21.10.2021 - 16:16 Uhr
BärnauOberpfalz

Neue Krippenräume in alter Turnhalle

Die Zeit drängt: Im Februar kommenden Jahres muss in Bärnau eine dritte Kinderkrippengruppe den Betrieb aufnehmen. Der Entwurf für eine Übergangslösung entstand binnen einer Woche.

Die Nebenräume der alten Turnhalle in Bärnau werden umgebaut und umfunktioniert, damit vorübergehend eine dritte Kinderkrippengruppe eröffnet werden kann.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Die Eröffnung einer dritten Krippengruppe im Kinderhaus „Unsere kleine Welt“ in Bärnau ist bereits beschlossene Sache, ebenso wie ein Erweiterungsbau. Allerdings verzögert sich die Realisierung nach wie vor, führte Bürgermeister Alfred Stier in der jüngsten Stadtratssitzung aus. Es hapert an der Baugenehmigung, zudem steht die konkrete Höhe der Förderung noch nicht fest.

Schnelle Lösung für 100 000 Euro

„Wir müssen eine Behelfslösung anstreben“, sagte Stier. „Wir haben einen riesigen Bedarf! Es muss schnell gehen.“ Der Betrieb soll im Februar 2022 starten, dafür seien sieben Krippenkinder angemeldet. Der Bürgermeister stellte folgenden Plan vor: In den Nebenräumen der alten Turnhalle soll vorübergehend die dritte Krippengruppe eingerichtet werden. „Ehrlich gesagt, hat uns das Landratsamt darauf gebracht“, erklärte der Bürgermeister.

Gemeinsam mit den Kinderhausleiterinnen Julia Ritter und Patricia Kreuzer, den beiden Krippengruppenleiterinnen Jasmin Häckl und Sophie Gleißner sowie Vertretern des Elternbeirats erarbeitete die Stadt einen Entwurf für den Umbau der bestehenden Räume. Aktuell befinden sich dort zwei Geräteräume, ein Umkleideraum, ein Putzraum und ein WC. Laut Verwaltung lassen sich die Räume mit relativ überschaubarem Aufwand und in kurzer Zeit für eine Krippengruppe umbauen. Der Bürgermeister schätzte den Kostenaufwand auf 100 000 Euro. Zwischen Außeneingang und Tür zur Turnhalle soll eine Garderobe entstehen. Die Nebenräume sollen komplett entkernt und räumlich neu eingeteilt werden. Wo derzeit die Umkleiden sowie der Putzraum sind, soll ein 32 Quadratmeter großer Gruppenraum entstehen. Vorgesehen ist auch ein kleines Büro, etwa für Elterngespräche. Wo sich die Toiletten befinden, soll künftig auch ein Wickelraum und das Personal-WC entstehen. Der Zugang erfolgt über den Gruppenraum. An diesen schließt sich eine Küche an. Der frühere Geräteraum soll in einen Lagerraum sowie einen separaten Ruhe- und Schlafraum aufgeteilt werden.

Laut Verwaltung sollen zwei Fenster in Türen umgewandelt sowie eine Tür neu eingebaut werden, um einen Zugang zum Innenhof zu ermöglichen. Auch der Parkplatz vor dem Gebäude soll saniert werden. „An der Turnhalle hätten wir in den nächsten Jahren eh was machen müssen, derweil können wir sie auch für eine Kinderkrippe aufpeppen“, sagte Alfred Stier. Allerdings gebe es für diese Übergangslösung keine Förderung.

Gebäude nicht nutzbar

Wie Stier informierte, sei angedacht gewesen, im kommenden Jahr einen externen Zugang für die Turnhalle zu bauen. Aktuell wird die alte Turnhalle nämlich neben dem Kinderhaus von verschiedenen Gruppen wie Aikido-Sportlern, Bogenschützen und Tänzern genutzt. Denkbar wäre ein kleiner Anbau mit Umkleide und Sanitäranlagen auf der Seite der Schulstraße mit direktem Zugang zur Halle.

Sowohl während der Bauphase, als auch nach Aufnahme des Krippenbetriebs kann es für Vereine zu Beeinträchtigungen bei der Nutzung der Halle kommen. Mit den Gruppen sei die Stadt in Kontakt, um am Belegungsplan für die große Turnhalle zu schrauben.

Marco Donhauser (JWG) merkte an: Selbst wenn es im kommenden Jahr einen externen Zugang zur Halle gäbe, hätten die Gruppen derweil keine Toilette zur Verfügung – zumindest bis der Anbau steht. „Da müssen wir doch was anbieten.“ Platz von den Krippenräumen zugunsten von Toiletten für externe Nutzer zu streichen, sei laut Verwaltung nicht möglich. „Wir haben keine Alternativen“, sagte Alfred Stier. „Der Fokus muss auf der Krippe liegen“, mahnte er. Dritter Bürgermeister Gottfried Beer (SPD) stimmte Donhauser zu. „Wenn wir doch darüber nachdenken, Container für die Gruppe aufzustellen?“, fragte Beer und verwies auf den Interimskindergarten in Tirschenreuth. Dagegen sträubte sich die Mehrheit der Stadträte.

„Die Vereine bringen wir doch anderweitig unter“, erklärte Kurt Fischer (BWG). Hubert Häring (CFWG) schlug vor, bisweilen ein WC-Häuschen oder einen WC-Wagen aufzustellen. Vereine könnten in die Mehrzweckhalle Thanhausen ausweichen, wenn der Belegungsplan in Turnhalle zu eng würde.

Das Landratsamt wurde über das Vorhaben informiert und ist grundsätzlich einverstanden. Konkrete Vorgaben werden im nächsten Schritt abgesprochen.

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Bärnau

„An der Turnhalle hätten wir in den nächsten Jahren eh was machen müssen, derweil können wir sie auch für eine Kinderkrippe aufpeppen.“

Bürgermeister Alfred Stier

 

 

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