29.01.2021 - 14:38 Uhr
BärnauOberpfalz

Aus dem sozialen Leben der Großgemeinde Bärnau nicht mehr wegzudenken

Die Nachbarschaftshilfe Bärnau hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Trotzdem ist man mit den Leistungen zufrieden.

Rückblick der NBH Bärnau auf das vergangene Jahr 2020: Bedauerlicherweise konnte die Abschlussbesprechung nur im engsten Kreis Ende Dezember stattfinden. Doch die Verantwortlichen blicken zuversichtlich ins neue Jahr und hoffen, dass sie ihre Hilfen und Dienste weiterhin für alle Hilfsbedürftigen anbieten können. Für das Bild ohne Masken, aber mit Abstand kamen zusammen (von links): Inge Kellner, Josef Zant, Maria Gleißner und Max Fenzl.
von Autor BIRProfil

Mittlerweile gibt es die Nachbarschaftshilfe (NBH) Bärnau schon acht Jahre. Sie hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt und ist aus dem sozialen Leben der Großgemeinde nicht mehr wegzudenken. Es geht nicht allein um die praktische Hilfe, sondern auch um menschliche und soziale Zuwendung. So wird etwa versucht, das Alleinsein vieler Senioren in Bärnau erträglicher zu machen.

Ohne Vorträge und Ausflüge

Bei einem Rückblick auf 2020 - natürlich nur im kleinsten Kreis und unter Berücksichtigung coronabedingter Vorsichtsmaßnahmen - wurde bedauert, dass Corona manche Tätigkeiten und vor allem auch die gemeinsamen Treffen und wichtigen Versammlungen zum regen Meinungsaustausch stark eingeschränkt habe. Max Fenzl, seit Jahren für den administrativen Teil sprich Bürodienst verantwortlich, fand es vor allem schade, dass geplante Vorträge und Ausflüge leider nicht stattfinden konnten.

Wegen der Coronakrise gab es für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der NBH zudem eine veränderte Situation. Viele Tätigkeiten und praktische Hilfen in Situationen des eingeschränkten täglichen Lebens wurden hier trotzdem von den mehr als 30 Ehrenamtlichen ohne großes Aufsehen, still im Hintergrund und natürlich vertraulich, erledigt.

Ohne direkten Kontakt

Und gerade im vergangenen Jahr war die NBH Bärnau Anlaufstelle und Ansprechpartner für viele ältere Menschen in der Großgemeinde. Vor allem das Essen auf Rädern ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Arbeit geworden und wird auch zurzeit vermehrt in Anspruch genommen. Was natürlich auch für die ehrenamtlichen Essensausfahrer das eine oder andere Mal gewisse Herausforderungen darstellt, da auch hier der direkte Kontakt mit den Essensabnehmern nicht möglich ist und zudem das Essen vom BRK-Seniorenheim Haus Mühlbühl in Tirschenreuth abgeholt werden muss. Erfreulicherweise konnten im Frühjahr fürs "Essen auf Rädern" fünf neue Fahrer/innen gewonnen werden: Ingrid Heldwein, Anita Kaiser, Siglinde Kraus, Brigitte Schmid und Josef Hecht. Gerade für diesen Dienst sucht die NBH noch weitere Fahrer/innen, damit die derzeitigen Essensausfahrer zeitmäßig etwas entlastet werden können. Bitte einfach bei der NBH Bärnau melden.

Lebensmittel-Abholservice

Wie bereits berichtet, bietet die Nachbarschaftshilfe Bärnau seit Ende vergangenen Jahres einen weiteren Dienst an: einen Lebensmittel-Abholservice von der Mitterteicher Tafel. Inge und Wolfgang Kellner organisieren diese Fahrten zur Mitterteicher Tafel. Für Bedürftige holen sie dort Lebensmittel und bringen sie auch direkt zu den Leuten nach Hause. Dieser Service der NBH wurde bisher sehr gut angenommen. Wer diesen Dienst in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 924 311 melden. Voraussetzung ist natürlich der Nachweis der Bedürftigkeit.

