03.04.2020 - 15:32 Uhr
BärnauOberpfalz

Palmbüschel binden für die Ostertage

Am Palmsonntag wird nicht nur der Langschläfer aus der Familie als Palmesel gekürt. Eine Woche vor Ostern weiht der Pfarrer Palmbüschel und Speisen. Das muss in diesem Jahr zwar nicht ausfallen. Etwas ist dennoch anders, als sonst.

Pfarrer Konrad Amschl weiht am Freitagvormittag in der Stadtpfarrkirche Bärnau die Palmbüschel, Kreuzchen und Kränze. Mesner Werner Jobst (rechts) trägt das Weihwasser.
von Susanne Forster Kontakt Profil

In der Pfarreiengemeinschaft Bärnau-Hohenthan-Schwarzenbacherzählt Pfarrsekretärin Sieglinde Keim vom etwas anderen Palmbüschel-Basteln in diesem Jahr. In Bärnau kümmert sich schon lange der Oberpfälzer Waldverein um die Osterbasteleien. In diesem Jahr trafen sich die OWVler aber nicht alle gemeinsam in großer Runde, sondern einige der Mitglieder banden daheim jeder für sich die kleinen Sträuße. So hat es auch der Frauenbund in Hohenthan und der Pfarrgemeinderat in Schwarzenbach gehandhabt.

Kleine Kreuze und Kränze

Die Palmzweige für die OWV-Bastlerinnen lieferte Mesner Werner Jobst in Bärnau aus. In einem Karton verpackt stellte er die Ware vor den Haustüren ab. "Die Leute haben sich telefonisch abgesprochen", erklärt Sieglinde Keim den Ablauf in Hohenthan und Schwarzenbach. Gebastelt wurden in Bärnau etwa kleine Kreuze und Kränze aus Palmkätzchen und kleine Sträuße aus Palmzweigen. Die Basteleien sammelte Werner Jobst auch wieder ein, um sie in die Pfarrkirche zu bringen. Die Palmbüschel, Kränze und Kreuzchen wurden von Pfarrer Konrad Amschl in einer Messe ohne Besucher in allen drei Pfarreien geweiht. Seit Freitag liegen die geweihten Palmbüschel und in Bärnau auch die Kreuze und Kränze in den drei Pfarrkirchen aus und können gegen eine Spende mitgenommen werden.

Mitglieder des OWV Bärnau haben Sträuße aus Palmzweigen, kleine Kreuzchen und Kränze aus Palmkätzchen gebastelt.

In der Pfarrei Großkonreuthkonnten selbst gebundene Palmbuschen am Freitag in die Kirche gebracht werden. Die geweihten Sträuße können am Sonntag in der Kirche wieder abgeholt werden. In der Pfarrei Griesbachband der Frauenbund kleine Palmbüschel - nicht in einer Gruppe, sondern jede bei sich zu Hause, so Pfarrsekretärin Barbara Frankenberger. Die geweihten Palmbüschel können am Palmsonntag ab 10.30 Uhr in der Kirche am Seitenaltar abgeholt werden - es muss dafür nichts bezahlt werden.

Osterpeisen und Palmbüschel

Pfarrer Armin Maierhofer erklärt für die Pfarrei Mähring, dass selbst gebundene Palmbüschel am Samstag tagsüber in die Kirche gebracht werden können. Auch Osterspeisen wie etwa Brot, Fleisch, Salz oder Eier können für die Weihe in die Kirche gelegt werden. In einer nichtöffentlichen Messe weiht der Pfarrer die Palmzweige und die Speisen. Die können die Besitzer am Sonntag wieder aus der Kirche abholen.

In der Pfarreiengemeinschaft Beidl-Plößberg hat in diesem Jahr nicht wie üblich der Frauenbund das Binden der Palmbüschel übernommen. Die Pfarrangehörigen mussten in diesem Jahr in ihren privaten Räumlichkeiten selbst basteln. "Wer einen gesegneten Palmbuschen möchte, soll ihn bis Samstagabend in die Kirche legen", sagt Pfarrer Thomas Thiermann. "Am Sonntag in der Messe, die ohne Besucher stattfindet, werden die Palmbuschen gesegnet. Nach der Messe wird die Kirche aufgesperrt und die Sträuße können wieder abgeholt werden."

Die Palmenzweige zum Basteln wurden in Bärnau von Mesner Werner Jobst in Kisten geliefert und kontaktlos vor der Haustür abgestellt.
Im Blickpunkt:

Abstand einhalten

Für jede Pfarrkirche gilt: Bei der Abholung der Palmbüschel bitte die Abstandsregel zwischen Personen von mindestens 1,5 Meter einhalten. (sfo)

Hintergrund:

Das Palmbüschelbinden in Bärnau

"Dieses Jahr ist alles anders. Ein gemeinsames Palmbüschelbinden gab es nicht. Eine Tradition ist abgerissen", sagt die Bärnauer OWV-Vorsitzende Ingrid Leser. "Als Siegfried Wölfel als Stadtpfarrer nach Bärnau kam, führte er das Palmbüschelbinden und den Verkauf an die Bevölkerung ein. Vorher nahm jeder selbst ungeschmückte, nur zusammengebundene Palmzweige mit in die Kirche."

Die damalige Handarbeitslehrerin Brigitte Walter sei dann von Pfarrer Wölfel beauftragt worden, aus Krepppapier Blumen zu fertigen, um die Büschel zu schmücken. Zusammen mit dem Frauenbund wurden die ersten Palmbüschel mit Buchs und Papierblumen gefertigt. Um die Jugend an die österlichen Bräuche heranzuführen, übernahm der OWV vor mehr als 25 Jahren diese Arbeit.

Die Jugendlichen lernten das Papierblumen drehen und eine Woche vor dem Palmsonntag kam man zusammen, um die Büschel zu binden. "Der grüne Buchs in den Büscheln gilt als Zeichen der Hoffnung. Ihn spendeten die Leute, die genug davon im Garten hatten", erinnert sich Ingrid Leser.

Und auch die Kommunionkinder oder Firmlinge haben immer mal wieder beim Palmbüschelbinden geholfen, sagt die Bärnauerin. Für das gemeinsame Basteln im Untergeschoss des Pfarrheims schneidet Mesner Werner Jobst im Pfarrgarten die Palmzweige.

Im Laufe der Zeit wurde neben den klassischen Palmbüschel auch Neues kreiert, wie etwa Kreuzchen oder Kränze. (sfo)

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