Bärnau
04.10.2018 - 14:32 Uhr

Segen für Archaeo-Werkstatt

Nach der offiziellen Einweihung des Archaeo-Centrum Bayern Böhmen ‒ unter anderem mit Kultusminister Bernd Sibler ‒ folgt nun die Segnung des Lernorts samt Tag der offenen Tür.

Pater Klaus Kniffki (im Bild neben Alfred Wolf re.) segnete die Räume Bild: ubb
Pater Klaus Kniffki (im Bild neben Alfred Wolf re.) segnete die Räume

In dem neuen Gebäude vor dem Geschichtspark Bärnau-Tachov sollen Studenten der Archäologie aus den Universitäten Prag, Bamberg und Pilsen in Zukunft praktische Forschungsarbeit betreiben. Am Mittwoch begrüßte Vereinsvorsitzende Alfred Wolf zur kleinen Einweihungsfeier auch Bürgermeister Alfred Stier, einige Stadträte, Architektin Katrin Roider sowie Kaplan Klaus Kniffki. "Wir sind selbst überrascht, dass aus dem Geschichtspark das Archaeo-Centrum Bayern-Böhmen wurde", freute sich Alfred Wolf über die Fertigstellung des Gebäudes innerhalb von nur einem Jahr Bauzeit.

"Kleines Unternehmen"

Wolf dankte allen, die dazu ihren Beitrag geleistet hätten, allen voran dem Wissenschaftlichen Leiter Stefan Wolters. Dabei ließ er anklingen, dass die auf 400 Köpfe angewachsenen Vereinsmitglieder auch aus der Schweiz, den USA, Tschechien und sogar Hongkong kämen. Für das gesamte Archaeo-Centrum Bayern-Böhmen seien eine Million Euro investiert worden. Aus Anlass der Feier wollte der Vorsitzende auch darauf aufmerksam machen, dass im Geschichtspark 26 Mitarbeiter tätig seien, darunter 15 Vollzeitkräfte. "Wir sind jetzt ein kleines Unternehmen", meinte Wolf stolz.

Architektin Kerstin Roider stellte das neue Haus vor. Energieeffizient und nachhaltig: Gebaut mit Naturbaumaterialen wie Ziegel, Holz und Beton sowie einem Grasdach auf dem Nebengebäude als Ausgleichsfläche. "Wie die Baufirmen hier zusammengehalten haben, das war einfach klasse", schwärmte Roider von der nahezu reibungslosen Bauzeit. Sie hob die großzügigen Glasfenster in der Archaeo-Werkstatt hervor. Dies sei so gewollt, damit Geschichtspark-Besucher den Studenten bei der Arbeit zusehen könnten. Zur weiteren Baustelle des Archaeo-Centrums, der Reisestation Kaiser Karls IV., meinte Roider stolz, es sei die größte Mittelalterbaustelle in ganz Europa.

Hoher Besuch angekündigt

"Der Ungebildete tappt im Dunklem", zitierte Pater Kniffki passend zum künftigen Lern- und Lehrort aus den Weisheitsbüchern im Alten Testament. Kniffki spendete den Segen und wünschte dem Verein "eine riesige Studentenzahl". Bürgermeister Alfred Stier könnte sich gut eine Namensergänzung auf "Archaeo-Centrum Bärnau Bayern-Böhmen" vorstellen. Zur Reisestation, die als Dauerbaustelle 20 Jahre dauern soll, meinte Stier, diese Bauzeit sei arg lang. Er schlug vor, wenigstens alle drei Jahre ein kleines Richtfest zu feiern. Damit könne man gleichzeitig auch die Zweifler überzeugen, dass sich das Projekt auf dem richtigen Weg befinde. Als hohen Gast im Geschichtspark kündigte Stier den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer an. Dessen Besuch stünde im Zusammenhang mit dem in Bärnau stehenden Geburtshaus von Bischof Senestrey, das Studentenwohnheim werden solle.

Nach dem offiziellen Teil der Segnung folgte ein Tag der offenen Tür. Stefan Wolters erklärte den Gästen die Funktion der Archaeo-Werkstatt und zeigte ihnen die bereits fortgeschrittene Dauerbaustelle der kleinen Burg. Wolters wies darauf hin, dass an diesem Bau auch die Handwerkskammer Interesse gezeigt hätte. Für die Archaeo-Werkstatt interessierten sich außerdem die FH Amberg und die Universität Regensburg.

Wissenschaftlicher Leiter Stefan Wolters erklärte en Gästen, wie ein mittelalterlicher Tonkrug mit unterschiedlichen Forschungsmethoden bestimmt werden kann. Bild: ubb
Wissenschaftlicher Leiter Stefan Wolters erklärte en Gästen, wie ein mittelalterlicher Tonkrug mit unterschiedlichen Forschungsmethoden bestimmt werden kann.
Architektin Kerstin Roider stellte das Gebäude von der architektonischen Seite vor. Bild: ubb
Architektin Kerstin Roider stellte das Gebäude von der architektonischen Seite vor.
Mit großen Interesse ließen sich die Gäste von Stefan Wolters die Burg-Baustelle erklären. Bild: ubb
Mit großen Interesse ließen sich die Gäste von Stefan Wolters die Burg-Baustelle erklären.
Aufmerksam hörten die Gäste zu, wie im Mittelalter Steine bearbeitet wurden. Bild: ubb
Aufmerksam hörten die Gäste zu, wie im Mittelalter Steine bearbeitet wurden.
 
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