11.06.2019 - 04:57 Uhr
BayernOberpfalz

Mückenreicher Sommer in Bayern vom Wetter abhängig

Vor zwei Jahren waren sie mancherorts eine regelrechte Plage, am Ammersee musste gar ein Wirtshaus ihretwegen schließen. Ob es heuer wieder so viele Mücken gibt? Das zurückliegende Hochwasser allein reicht dafür nicht aus, sagt ein Experte.

Auf einem Finger sitzen zahlreiche Mücken. Foto: Armin Weigel/Archivbild

München. So manchem Anrainer von Flüssen und Seen in Bayern schwant Übles, wenn er nach dem zurückliegenden Starkregen und dem darauf folgenden Hochwasser der vergangenen Wochen an die Mückenplage vor zwei Jahren denkt. Doch ob es heuer wieder so schlimm kommt, ist völlig ungewiss, wie Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut betonte. „Man kann keine zuverlässigen Voraussagen machen.“

Zwar mögen es Stechmücken gern warm und feucht. Und bestimmte Arten legen ihre Eier entlang von Flussläufen ab, wo sie zum Teil über Jahre liegen, bevor die Larven bei steigendem Wasserpegelstand dann schlüpfen. „Doch wenn es jetzt wieder ein trockener Sommer wird, dann haben die Mücken wenig Chancen“, sagte der Infektionsmediziner der Deutschen Presse-Agentur in München.

Denn selbst wenn aktuell gerade viele Mücken kurz vorm Schlüpfen stehen sollten, so leben diese maximal vier Wochen. In dieser Zeit legen sie drei bis vier Mal neue Eier. Doch damit sich diese wiederum ebenfalls zur Mücke weiterentwickeln, braucht es erneut zunächst stehendes Wasser - und im Anschluss etwa zwei Wochen lang Temperaturen von rund 25 Grad.

„So eine Plage kann relativ schnell auftreten. Sie kann aber auch schnell wieder vorbei sein, wenn sich die klimatischen Bedingungen nicht auf entsprechendem Niveau halten“, betonte Kampen.

Generell seien Mücken in Bayern höchstens lästig. „Wir haben in Deutschland - soweit wir wissen - keine gefährlichen etablierten Krankheitserreger, die von Stechmücken übertragen werden können“, erläuterte Kampen.

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