Rücktritt der Abteilungsleitung, Abstieg aus der Bayern- und Bezirksliga und kompletter Rückzug in die Bezirksliga – die Schlagzeilen, für welche die Senioren-Fußballer des FC Amberg in den vergangenen Wochen und Monaten gesorgt hatten, waren alles andere als positiv. „Das war und ist keine leichte Situation“, weiß Danny Graf, kommissarischer Jugendleiter, der zusammen mit Andreas Werner dieses Amt ausübt.
Trotz der schwierigen Zeit, welche die Vilsstädter aktuell durchmachen, gibt es aus dem Nachwuchsbereich viel Erfreuliches zu berichten. „Unsere Mannschaften sind erfolgreich wie schon seit zehn Jahren nicht mehr“, freut sich Graf. „Wir haben hier eine mehr als solide Basis, auf die sich – unabhängig von den Geschehnissen im Erwachsenenbereich – aufbauen lässt.“
Nicht nur die Tatsache, dass der FC Amberg mit Laura Donhauser in den vergangenen Jahren eine Nationalspielerin ausgebildet hat, unterstreicht diese Aussage. Auch der Blick auf die Tabellen der Teams, die auf Bezirksebene spielen, bestätigt dies. „Laura ist sicherlich ein Aushängeschild und eine Ausnahmespielerin, die man in einem Verein nicht oft hat“, sagt Graf nicht ohne Stolz.
In der Tat: Die 16-Jährige, die zum Stamm der deutschen U17-Nationalmannschaft gehört, mit der sie Mitte Mai das Finale der Europameisterschaft in Litauen gegen Spanien mit 0:2 verlor, kommt auch weiterhin regelmäßig in der U18-Bayernauswahl zum Einsatz.
Sie erhielt 2016/17 das Zweitspielrecht für den FC Bayern München und kickt somit seit September 2016 für die U17 des deutschen Rekordmeisters, bei dem sie für die neue Saison 2018/19 einen Profivertrag unterschrieben hat. Für den FC Amberg lief Laura parallel dazu heuer zum letzten Mal in der U17-Bezirksoberliga auf – bei den Jungs.
Die B-Junioren der Gelb-Schwarzen beendeten die Saison mit 49 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Nachdem jedoch die SG Haselbach und die U16 des SSV Jahn Regensburg nicht aufsteigen wollen beziehungsweise dürfen, gehen nun die Vilsstädter in die Aufstiegs-Relegation zur Landesliga. Dort treffen sie am 30. Juni auf den TSV Großbardorf. Der Gewinner steigt sofort auf, der Verlierer kann sich über zwei weitere Partien für die Landesliga qualifizieren.
Laura Donhauser, die in der abgelaufenen Spielzeit aufgrund der enormen Belastung nur mehr sporadisch zum Einsatz kam, gilt nach Nationalspielerin Sara Däbritz aus Ebermannsdorf, die ja ebenfalls in der Frauen-Bundesliga für den FC Bayern München aufläuft, als das nächste große Talent aus der nördlichen Oberpfalz. „Doch nicht nur mit Laura haben wir hoffnungsvolle Nachwuchsakteure in unseren Reihen“, erklärt Graf, der auch die U17 trainiert. Er nennt dabei mit an erster Stelle die U15-Junioren in der Bezirksoberliga, die sich mit ihrem Coach Markus Schmeißner am letzten Spieltag den Aufstieg in die Bayernliga sicherten und somit für den größten Erfolg in der Geschichte der Jugendabteilung des FCA sorgten.
Die U15 gewann mit 6:2 bei der 1. JFG Donautal Bad Abbach und holte sich somit die Meisterschaft. „Unsere Jungs haben sich das nicht mehr nehmen lassen“, so Graf. Gerüchte, dass die U15 das Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen würde, verweist er entschieden ins Reich der Fabeln.
„Wir haben dem Verband gegenüber ganz klar gesagt, dass wir, sollten wir Meister werden, nächste Saison definitiv in der Bayernliga an den Start gehen werden“, macht der 28-Jährige deutlich. Auch wenn viele Akteure aus dem älteren U15-Jahrgang dann nicht mehr zur Verfügung stehen würden, gehe man dieses Abenteuer an. „Es kommen talentierte U14-Spieler nach, die dann in der neuen Klasse auflaufen werden. Die Bayernliga ist für alle eine unschätzbare Erfahrung, von der sie künftig zehren können“, sagt Graf, der sich der finanziellen Hilfe des Hauptvereins TV Amberg sicher sein darf.
Auch die U13-Bezirksoberliga-Truppe des FC Amberg wusste in dieser Saison zu überzeugen. Sie rangiert vor den letzten zwei Begegnungen mit 39 Punkten auf dem dritten Platz hinter dem Spitzenreiter SSV Jahn Regensburg und dem ASV Cham. Nicht ganz so rund lief es hingegen für die U19 in der Bezirksoberliga, für die bei anderer Konstellation sicherlich mehr als der fünfte Rang in der Abschlusstabelle drin gewesen wäre.
„Wegen der bekannten Gründe mussten unsere U19-Spieler regelmäßig in der Bezirksliga Nord und sogar in der Bayernliga Nord aushelfen. Deswegen verpassten wir eine bessere Platzierung“, erklärt Graf.
Werner und ihm ist aufgrund der guten Nachwuchsarbeit um die Zukunft des Fußballs beim FC Amberg keineswegs bange. Ganz im Gegenteil: „Durch den Neuanfang müssen und werden wir verstärkt auf unsere eigenen Talente setzen. Und da sind viele vorhanden“, blickt Graf optimistisch nach vorne. So sind für die neue Saison mit Daniel Rohr (U19), Danny Graf (U17), Andreas Schreiner (U15) und Philipp Meier (U14) die Trainerposten im Leistungsbereich mit qualifizierten und engagierten Coaches bereits besetzt. (lst)
Talenttag für Nachwuchsfußballer
Am Sonntag, 24. Juni, beginnt um 10 Uhr im Stadion am Schanzl ein Talenttag für interessierte B-, C- und D-Jugendliche, die beim FC Amberg kicken wollen. An diesem „Tag der offenen Tür“ stellen sich die Verantwortlichen der Jugendabteilung unter anderem vor, und alle Nachwuchstrainer stehen für Fragen zur Verfügung. „Unser Ziel ist es, ehrliche und transparente Arbeit zu leisten“, macht kommissarischer Jugendleiter Danny Graf, deutlich – die Grundlage für dann hoffentlich weitere positive Schlagzeilen seitens des FCA. (lst)















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