23.07.2019 - 17:16 Uhr
BärnauOberpfalz

Gegen kompletten Denkmalschutz

In die Denkmalliste aufgenommen wurde das Schutzhaus Silberhütte bereits. Der Stadtrat Bärnau sprach sich dennoch mehrheitlich dagegen aus.

Im Schutzhaus Silberhütte soll das "1. Europäische Natur-Verständnis-Zentrum" entstehen. Eine Mehrheit im Stadtrat befürchtet durch die Einstufung als Baudenkmal Hindernisse.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

In die Denkmalliste aufgenommen wurde das Schutzhaus Silberhütte bereits. Der Stadtrat Bärnau sprach sich dennoch mehrheitlich dagegen aus. In der Juli-Sitzung nahmen die Stadträte die Gelegenheit zu einer Stellungnahme wahr. Mit 13 zu 4 Stimmen lehnte das Gremium die komplette Unterschutzstellung ab.

1933 wurde das Schutzhaus Silberhütte als Ausflugslokal vom Oberpfälzer Waldverein errichtet. Nachdem sich der Unterhalt des renovierungsbedürftigen Gebäudes für die Besitzer als immer schwieriger erwies, kaufte die Stadt Bärnau 2018 das Haus. Geplant ist, hier das "1. Europäische Natur-Verständnis-Zentrum" einzurichten.

Nach Bekanntwerden der Kaufpläne, die auch einen Abriss nicht ausschlossen, hatte eine Privatperson aus Flossenbürg die Denkmalüberprüfung auf den Weg gebracht. Die fiel positiv aus: "In der Oberpfalz präsentiert sich das erste auf deutschem Staatsgebiet grenznah errichtete Schutz- und Unterkunftshaus trotz der Umbauten in der 50er und 70er Jahren bis heute als anschauliches Zeugnis der aggressiven Gesinnung und Geisteshaltung in den Jahren vor und während des Dritten Reiches. Damit kommt dem Bau eine besondere Bedeutung als Zeugnis der Deutschen Geschichte in der erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zu." So heißt es in einer Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege.

Nach einem Vor-Ort-Termin im März hatte Bürgermeister Alfred Stier berichtet, dass die Behörde einen Rückbau der später entstandenen Nebengebäude nicht ausschließe. Die ursprüngliche Ausführung umfasste eineinhalb Stockwerke und ein Satteldach. Anbau und Aufstockung folgten später.

Der Stadtrat folgte mehrheitlich der Auffassung des Bürgermeisters, wonach das Schutzhaus Silberhütte nicht unter Denkmalschutz gestellt werden sollte. "Gerade im Hinblick auf mögliche bauliche Änderung für das 1. Europäische Natur-Verständnis-Zentrum", heißt es im Beschluss mit Verweis auf die "äußerst schwierige Bausubstanz - immer wieder angepasste Baumaterialien und Stilrichtungen". Der ursprüngliche Gastraum und die Türen sollten natürlich erhalten bleiben, die Türen eventuell an anderer Stelle eingebaut werden. Doch rechtfertigten diese beiden erhaltenswerten Punkte keine komplette Unterschutzstellung.

Gegen diesen Beschluss stimmten die drei SPD-Stadträte Josef Hubmann, Michael Wegener und Gottfried Beer sowie Rudolf Schmid (CFWG). Sie sahen in einer teilweisen Unterschutzstellung keinen Sinn. Aufgrund der geschichtlichen Bedeutung sei der Eintrag in die Denkmalliste bereits erfolgt. Außerdem sei die Frist für sachliche Ergänzungen der Stadt schon abgelaufen, verwies Gottfried Beer auf den Termin Mitte Juni.

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