19.10.2020 - 19:07 Uhr
BärnauOberpfalz

Vulkan könnte Atomendlager verhindern

Im Landkreis Tirschenreuth forschen Geologen derzeit an einem Vulkan. Der könnte Einfluss auf die Suche nach einem Endlager für Atommüll haben. Bei einem anderen Vulkan ganz in der Nähe war dies schon der Fall.

Bei Bärnau erforschen Wissenschaftler einen Vulkan. .
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Sorgt ein neu entdeckter Vulkan dafür, dass die Stadt Bärnau (Kreis Tirschenreuth) sich keine Sorge mehr wegen einem Atommüllendlager auf Stadtgebiet machen muss? Zumindest diese Möglichkeit bestätigte das Landesamt für Umwelt (LfU) auf Anfrage.

Hintergrund sind Bohrungen, die in der vergangenen Woche in der Nähe der Stadt begonnen haben. Das LfU will gemeinsam mit verschiedenen Experten erkunden, ob sich eine neu entdeckte geologische Auffälligkeit nahe der tschechischen Grenze auf einen bisher unbekannten Vulkan zurückführen lässt. Hierfür spricht derzeit vieles. Ebenso liegt nahe, dass es sich um einen - für geologische Verhältnisse - jungen Vulkan handeln könnte. Wird beides bestätigt, wäre ein Atomendlager an der Stelle ausgeschlossen. "Der Bundesgesetzgeber hat festgelegt, dass Regionen mit aktivem Vulkanismus von der Endlagersuche auszuschließen sind", erklärt eine LfU-Sprecherin. "Aktiv" bedeute, dass es in den vergangenen 2,6 Millionen Jahren einen Ausbruch gab. "Ob in der Region um Bärnau in dieser Quartärzeit ein Vulkanausbruch stattgefunden hat, werden die weiteren Untersuchungen zeigen", bestätigt die Sprecherin weiter. Das Verfahren sei aufwendig und nehme deshalb mehrere Monate in Anspruch.

Allerdings gibt es nicht weit von Bärnau einen Fall, bei dem sich ein Vulkan als Ausschlusskriterium erwiesen hat. Bei Bad Neualbenreuth haben Geologen 2015 einen Vulkan entdeckt, bei dem der letzte Ausbruch rund 200 000 Jahre zurückliegt. Die mit der Endlagersuche beauftragte Bundesgesellschaft habe das Gebiet mit "einem Sicherheitssaum von 10 Kilometer Radius versehen" und von der Endlagersuche ausgeschlossen, bestätigt das LfU. Inzwischen beträgt die Ausschlussfläche dort 222 Quadratkilometer - also etwa 10 mal 20 Kilometer.

Mehr zu den Bohrungen bei Bärnau

Bärnau

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