeit des Festausschusses, wenn wir diesen Beschluss nicht fassen", mischte sich Bürgermeister Alfred Stier ein. "Ich finde es unglaublich, mit Unanständigkeit vorzuwerfen", kommentierte Beer die Bemerkungen. "Ich habe kein einziges kritisches Wort über das Fest gesagt", stellte der SPD-Vertreter heraus. Keinesfalls wollte er auch die Arbeit des Festausschusses ankreiden, "nur weil ich mir erlaubt habe nachzufragen".

Nicht kritikfähig

Doch sei eben die Höhe der Summen für ihn Anlass, einmal genauer in die Zahlen zu schauen. Und die Stadträte hätten nach Ende des Festjahres halt mehr als drei Zahlen auf einem Blatt verdient. "Ich finde es unglaublich, beleidigt zu werden, nur weil man detaillierte Zahlen haben will!" Was Alfred Wolf für die Diskussion wenig hilfreich als "nicht kritikfähig" kommentierte.

Ein gutes Fest

Josef Hubmann (SPD) wollte etwas Schärfe aus der Diskussion nehmen: "Ich verstehe nicht, warum wir uns im Stadtrat zerfleischen!" Auch er verdeutlichte, dass jeder Stadtrat die Zahlen hätte einsehen können. Bilanz und die Zuwendungen für die Vereine brachte Hubmann auf einen einfachen Nenner: "Es war ein gutes Fest für uns". "Das ist es doch nicht wert", bedauerte der SPD-Rat die ausufernde Diskussion. Und auch Kurt Fischer (CFWG) wollte den Punkt nicht überdehnen. Er betonte sein Vertrauen in die Arbeit des Finanzausschusses. "Ich will gar nicht wissen, was jedes Glas Essiggurken gekostet hat", betonte Fischer.

Am Ende wurde dann einstimmig beschlossen, dass die Vereine, die am Bürgerfest beteiligt waren, eine Gesamtspende von 10 000 Euro bekommen. Gegen den zweiten Beschluss, den Restbetrag aus dem Festbudget in einen Rücklagenfonds einzuzahlen, stimmte nur Gottfried Beer.

 
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