18.02.2020 - 16:21 Uhr
BärnauOberpfalz

Neue Quellen sollen sprudeln

Da die Quellschüttungen in der Stadt Bärnau, Thanhausen und Hohenthan rückläufig sind, möchte die Stadt Bärnau neue Quellen erschließen. Auch eine bereits vorhandene Wasser-Verbindungsleitung soll zum Leben erweckt werden.

Im Naaber Wald rauscht der Bach nach dem ergiebigen Regen. Nun soll gemessen werden, ob aus den Bohrlöchern in dem Waldgebiet Naab Richtung Blockhütte, die in den 90er Jahren geschaffen wurden, genügend Wasser gefördert werden kann.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Großes Thema der Stadtratssitzung war die Wasserversorgung der Ortschaft. Dazu war Wasserwart Winfried Hecht anwesend. Er teilte mit, dass die Quellschüttungen seit 2016 um bis zu 50 Prozent zurückgegangen seien. So etwa am Steinberg. Dort gab es im Jahr 2016 noch 300 Kubikmeter Zulauf pro Tag. Am Jahresbeginn 2020 waren es nur noch 150 Kubikmeter Zulauf täglich. In Thanhausen gab es 2016 noch 111 Kubikmeter täglichen Zulauf, im Januar diesen Jahres war es nur noch die Hälfte, nämlich 55 Kubikmeter pro Tag. In Hohenthan waren es 2016 noch 164 Kubikmeter und 2020 dann 129 Kubikmeter pro Tag. Die Werte für Ellenfeld betragen 176 (2016) und 91 (2020), für Altglashütte 112 (2016) und 90 (2020).

Quellen erkunden

Christian Gleißner vom Bauamt teilte mit, dass es zwischen dem Jahr 1993 und 1995 Probebohrungen nach neuen Quellbereichen im Waldgebiet in Naab Richtung Blockhütte gab. Nun gibt es seitens der Stadt Überlegungen, diese "neuen Quellen" an das Wassernetz anzuschließen. Der Anschluss an die Wasserversorgung, so Hecht, sei zum damaligen Zeitpunkt nicht nötig gewesen, da etwa durch den Wegfall der Knopfindustrie in Bärnau auch der Wasserbedarf zurückgegangen sei. Nun "soll die Ergiebigkeit der damals erschlossenen Quellen neu gemessen werden", sagt Gleißner.

"Es wird gemessen, wie hoch der Wasserstand in den Bohrlöchern ist", so Wasserwart Hecht. Wenn der Stand in etwa gleich geblieben ist, sei es eine "gute Quelle". Würde die Messung einen ausreichenden Wasserstand ergeben, könnten die neuen Quellen in die Wasserversorgung integriert werden. Der Beschluss des Stadtrats, der angenommen wurde, lautet: "Bezüglich der Probebohrungen im Bereich Blockhütte wird eine qualifizierte Stelle beauftragt, die aktuelle Entnahmemenge überprüfen zu lassen." Laut Hecht lag die Entnahmemenge in den 1990er Jahren bei rund dreieinhalb Litern pro Sekunde. Und auch um die Wasserversorgung in Thanhausen und Hohenthan zu gewährleisten, sollen Maßnahmen getroffen werden. Dort soll die bereits vorhandene Verbindungsleitung mit der Wasserversorgung Altglashütte zusammengeschlossen werden, so der Beschluss. Er wurde angenommen.

Laut Hecht war die Leitung bisher "noch nicht in Benutzung". Nun werde die Verbindungsleitung zunächst instand gesetzt und dann aktiviert. Das sei, auch hinsichtlich der zunehmenden Trockenperioden, eine "Vorsichtsmaßnahme". Außerdem ist dem Neubau einer Lagerhalle im Gemeindeteil Grün zugestimmt worden. In der Halle sollen laut Bauamt landwirtschaftliche Produkte, Maschinen und Bodenbearbeitungsgeräte untergebracht werden.

Ebenfalls zur Sprache kam die Ladesäule für Elektrofahrzeuge am Marktplatz. Stadtrat Michael Wegener (SPD) merkte an, dass die Säule defekt sei. Stier antwortete, dass das Rathaus "nicht dafür verantwortlich" sei, da die Säule nicht im Besitz der Stadt sei. Christian Gleißner teilte mit, dass das Problem an die zuständige Firma gemeldet wurde. Eine Auskunft darüber, wann die Ladestation wieder funktionsfähig sei, konnte er nicht geben. Dass das Rathaus einen Aufzug bekommen soll, um barrierefrei zu werden, wurde bereits in der November-Sitzung besprochen. Am Donnerstag äußerte sich Stier erneut zu dem Thema. So sollen durch das Stadtplanungsbüro RSP aus Bayreuth weitere Entwürfe erarbeitet und in der März-Sitzung vorgestellt werden. Geschäftsführerin Marion Mark erklärte, dass momentan ausgetüftelt werde, wo am Rathaus der Aufzug angebracht werden könne, um von allen Stockwerken erreichbar zu sein.

Die Ladestation für Elektrofahrzeuge am unteren Bärnauer Marktplatz ist momentan defekt. Die Firma "N-Ergie", die für die Säule zuständig ist, soll das Problem beheben.

Defekte Ladestation

Es wird gemessen, wie hoch der Wasserstand in den Bohrlöchern ist.

Wasserwart Winfried Hecht

Wasserwart Winfried Hecht

Im Blickpunkt:

Sibyllenbadfahrt für Senioren

Seit Januar 2019 gibt es für die Senioren ab dem 65. Lebensjahr eine kostenfreie Fahrt zum Sibyllenbad. Dafür wird der Anrufbus "Baxi" eingesetzt. Das probeweise auf ein Jahr ausgelegte Angebot wird jetzt verlängert. Die Fahrtkosten hat dabei die Stadt Bärnau übernommen. Nun wurde beschlossen, die Baxi-Sibyllenbadfahrt weiterhin anzubieten. Die Stadt werde auch die Kosten für die Fahrt nach Bad Neualbenreuth übernehmen, sagte Bürgermeister Alfred Stier. Baxi-Fahrer Werner Fischer teilte in der Sitzung mit, dass es möglich sei, von Montag bis Freitag dreimal pro Tag eine Fahrt nach Bad Neualbenreuth zu buchen.

Baxi-Fahrerin Rosemarie Fischer gab auf Nachfrage die Abfahrtszeiten in Bärnau bekannt: von Montag bis Freitag jeweils um 9.50, 11.10 und 13.10 Uhr, vom Sybillenbad fährt das Baxi um 13.45, 16.20 und 20.20 Uhr zurück. Am Samstag und Sonntag ist die Abfahrtszeit in Bärnau um 14.30 Uhr, Abfahrt vom Sibyllenbad ist um 19.50 Uhr. Da noch weitere Haltestellen angefahren würden, könne es zu leichten Verzögerungen bei den Abfahrtszeiten kommen, so Fischer. Wer eine Baxi-Fahrt zum Sibyllenbad buchen möchte, kann sich einen Tag vorher unter 09635/9 242 370 anmelden. Alle anderen Fahrten, die nicht die Tour zum Sibyllenbad betreffen, können bei der Fahrtwunschzentrale unter 09631/7 929 899 angemeldet werden.

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