28.07.2021 - 16:42 Uhr
BayernOberpfalz

Meinung: Fischende Feministinnen und Oberpfälzer Teichnixeriche

Es kann nur einen Fischerkönig geben: Der Memminger Fischerverein erlaubt keine Frauen im Stadtbach. Da soll jetzt anders werden. Jürgen Herda kommentiert das Gerichtsurteil.

Männerbastion Fischertag: Memminger beim Ausfischen mit ihren Keschern, den sogenannten Bären, im Stadtbach. Wer beim Ausfischen des Baches die größte Forelle fängt, darf ein Jahr lang den Titel "Fischerkönig" tragen.
von Jürgen Herda Kontakt Profil
Kommentar

Es gibt sie noch, die Männerdomänen: In Memmingen dürfen nur wackere Allgäuer den Stadtbach leer fischen. Zwar wurde dieses Statut nicht zur Zeit der Hexenverfolgung niedergeschrieben, sondern erst 1931. Und auch sonst zeigt sich der traditionsbewusste Fischerklüngel durchaus flexibel: Musste der Forellenfänger früher zehn Jahre Stadtbewohner sein, reichen heute bereits fünf.

Abgründe hinter offenen Türen?

Der Vereinsvorsitzende Thomas Ruppert sagt offenkundig ironiefrei: Man sei "insgesamt ein moderner Verein für alle Bürgerinnen und Bürger", der die Satzung "in verschiedenen Punkten zeitgemäß geändert" habe. Nur eben nicht für Frauen. Denn das würde "weite, weite Türen öffnen". Welche Abgründe er hinter diesen Türen wähnt, kann man nur mit Schaudern erahnen: Diverse?

Ausnahme Bartclub

Es gibt Bereiche, in denen das Geschlecht seine Berechtigung hat: Beim Bartclub etwa. Was die Würde des Damenbarts nicht schmälern soll. Wenn sich aber selbst der Schützenverein in "Dahoam is dahoam", der Lindenstraße fürs Landvolk, für Frauen und die Landfrauen für Männer öffnen, spricht wohl kaum etwas gegen fischende Feministinnen und Oberpfälzer Teichnixeriche. Dem Fisch dürfte es jedenfalls recht schnuppe sein.

Urteil zum Fischertag: Frauen dürfen nicht ausgeschlossen werden

Schmidmühlen

 

 

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