07.09.2020 - 17:11 Uhr
BärnauOberpfalz

Vision wird im Geschichtspark Bärnau-Tachov Wirklichkeit

Alfred Wolf standen fast Tränen in den Augen, als es soweit war: Die Arbeiten für das erste Gebäude für den Königshof Karl IV. sind so weit vorangeschritten, dass Richtfest gefeiert werden konnte.

von Konrad RosnerProfil

Keine Frage, Stefan Wolters, wissenschaftlicher Leiter des Archäozentrums, und Alfred Wolf, Vorsitzender des Vereins "Via Carolina - Goldene Straße" haben große Visionen und Vorstellungen in Bezug auf den Geschichtspark Bärnau-Tachov. Am Samstag wurde für die Verwirklichung ein weiteres Etappenziel erreicht. Im Beisein zahlreicher Besucher feierten die Verantwortlichen Richtfest für das Gesindehaus, das erste Gebäude des Königshofs von Karl IV., der zurzeit im Geschichtspark entsteht.

"Ein sehr ehrgeiziges Projekt"

Stefan Wolters berichtete vor dem offiziellen Richtspruch, dass der Bau des Königshofs von Karl IV. ein sehr ehrgeiziges Projekt sei. In Bärnau befinde sich nach einer Baustelle im französischen Burgund aktuell die zweitgrößte mittelalterliche Baustelle Europas. Zudem stellte er fest, dass hier in Bärnau derzeit das größte Gebäude aus dem 14. Jahrhundert in Deutschland nachgebaut werde. Dabei sei das Gesindehaus das kleinste Gebäude in diesem Königshof.

Wolters dankte den Handwerkern für ihre schnelle und gute Arbeit. "Das war eine tolle Leistung, wir sind alle stolz", vor allem, wenn man bedenke, dass alle Steine selbst geschlagen, die Balken selbst behauen und der Mörtel frisch zubereitet werde, alles nach den Arbeits-Methoden aus dem 14. Jahrhundert. Alle sechs Handwerker, unter ihnen auch "Kapo" Armin Troppmann, standen auf dem Dachgebälk des Gesindehauses, ehe Steinmetz Robert Mois vom Handwerkerteam mit launigen Worten einen Richtspruch vortrug. Anschließend lud er alle zum Freibier ein.

Nach Auskunft von Alfred Wolf ist dieses Richtfest ein erstes Etappenziel für den Königshof. Die Bauzeit ist insgesamt mit 20 Jahren veranschlagt. Für das Gesindehaus sind 390 laufende Balkenmeter geschlagen worden, hauptsächlich aus Lärchenholz. Dazu kamen noch rund 600 Meter Latten. Vornehmlich haben diese Arbeiten die beiden tschechischen Handwerker Adam Jopek und Martin Koudele erledigt. Des Weiteren wurde 22 Tonnen Granit bearbeitet und rund 2,2 Tonnen Kalk gebrannt, alles in der Technik des 14. Jahrhunderts, so Wolf. Am 11. Mai 2018 habe man den Boden für das Gesindehaus ausgeboben, nun könne man Richtfest für das zehn mal fünf Meter große Gesindehaus feiern. Wolf: "Ich habe fast Tränen in den Augen, wenn ich das sehe." Wolf betonte, dass dieses deutsch-tschechische Projekt an der bayerisch-tschechischen Grenze ein hohe Strahlkraft an der Goldenen Straße von Prag nach Nürnberg habe. 52 Mal sei Karl IV. auf dieser Straße gefahren.

BR mit Kamerateam dabei

Das Hebfest hielt auch ein Kamerateam des Bayerischen Fernsehens fest. Zwei Tage lang drehte das Team und beleuchtete die Arbeit der sechs Handwerker aus Bayern und Tschechien. Der Film wird am Sonntag, 13. September, ab 17.45 Uhr in der Sendung "Aus Schwaben und Altbayern" im "Dritten" ausgestrahlt.

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