Stundenweise Betreuung

Die Nachbarschaftshilfe unterstützte auch im vergangenen Jahr wieder bei Arztbesuchen, beim Ausfüllen von Formularen, bei Behördengängen und bot stundenweise Betreuung von Senioren an. So wurden etwa für mehrere Alleinerziehende sämtliche Anträge für Hartz IV, Kindergeld und Elterngeld gestellt.

Ein neuer Service der Nachbarschaftshilfe Bärnau

Bärnau

Intensiv gestaltete sich auch die Hilfe für ältere Mitbürger der Gemeinde. Während der Krankenhausaufenthalte wurden sie mit Wäsche und Toilettensachen versorgt. Als ein Mitbürger im April starb, wurde nach der Beerdigung im Familienkreis ein kleiner Imbiss für die angereisten Trauergäste hergerichtet, da ja die Gaststätten geschlossen hatten. Für einige Hilfsbedürftige wurde bei der Krankenkasse ein Pflegegrad beantragt und die NBH war auch anwesend bei der Pflegegradeinstufung, die auch wegen Corona zum Teil telefonisch erfolgt ist. Bei zwei Gemeindebürgern meldeten sich die Nachbarn, dass sich diese nicht mehr alleine versorgen können. Da auch die Angehörigen nicht mehr in der Lage waren, für sie einzukaufen und zu kochen, bekamen sie "Essen auf Rädern". Zu Weihnachten bekamen die Abnehmer von "Essen auf Rädern" ein Weihnachtspaket mit Plätzchen und Saft. Auch die Essensausfahrer bekamen ein kleines Geschenk in Form von Gutscheinen und Glühwein als "Vergelt's Gott" für ihre ehrenamtliche und nicht immer leichte Arbeit beim Ausfahren der Essen. Bedankt wurde sich ebenfalls beim Küchenpersonal des BRK-Seniorenheimes Haus Mühlbühl in Tirschenreuth mit einem Geschenkkorb.

Rückblick der NBH Bärnau auf das vergangene Jahr 2020: Bedauerlicherweise konnte die Abschlussbesprechung nur im engsten Kreis Ende Dezember stattfinden. Doch die Verantwortlichen blicken zuversichtlich ins neue Jahr und hoffen, dass sie ihre Hilfen und Dienste weiterhin für alle Hilfsbedürftigen anbieten können. Von links: Inge Kellner, Josef Zant, Maria Gleißner und Max Fenzl.
Hintergrund:

120 Essen im Monat

Ein paar Zahlen von „Essen auf Rädern“:

  • Während des Jahres 2020 waren teilweise bis zu 21 Abnehmer mit Essen in den Gemeindeteilen zu versorgen. Einige sind im Laufe des Jahres durch einen Wechsel in Seniorenheime oder durch Tod weggefallen. „Momentan“, berichtete Max Fenzl, der auch für die Einteilung der Essensausfahrer zuständig ist, „haben wir insgesamt 14 Abnehmer.“
  • Im Januar/Februar waren im Durchschnitt 120 Essen/Monat auszufahren. Dies steigerte sich auf einen Spitzenwert im Oktober auf 272 Essen. Im Durchschnitt des Jahres waren es 223 Essen pro Monat. Die Nachbarschaftshilfe bedankte sich nochmals bei allen zwölf Fahrer/innen für ihren ständigen und zuverlässigen Einsatz.
  • Insgesamt hat die NBH Bärnau momentan 39 Mitglieder, die alle ehrenamtlich arbeiten.
  • Die Verantwortlichen der NBH bedauern, dass aufgrund der aktuellen Lage keine sicheren Planungen, wie etwa Vorträge oder Ausflüge, möglich sind.
  • Vorgesehen ist, bei der Corona-Impfung mit der Stadt bei den Anmeldungen und bei den Fahrten zum Impfzentrum zu unterstützen. Näheres wird zu gegebener Zeit in der Presse bekannt gegeben.
  • Das Büro der NBH ist aufgrund der aktuellen Ereignisse vorübergehend geschlossen. Selbstverständlich steht die NBH weiterhin unter der Telefonnummer 09635/920 321 zur Verfügung.

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