03.08.2020 - 11:45 Uhr
BärnauOberpfalz

Herzliche Begegnungen an der Heimatkirche

Zum 30.Jakobifest kamen die Teilnehmer vor kurzem nach Bruck am Hammer in Tschechien. Den Festgottesdienst gestalteten Geistliche aus beiden Ländern

Pfarrer Jaroslav Sasek (links) und Pater Klaus Kniffki gestalteten den Festgottesdienst.
von Externer BeitragProfil

Es hat wohl niemand daran geglaubt, dass es dieses Jahr, bedingt durch die Corona-Pandemie, ein Jakobifest in Bruck bei Plan geben würde. Nachdem aber die Reise nach Tschechien wieder möglich war, wurden die Planungen wieder aufgenommen. Pfarrer Jaroslav Sasek aus Plan erklärte sich bereit, einen Gottesdienst zu halten. Erik Mara, Bürgermeister aus Bruck, und sein Team kümmerten sich mit um die Organisation, schließlich stand in diesem Jahr auch ein kleines Jubiläum an: 30 Jahre Jakobifest mit Begegnung. Dies sollte auf keinen Fall einfach untergehen.

Beim 30.Jakobifest hatte Bürgermeister Erik Mara die Besucher nach dem Festgottesdienst zu einem Imbiss eingeladen.

16 Deutsche und sechs Tschechen kamen dann vor kurzem zum Gottesdienst nach Bruck. Für sie wurde natürlich auch ein Hygienestandart gewährleistet, mit Desinfektion und Mundschutz. Unter den Besuchern begrüßte Organisatorin Ingrid Leser auch Renata Sicha mit Tochter. Die Familie Sicha kümmert sich um die Kirche, öffnet das Gotteshaus für Interessierte oder organisiert Konzerte und Ausstellungen.

Geplant war in diesem Jahr eine Ausstellung über Maurus Fuchs, den Tirschenreuther Kirchenmaler. Diese Veranstaltung wird ins nächste Jahr verschoben.

Ingrid Leser organisierte eine Wanderung durch das verschwundene Dorf Paulusbrunn

Bärnau

Pfarrer Sasek und Pater Klaus Kniffki vom Steyler Missionshaus St. Peter in Tirschenreuth zelebrierten die Festmesse. Pater Kniffki ging in der Festpredigt auf die beiden Apostelbrüder Jakobus und Johannes ein, "die eigentlich soviel wie die erste Kirche waren". Margret Buchner und Ingrid Leser gingen in den Fürbitten auf die Probleme der Zeit ein. Unruhen auf der ganzen Welt, Hunger, Krieg und Terror würden die Politiker gerade in der Corona-Zeit besonders fordern. Die Messintention galt Annl Buchner, die am 1. April verstorben ist und eine der drei Initiatoren zur Erhaltung der Heimatkirche war. Nach dem Gottesdienst ging man zum Friedhof zum Totengedenken. Pater Kniffki segnete die Gräber im Gedenken an alle dort ruhenden Deutschen und Tschechen.

Im Gasthaus gab es dann die große Überraschung. Der Bürgermeister hatte zu einem Imbiss eingeladen. Jeder war auf Kaffee und Kuchen eingestellt. Aber aus Anlass des Jubiläums erwartete die Besucher ein reichhaltiges Büfett. Ganz nach Corona-Vorschrift wurden die Speisen serviert, darunter Schweinebraten oder "Karbanadln" (Fleischpflanzeln) sowie als Nachspeise Kolatschen und Kaffee. Die Gemeinde Brod überraschte Ingrid Leser mit einem Dankbrief für die Organisation, einem Buch mit Ansichten auf alten Postkarten und einem herrlichen Blumenstrauß. Ingrid Leser erinnerte an den Einsatz ihrer Mutter und von Annl Buchner, denn sie hätten 28 Jahre lang alles zusammengehalten und organisiert, sie sei ja nur "die Erbin" dieser Aufgabe. Für die deutsche Interessengemeinschaft ließ Ingrid Leser böhmische Kirwakouchn beim Bäcker in Bärnau backen. Auf dem Käsekuchen fand sich die Schokoladenaufschrift "30 let Sv. Jakub". Auf dem Mohnkuchen stand mit weißer Schokolade geschrieben: "30 Jahre Freundschaft". Für die Gemeindebücherei übergab Ingrid Leser noch zwei Märchenbücher, die alle einen grenzüberschreitenden Inhalt haben. Rainer Christoph hat diese Märchen in der Corona-Zeit erdacht für seine Enkel. Eine der Geschichten handelt vom Wassermann Vazlav, der seine Aufgabe in der Miesa versieht, und vom Wassermann Josef, der an der Waldnaab lebt. Eines Tages begegnen sich beide und tauschen ihren Wirkungsbereich. Der neue Bürgermeister ging zu jedem Gast und wechselte mit jedem ein paar Worte. Jeder spürte die Herzlichkeit.

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