Das Ackerbürgerhaus am Marktplatz steht vor großen Veränderungen. Nach der Sanierung sollen die Vereine das Haus unter den Schlagwörtern Treffpunkt, Kreativräume, Heimatmuseum, Kulturhof und Mitmachbrauerei in Beschlag nehmen. Der Stadtrat genehmigte in seiner jüngsten Sitzung nach einer sehr ausführlichen Diskussion den entsprechenden Bauantrag der Initiative "Heimatunternehmen". Der Vorsitzende des Vereins "Ackerbürgerhaus Bärnau", Christian Schedl, verwies darauf, dass dies ein Modellprojekt sei. Ziel dieser Sanierung sei, dass zum einen ein Schandfleck verschwinde, zum anderen, dass dieses Haus mit Leben erfüllt werde. Die beiden Projektleiter Edgar Zwerenz und Katrin Roider verwiesen darauf, dass dieses seit Jahrzehnten leerstehende Haus denkmalgeschützt sei. Es habe schon mehrere Versuche gegeben, das Gebäude zu sanieren, die jedoch alle scheiterten.
Das Ackerbürgerhaus verkörpere einen großen Teil der Bärnauer Stadtgeschichte. Es sei eine wahre archäologische Fundgrube. Im August seien deshalb auch Lehrgrabungen geplant. Zwerenz verwies auf ein völlig neuartiges Nutzungskonzept: "Es soll ein ,Mitmachhaus' werden." Bürgerliches Engagement sei gefragt, eine Vermischung von Einheimischen und Gästen, von Jung und Alt sei das Ziel. Deshalb sollen eine Mitmachbrauerei, eine Zoiglstube, Kreativräume und ein Heimatmuseum, speziell auf die Stadt Bärnau zugeschnitten, entstehen. Im Dachgeschoss soll eine Kleinkunstbühne entstehen.
Architektin Katrin Roider sagte, dass der Verein ein vernünftiges Konzept erstellt habe. Die Bausubstanz des Ackerbürgerhauses sei relativ gut. Dennoch müsse einiges energetisch saniert werden, verwies die Sprecherin auf den Einbau einer Wandheizung. Auch im Bereich Brandschutz sei einiges zu tun. Das Haus soll barrierefrei zugänglich sein: "Ein absolutes Muss." Dafür ist ein außen angebauter Aufzug geplant. Der eingereichte Bauantrag sei mit dem Amt für Denkmalschutz abgestimmt, sagte Katrin Roider.
Stadtrat Hubert Häring begrüßte die Initiative des Vereins. Bürgermeister Alfred Stier bekannte: "Ich bin stolz auf den Verein, auf Christian Schedl, der Verantwortung übernommen hat." Hier werde etwas ganz Tolles geschaffen, das schon mehrmals bei der Regierung der Oberpfalz vorgestellt worden sei. "Es werden Genussscheine angeboten, die jeder kaufen kann, denn der finanzielle Aufwand wird enorm sein. Ich bin aber überzeugt, gemeinsam werden wir es schaffen", betonte Stier.
Projektleiter Zwerenz bezeichnete diese Genussscheine als innovative Form der Finanzierung. Es seien aber auch Eigenleistungen und Spenden nötig. Bürgermeister Alfred Stier zeigte sich fast schon euphorisch: "Es wird eine große Gemeinschaftsaufgabe, es wird funktionieren. Wann gibt es das erste Bier?", konnte er die Inbetriebnahme der Mitmachbrauerei kaum erwarten. Edgar Zwerenz informierte, dass bereits im Herbst dieses Jahres eine Brauanlage zur Verfügung stehen werde.
Katrin Roider verwies darauf, dass dieses Projekt ohne Städtebauförderung und ohne Hilfe der Kommune nicht umsetzbar sei. Die Kosten bezifferte sie auf rund 1,8 Millionen Euro. Nun werde ein Finanzierungskonzept erstellt. Der Bauantrag sei jetzt schon gestellt worden, "denn wir brauchen Planungssicherheit", so Roider. Alfred Stier abschließend: "Ich werde mich als Bürgermeister dafür einsetzen, die notwendigen Zuschüsse zu generieren."















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