20.05.2019 - 13:29 Uhr
BärnauOberpfalz

Pionierarbeit im Ackerbürgerhaus

Im denkmalgeschützten Ackerbürgerhaus in der Bischof-Senestrey-Straße kehrte kürzlich für mehrere Tage Leben ein. Deutsche und tschechische Schüler begaben sich auf baukulturelle Spurensuche.

In Workshops setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit baukulturellen Themen auseinander, mit der Geschichte des Hauses, den Bezügen zur Goldenen Straße und den Perspektiven des Ackerbürgerhauses für die Zukunft.
von Autor AWOProfil

32 Schüler des Gymasiums Tachov und der Realschule Neunburg vorm Wald setzten mit ihren Aktivitäten ein Zeichen für kreative Leerstandsnutzung und leisteten damit Pionierarbeit. Sie waren die Teilnehmer der baukulturellen Spurensuche im Ackerbürgerhaus an der Goldenen Straße. Im Rahmen des Europäischen Kulturerbe-Jahres und unterstützt durch das Projektbüro "bauwärts" (Lost Traces) gab der Verein "Via Carolina - Goldene Straße" den jungen Menschen die Gelegenheit, gemeinsam zu recherchieren, zu forschen und sich kreativ auszudrücken.

Unter der Organisation von Martin Fischer vom Verein "Via Carolina" waren die Schüler aus Bayern und Böhmen mit ihren Lehrkräften vier Tage bei diesem grenzüberschreitenden Schulprojekt in der Knopfstadt. Angeleitet von Stephanie Reiterer und Jan Weber-Ebnet vom Projektbüro "bauwärts" ging man gemeinsam auf Spurensuche im Ackerbürgerhaus. In Workshops setzten sich die jungen Leute mit baukulturellen Themen auseinander, mit der Geschichte des Hauses, den Bezügen zur Goldenen Straße und den Perspektiven des Ackerbürgerhauses für die Zukunft. Darüber hinaus standen der kulturelle Austausch und das Erleben der Gemeinschaft im Mittelpunkt des Projekts.

Scherben und Knochen

Für die Schüler der Gregor-von-Scherr-Realschule aus Neunburg vorm Wald und des Gymnasiums aus Tachov war es ein Erlebnis, durch Führungen und Vorträge zur Archäologie, Historie und der aktuellen Geschichte des Ackerbürgerhauses Wissenswertes zu erfahren. Gemeinsam mit der Archäologin Viviane Diederich durften die Jugendlichen mithelfen und den Inhalt der Zwischenböden durchsieben. Dabei konnten vielerlei jahrhundertealte Utensilien gefunden werden, wie etwa Tonscherben, Knochen, Zeitungsausschnitte, die Rückschlüsse auf die Geschichte des Ortes und des Hauses geben. Die 28-jährige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Bamberg schreibt derzeit ihre Dissertation über das Ackerbürgerhaus und forscht bereits seit mehreren Wochen in dem denkmalgeschützten Gebäude.

Ideen präsentiert

Beim Besuch des Geschichtsparks und der Reisestation Karl IV. zeigte Archäologe Stefan Wolters die Möglichkeiten der zukünftigen grenzüberschreitenden Forschung auf. Er präsentierte auch einen Tontopf, der bei den Untersuchungen im Ackerbürgerhaus ausgegraben wurde. Mit einer Bürgerbefragung auf dem Bärnauer Marktplatz holten sich die Jugendlichen die Meinungen der Einheimischen zur Sanierung des Gebäudes ein. Fragen waren zum Beispiel: Was wissen Sie über das Ackerbürgerhaus? Was wünschen Sie sich für das Ackerbürgerhaus? Wie sehen Sie die Zukunft in unserer Grenzregion?

Nach der vielgestaltigen Auseinandersetzung mit der spannenden Örtlichkeit präsentierten die Schüler am Samstagnachmittag beim "Tag der offenen Tür" eine kleine Ausstellung und eine Sammlung von Ideen zur zukünftigen Nutzung des Hauses. Viele Bärnauer ergriffen die Gelegenheit und ließen sich von den Schülern ihre Ergebnisse vorführen.

Gefördert wurde die viertägige Veranstaltung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, den deutsch-tschechischen Zukunftsfonds und anderen kommunalen Fördergebern.

Viviane Diederich, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Uni Bamberg, sowie Stephanie Reiter und Jan Weber-Ebnet vom Projektbüro "bauwärts" zeichneten dafür verantwortlich, den jungen Menschen die Gelegenheit zu geben, gemeinsam zu recherchieren, zu forschen und schließlich ihre Ergebnisse zu präsentieren.
Eine baukulturelle Spurensuche im Ackerbürgerhaus an der Goldenen Straße führte die Schüler der Gregor-von-Scherr-Realschule aus Neunburg vorm Wald und des Gymnasiums in Tachov in der Knopfstadt zusammen. Das Projekt fand im Rahmen des Europäischen Kulturerbe-Jahres statt.

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