25.04.2019 - 14:29 Uhr
BärnauOberpfalz

Grenzregion festigen, Initiativen stärken

Die CSU-Kreistagsfraktion will am Landratsamt Tirschenreuth eine grenzüberschreitende Koordinierungsstelle ins Leben rufen. Den Antrag stellen die Verantwortlichen im Bärnauer Rathaus vor.

Die CSU-Kreistagsfraktion möchte eine grenzüberschreitende Koordinierungsstelle am Landratsamt Tirschenreuth ins Leben rufen. Der Antrag zur Projektidee wird bei der nächsten Kreistagssitzung besprochen. Im Bild (von links): CSU-Kreisgeschäftsfüher Bernhard Söllner, CSU-Kreisfraktionsvorsitzender Toni Dutz, Ikom-Geschäftsführer Wolfgang Kaiser, Roland Grillmeier, Alfred Stier, Alfred Scheidler, Alfred Wolf als Schnittstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Bernd Sommer.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Aus Sicht der CSU-Kreistagsfraktion müssten Initiativen zum Zusammenleben und zur Festigung der grenzüberschreitenden Aktivität in den Regionen um Bärnau, Tachov, Pilsen, Waldsassen, Eger, dem Bezirk Karlsbad sowie der Marienbader Region verstärkt werden. „Die Zusammenschlüsse sind notwendig, die interkommunale Zusammenarbeit ist gefragt“, betonte CSU-Fraktionsvorsitzender Toni Dutz. Den Antrag für eine Koordinierungsstelle am Landratsamt für grenzüberschreitende Projekte stellte Dutz mit seinen CSU-Kollegen, Alfred Wolf als Schnittstelle für grenzüberschreitende Arbeit sowie Wolfgang Kaiser, Geschäftsführer der Ikom Stiftland, vor.

Weniger Hürden

Viele Kommunen, Organisationen und Vereine beidseits der Grenze pflegten Kontakte und setzten gemeinsam Projekte um. Die Ideen kämen allerdings nicht oder nur langsam voran, weil kein entsprechendes Personal vorhanden sei, um die Kontakte zu vertiefen oder Ansätze weiterzuentwickeln.

Die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Roland Grillmeier und Bernd Sommer formulierten den Antrag. „Wir haben zwar viele Fachleute, aber die Kommunen stoßen in ihrer Arbeit immer wieder auf Hürden. Das macht eine Koordinierungsstelle am Landratsamt nötig“, betonte Mitterteichs Bürgermeister Grillmeier. „Es gibt viele Bereiche zum Nachbessern, die man mit mehr Leben füllen könnte.“ Dabei soll die neue Stelle keine Konkurrenz zu bestehenden Aktivitäten des Regionalmanagement oder der Arbeitsgemeinschaft Euregio Egrensis sein.

„Die Kommunen machen viel, auf Landkreis-Ebene herrscht Funkstille“, ergänzte Waldsassens Bürgermeister Sommer. „Viele Stellen haben mit grenzüberschreitender Arbeit zu tun, aber sie reden nicht miteinander.“ Es werde höchste Zeit, diese Stelle ins Leben zu rufen. „Wir vergeben unheimlich viele Chancen.“ Die grenzüberschreitende Koordinierungsstelle sollte in den Bereichen Wirtschaft, ÖPNV, Tourismus, Rettungswesen, Bildung, Jugendarbeit, Wohnraumentwicklung, Kultur und der kommunalen Zusammenarbeit aktiv werden.

„Die Kommune allein kann da nicht agieren“, stellte Sommer fest. Als Koordinator wünscht sich das Gremium einen Brückenbauer und Macher, der in jedem Fall Deutsch und Tschechisch spricht und sich mit Herzblut für die grenzüberschreitende Arbeit einsetzt sowie in beiden Ländern gut vernetzt ist. In Pilsen und Tachov passiere ebenfalls viel, der Koordinator sei wichtig, um den tschechischen Nachbarn auf Augenhöhe zu begegnen, so Bärnaus Bürgermeister Alfred Stier. „Wir können eine schlagkräftige Region hinsichtlich Wirtschaft und Tourismus werden, wenn wir eine solche Stelle haben“, fügte stellvertretender Landrat Alfred Scheidler an.

Start noch in diesem Jahr

Die Antragsteller hoffen für das auf drei Jahre angesetzte Projekt auf finanzielle Unterstützung des Heimatministeriums sowie Mittel aus Landes- oder Bundes-Förderstellen. Selbst wenn es keine Fördermittel gebe, sei es das Projekt wert, dass es umgesetzt wird, erklärte Sommer. Alfred Wolf sieht zudem die Staatsregierung gefordert: „Die Zeit ist richtig, hier zu investieren.“

„Es ist nicht so, dass gar nichts passiert, aber es geht darum, die Bereiche besser zu verzahnen“, sagte Grillmeier. „In den nächsten zwei Monaten wollen wir Nägel mit Köpfen machen.“ Die CSU-Kreistagsfraktion wünscht sich, noch dieses Jahr mit dem Projekt zu starten. „Das ist keine parteipolitische Idee“, versicherte Grillmeier. Schon vor einigen Monaten habe es fraktionsübergreifend Gespräche über eine solche Stelle gegeben. „Wir schieben es jetzt an.“ In der nächsten Kreistagssitzung am 3. Mai wird über den Antrag der CSU weiter entschieden.

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