Mit einem Einstiegspreis von etwas weniger als 70 000 Euro bildet der xDrive 30d die Basis des X 5. Dafür gibt es ein 4,92 Meter langes Luxus-SUV mit einem Ladevolumen von mindestens 645 Liter (maximal 1860). Vor allem und zuallervorderst aber gibt es - einen BMW. Man mag hoch sitzen, man mag ein Trumm von Auto dirigieren - dennoch bleibt auch in diesem großen Geländewagen die von BMW strapazierte Freude am Fahren deutlich spürbar. Manchem möglicherweise zu deutlich, denn auch in der "Comfort"-Einstellung des im Testwagen luftgefederten Fahrwerks macht der X 5 aus dem Straßenzustand kein Geheimnis. Er betont das Sportliche, das Direkte, das Fahraktive.
Der Motor: Kürzlich noch haben wir uns an dieser Stelle über die Anfahrtsschwäche des Drei-Liter-Diesels eines anderen bayerischen Premiumherstellers mokiert. Der BMW kann das besser, um nicht zu sagen perfekt. Der Sechszylinder zieht von Standgas weg bullig und kontinuierlich an, liefert schon bei 2000 Umdrehungen eine Kraft von 620 Newtonmetern, und die Achtgangautomatik weiß damit umzugehen. Da passt das Zusammenspiel. Das ist wie wenn du beim Schafkopfen auf die Alte spielst und plötzlich zusammen mit deinem Partner vier Ober hast.
Mit Überkommenem hält sich der BMW nicht auf. Das formidable Laser-Licht strahlt glöckerlhell, blendet Gegen- und Vorausverkehr trennscharf aus. Die Navigation? Hochintelligent. Adresseingabe überflüssig. "Bring mich zum Kletterwald in der fränkischen Schweiz" reicht, und der Parkplatz der Action-Area in Pottenstein wird angesteuert. Punktgenau. Verblüffend auch, wie fein die Assistenten reagieren, das Tempo und den Abstand regeln, Verkehrszeichen lesen und vor scharfen Kurven servil vom Gas gehen. Steuern muss man nur für den Gesetzgeber - dürfte er, dann führe der X 5 schon weite Strecken allein. Praktisch ist die (elektrisch öffnende) geteilte Heckklappe, deren unterer Teil sich als Ablage und Sitzfläche anbietet, beispielsweise beim Wechsel in die Sportschuhe.
Der Testwagen rollt hinten auf 315er Reifen auf 21-Zoll-Felgen heran und ist auch sonst mit Extras für 30 000 Euro vollgestopft. Die braucht man sicher nicht alle, auch wenn viele davon Freude machen. Die Gestensteuerung fürs Entertainment zählen wir dazu oder auch die kristallglänzenden Applikationen an Ganghebel oder Startknopf im Svarovski-Look. Der Schlüssel ist ein kleiner Computer, der auf Touch-Befehl über den Zustand des Fahrzeugs wie Reichweite oder verschlossene Türen informiert. Über ihn lässt sich ferner der Innenraum temperieren. Klar: Auch dieser Wagen parkt zuverlässig eigenständig ein, zeigt mittels zahlreicher Kameras die Umwelt und - das ist neu - kann die letzten paar Meter ohne Zutun des Fahrers wieder zurück fahren. Wozu man das braucht? Wenn die hohle Gasse, durch die man gekommen ist, nicht nach Küssnacht sondern ins Nirvana führt - oder eine voll besetzte, verwinkelte Tiefgarage.















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