13.09.2021 - 10:42 Uhr
BärnauOberpfalz

Pflaster und Asphalt für die Silberstraße

Bei den Zufahrten zum Bärnauer Marktplatz gibt es aktuell „Engpässe“. Und das wird so bleiben. Denn nach der Senestrey-Straße soll die Silberstraße saniert werden. Dann aber hat die Stadt gleich zwei attraktive „Eingangstore“.

Die Silberstraße hoch zum Marktplatz soll im kommenden Jahr neu gestaltet werden.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Ein leichter Schwenk ostwärts bei der Einmündung in die Bahnhofstraße, das gewohnte Pflaster, ein kleiner grüner Vorplatz an der Maria-Hilf-Kapelle und ein kleiner Platz im unteren Bereich kennzeichnen den Plan der neuen Silberstraße, den Architekt Klaus Stiefler am vergangenen Donnerstag bei der Stadtratssitzung im Rathaus vorstellen durfte. Der Vorentwurf wollte dem Gremium durchaus gefallen, allein zum Straßenbelag in der oberen Hälfte entstand eine kleine Diskussion, ob Pflaster oder Asphalt. Doch die Entscheidung dazu wird erst bei der endgültigen Ausarbeitung fallen. Klar ist jetzt schon das Ziel von Bürgermeister Alfred Stier, das Vorhaben im kommenden Jahr zu starten.

Anwohner mit einbinden

Der Entwurf des Stadtplaners rundet das gesamte Straßenbild, von der Bahnhofstraße über Philipp-Mühlmayer-Straße bis zur Bischof-Senestrey-Straße, recht gelungen ab. Bei der Gestaltung werden hier die prägenden Elemente fortgeführt, also Granitpflaster in verschiedenen Formaten oder Gehwegbereiche und Traufstreifen hin zu den Häuser. Bei der Begrünung hofft Stiefler wieder auf die Mitwirkung der Anwohner. Für sie gebe es Anreize auch durch die Unterstützung aus den Kommunalen Förderprogrammen. Überhaupt will Stiefler den Kontakt zu den Anwohnern intensivieren. „Wir müssen Klinken putzen, von Tür zu Tür gehen“, appellierte der Planer, die Anwohner intensiv einzubinden. Und selbstverständlich sollen die Anlieger auch bei den Planungen mit gehört werden.

„Wir wollen den dritten Abschnitt im nächsten Jahr realisierten“, betonte Bürgermeister Alfred Stier. Dann sei das Kapitel Straßen im Altstadtbereich erfolgreich umgesetzt. Zu den anstehenden Projekten gehören in 2022 auch die „Quartiersgaragen“ sowie die Erneuerung der Friedhofsmauer. Die Silberstraße zählte auch der Bürgermeister zu den wichtigen Straßenzügen im Ort, stelle sie doch den Hauptzugang zum Marktplatz dar.

Straße schwenkt nach Osten

Bei den Ideen zur Neugestaltung konnte Stiefler in der oberen Hälfte nur mit neuen Belägen und dem Ausgleich des Gefälles aufwarten. Auffällig ist dagegen der Einmündungsbereich in die Bahnhofsstraße. So könnte die Silberstraße einen Schwenk nach Osten hin machen und auf der freien Fläche Platz für eine kleine, erhöhte Anlage mit Sitzmöglichkeiten schaffen. Dafür müsste die Mauer von der Bahnhofstraße her verlängert werden, zudem sollte ein Stufenaufgang entstehen. Im Einmündungsbereich konnte sich der Planer zwei bis drei große Bäume vorstellen. Im weiteren Straßenverlauf gebe es dafür kaum Platz. Hier hoffte Stiefler auf eine Fassadenbegrünung.

Pflaster weist auf Stadtmauer hin

Einen besonderen Akzent in der Fahrbahn will der Planer am Verlauf der früheren Stadtmauer setzen. Hier sollte ein Pflasterabschnitt die Position verdeutlichen. Grundsätzlich soll die Neugestaltung eine bessere Nutzung und vor allem mehr Sicherheit für die Fußgänger erreichen. Bei den vorgesehenen beidseitigen Gehbereichen könnte allerdings eine durchgängige Breite von eineinhalb Meter aufgrund der Treppen vor den Häusern nicht eingehalten werden. Der bekannte Granitpflaster-Belag sollte aber gerade den ältere Leuten mit Rollatoren die Wege leichter machen. Selbstverständlich ist auch die Barrierefreiheit ein Kernpunkt der Planung. Bei der Fahrbahn soll der „Buckel“ etwa auf halber Höhe der Silberstraße herausgenommen werden. Als Fahrbahnbreite nannte Stiefler 4,75 Meter plus die Entwässerungsrinnen, analog in der Bahnhofstraße.

