06.12.2018 - 17:35 Uhr
BayernOberpfalz

Der Direktzug zum Flug bringt keinen Vorteil für Nordoberpfalz

Seit Donnerstag gibt es die direkte Zugverbindung von Regensburg zum Münchener Flughafen. Politiker und Bahn feiern die neue Strecke als Gewinn für Ostbayern. Für Nordoberpfälzer bringt sie jedoch keinen Vorteil.

Abfahrt für den Flughafenexpress, unter anderem mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU, Zweite von links), Bahn-Vorstand Roland Pofalla (Mitte)und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU, rechts).
von Jürgen UmlauftProfil

Mit dem Fahrplanwechsel bei der Bahn am kommenden Sonntag wird der lang ersehnte Zuganschluss aus Ostbayern an den Münchener Flughafen Wirklichkeit. Per Sonderzugfahrt weihten am Donnerstag Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und sein bayerischer Amtskollege Hans Reichhart (beide CSU) gemeinsam mit Bahn-Vorstand Ronald Pofalla die dafür neu gebaute Neufahrner Kurve im Landkreis Freising ein. Das 2,3 Kilometer lange Neubaustück kostete wegen mehrerer Brücken und Kreuzungsbauwerke 91 Millionen Euro und verbindet den Regionalbahnhof Freising mit dem Flughafen-Terminal. Die Bauzeit betrug vier Jahre.

Auf der Strecke verkehrt ab Sonntag im Stundentakt der neu eingerichtete Flughafen-Express ab Regensburg. Damit kann der Flughafen erstmals umsteigefrei aus dem Netz der Bahn erreicht werden. Die Fahrzeit zwischen Regensburg und dem Flughafen verkürzt sich um rund 20 Minuten auf 1:18 Stunden. Reisende aus der nördlichen Oberpfalz haben in Regensburg Anschluss an den Expresszug. Allerdings reduziert sich der Zeitgewinn mit wachsender Entfernung zum Flughafen.

Konkret verkürzt sich die Fahrzeit ab Schwandorf je nach Verbindung um 10 bis 12 Minuten auf knapp zwei Stunden, ab Weiden sind es zwischen 4 und 6 Minuten auf 2:36 Stunden. Allerdings gilt dies nur für die Verbindungen der Oberpfalzbahn mit Halt an allen Bahnhöfen bis Regensburg. Ab Wiesau und Marktredwitz ändert sich die Fahrtdauer im Vergleich zur aktuellen Situation nicht. Die bestehenden Alex-Verbindungen ohne Umstieg in Regensburg und mit Busanschluss in Freising bleiben unverändert. Für Fahrgäste ab Amberg bringt die Neufahrner Kurve keine Zeitvorteile. Die Fahrt von dort dauert im Vergleich zum Umstieg in Regensburg in den Alex sogar rund zehn Minuten länger (2:57 Stunden). Man spart sich allerdings den Wechsel in den Bus am Bahnhof Freising.

Bahn-Vorstand Pofalla bezeichnete die Neufahrner Kurve als "wichtigen Baustein" für die Anbindung des Flughafens. "So schnell ging es noch nie, mit der Bahn aus der Oberpfalz und aus Niederbayern zum Münchner Flughafen zu kommen", erklärte er. Der Zug zum Flug könne ein Erfolgsmodell werden.

Pofalla lobte Planer und Bauausführende, dass sowohl der Zeitplan als auch der Kostenrahmen eingehalten wurde. Scheuer sprach von einem "Attraktivitäts- und Geschwindigkeitsschub" sowie mehr Reisekomfort für die Bürger. "Der Flughafen rückt schienenmäßig näher an Ostbayern heran", sagte er. Reichhart betonte, die Verbesserungen kämen nicht nur Flugreisenden zugute, sondern auch den Berufspendlern zum Flughafen.

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