12.10.2018 - 18:54 Uhr
BärnauOberpfalz

Eine Million für Hügel-Variante

Die Räte hantieren mit Bauklötzen: Treppenhaus weg, Hügel rein, in das Erdloch gucken. Ins Rathaus mitgebracht hat das Spielzeug Georg Zunner.

Architekt Georg Zunner stellt dem Bärnauer Stadtrat sein Baukasten-Modell für die Hügel-Variante zur Umgestaltung des Knopfmuseums vor.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Mit dem Modell stellt der Architekt die "Hügel-Variante" für das Knopfmuseum vor. In der September-Sitzung des Stadtrats stellte Architekt Georg Zunner mehrere Varianten für den Umbau und die Umfeldgestaltung des Knopfmuseums Bärnau vor. Weil der Archivraum im Dachgeschoss künftig für Veranstaltungen genutzt werden soll, muss ein zweiter Rettungsweg her. Schon in der vergangenen Sitzung war weder der Architekt noch das Gremium von der Treppen-Variante begeistert. "Egal wo der Kasten hinkommt, wir verbauen das Knopfmuseum", erläuterte Zunner. Diese Lösung mit dem externen Treppenhaus habe keinen Mehrwert, demonstriert Zunner nun in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend anhand des geforderten Modells.

Silhouette ungestört

Dieses funktioniert wie ein Baukasten. Die Bärnauer Stadträte können den Treppenhaus-Kasten selbst an das Gebäude stellen oder anstatt dessen die Variante mit dem Hügel bauen, die sie sich beim letzten Mal nur schwer vorstellen konnten. Durch das Modell zeigt der Architekt, dass diese Lösung die Sicht auf das Gebäude nicht versperrt. "Die Silhouette des Museums bleibt ungestört", sagte Zunner. "Die Kasten-Variante ist faktisch unmöglich. Die Treppe zerstört die Ansicht", ist er überzeugt. Das umgebaute Modell zeigt: Das Fenster aus dem zweiten Stock wird zum Notausgang umgebaut. Der Fluchtweg führt dann über eine Art "Brücke" auf den Erdwall, der etwa drei Meter hoch vor dem Knopfmuseum aufgeschüttet wird. Mit einer Stützmauer wird der Hügel vom Gebäude getrennt. Die Mauer steigt in ihrer Höhe stetig an - von 50 Zentimeter bis drei Meter - wie der Hügel, den Zunner gern als "Welle" bezeichnet, mit Blumenwiese und Bäumen. Zwischen Gebäude und Hügel entsteht so ein Innenhof. Unter dem Erdwall will der Architekt einen kleinen Kellersaal für Veranstaltungen installieren -kleiner als der Sitzungssaal im Rathaus.

Mit Platz für 40 Personen könnte dort etwa der Förderverein des Museums oder der Knopfverband Ausstellung planen, Schulen und Kindergärten Aktionen abhalten. "Er soll dem Museum eine Bereicherung geben", kommentiert der Planer seine Intention. Richtung Straße sei noch genügend Platz für Parkplätze oder eine Bushaltestelle. Während das Modell im Gremium herumgereicht und begutachtet wird, ergeben sich einige Fragen. Rudolf Schmidt (CFWG) wollte wissen, wie es im Winter mit dem Hügel-Fluchtweg aussieht. Könnte Glätte ein Problem werden? Da der Rettungsweg im Freien endet, denkt Zunner, dass sich der Hügel in dem Fall ähnlich wie ein Treppenhaus verhält: Der Ausgang müsse bei Veranstaltungen frei - geräumt - sein.

Kein "Blankoscheck"

Der Architekt sprach zudem bei der Regierung vor und legte sein Pläne dar. "Das Gespräch verlief nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten", sagt Bürgermeister Alfred Stier. Die Idee kam bei Denkmalschutz-Referent Raimund Karl nicht an. Die Planung war zu abstrakt. "Förderungen sind grundsätzlich möglich", sagt Zunner. Einen "Blankoscheck" für die Planungen hätten die Besucher nicht bekommen. Baurechtlich sieht Zunner keine Probleme. Mit dem Denkmalschutz müssen man sich abstimmen. Immerhin: Das Nutzungskonzept und die Barrierefreiheit gefallen Regierung und Denkmalamt. Hubert Häring (CFWG) fragt nach Kosten und Fördermitteln für die Hügel-Variante. "Reicht eine Million?" Fast. Sanierung, Auffrischung des Museums, Umgestaltung und Außenanlagen schlagen laut Planer mit rund 960 000 Euro zu Buche. Stier hält eine Million für realistisch.

Hinsichtlich der Förderung denkt Zunner an eine Kombination verschiedener Zuwendungen. 60 Prozent der Baukosten, ähnlich wie beim Städtebauförderprogramm, könnten als Zuschuss fließen. Die Treppenvarianten seien mit 503 000 und 540 000 Euro günstiger, böten aber keinen Mehrwert. Der Stadtrat beschloss, dass mit der Hügel-Variante weitergeplant werden soll. Bei einer Klausurtagung im Januar will das Gremium Details diskutieren. Bis dahin soll Zunner mit Regierung und Denkmalamt die Planung abklären.

Architekt Georg Zunner stellt dem Bärnauer Stadtrat sein Baukasten-Modell für die Hügel-Variante zur Umgestaltung des Knopfmuseums vor.
Architekt Georg Zunner erklärte anhand dieses variablen Setzkasten-Modells seine Idee von der Hügel-Variante.
Architekt Georg Zunner erklärte anhand dieses variablen Setzkasten-Modells seine Idee von der Hügel-Variante.
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Architekt Georg Zunner stellt dem Bärnauer Stadtrat sein Baukasten-Modell für die Hügel-Variante zur Umgestaltung des Knopfmuseums vor.
Architekt Georg Zunner stellt dem Bärnauer Stadtrat sein Baukasten-Modell für die Hügel-Variante zur Umgestaltung des Knopfmuseums vor.
Architekt Georg Zunner stellt dem Bärnauer Stadtrat sein Baukasten-Modell für die Hügel-Variante zur Umgestaltung des Knopfmuseums vor.
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