Gerade mit Blick auf den Winterdienst sowie die geringere Geräuschentwicklung empfahl Stiefler für die Fahrbahn durchgehend Asphalt; abgesehen von dem Stück, dass auf die Stadtmauer aufmerksam machen soll. Raum für Parkplätze sah der Planer an dem engen Straßenstück allerdings nicht. Aus dem Gremium kamen allerdings Wünsche, zumindest den Abschnitt ab der Stadtmauer-Markierung bis hoch zum Marktplatz zu pflastern. „Ich finde die Idee ganz charmant“, betonte Anna Schwamberger (Grüne). Dadurch würde auch erlebbarer, dass man jetzt in die Altstadt komme. Gestalterisch ja, pflichtete der Planer bei, allerdings sah er aufgrund der Steigung Asphalt besser geeignet.

Bürgermeister Alfred Stier stellte dem ersten Entwurf ein gutes Zeugnis aus. „Mit taugt’s“, lobte er die Planung – und drängte auf eine schnelle Gangart und eine baldige Ausschreibung.

Zwei große Bäume

Gottfried Beer von der SPD attestierte einen guten Vorschlag. Ihm gefiel besonders der Einmündungsbereich, der auch Platz für zwei große Bäume vorsehen würde. Für eine Pflasterung in dem oberen Abschnitt machte Beer wohl auch die Steigung mit ausschlaggebend. Bei der Sitzung wollte Stier dann beim Pflaster auf der Fahrbahn eine richtungsgebende Abstimmung zur Vorplanung. Gegen vier Stimmen legte sich die Mehrheit für die Ausführung mit Asphalt fest, abgesehen von den Markierungsstück.

Als nächste Schritte müssen nun das Landesamt für Denkmalpflege und natürlich die Anlieger eingebunden werden. Alfred Stier drängte zur Eile, auch wegen frühzeitiger Ausschreibungen. Bei der Senestrey-Straße habe die Stadt nur wenige Angebote erhalten. Deshalb sollte die Anliegerversammlung noch Mitte/Ende Oktober stattfinden. Danach müssten die Hinweise eingearbeitet werden. Im besten Fall könnte im November die Beschlussfassung für die Ausschreibung erfolgen.

Weiterer Bericht vom Bärnauer Stadtrat

Bärnau
Der erste Entwurf für die Neugestaltung der Silberstraße enthält als markantestes Element den "Schwenk" der Fahrbahn an der Einmündung in die Bahnhofstraße. Dadurch würde links unten Platz für einen Aufenthaltsbereich (kleines Bild oben) entstehen.
An den beiden Seiten der Silberstraße sollen laut der Planung Gehbereiche angelegt werden. Granitpflaster, wie in der Bahnhofstraße, erleichtert die Nutzung. Fahrbahn und Gehwege werden niveaugleich ausgeführt.
Hintergrund:

Vorentwurf der Silberstraße

  • Fahrbahn durchgängig mit einer Breite von 4,75 Meter plus beidseitige Entwässerungsrinnen. Straßenbelag: Asphalt.
  • An der Einmündung in die Bahnhofstraße „Schwenk“ der Fahrbahn nach Osten. Auf der frei werdenden Fläche kleiner Aufenthaltsbereich.
  • Auf beiden Seiten Gehwege mit 1,5 Meter (durchgänig nicht immer möglich aufgrund der Treppenanlagen an den Häusern). Gehwegbelag: Granitpflaster in verschiedenen Formaten.
  • Zwischen Gehbereichen und Häusern Traufstreifen.
  • An der Maria-Hilf-Kirche ein kleiner Grünbereich.
  • Anlage von Fahrbahn und Gehwegen erfolgt niveaugleich.

„Wir müssen Klinken putzen, von Tür zu Tür gehen.“

Architekt Klaus Stiefler will für die Gestaltung der Silberstraße die Anwohner mit einbinden

 

 

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