Über 200 Einreichungen gingen ein. Nun stehen die Preisträgerinnen und Preisträger des Herbert-Quandt-Medien-Preises 2026 fest. Wolfgang Würth, seit 18 Jahren Redakteur bei Oberpfalz-Medien, ist einer von ihnen. Das Dossier "Ziegler – Aufstieg und Fall", erschienen am 22. November 2025 bei Oberpfalz-Medien mit den Titelblättern "Der neue Tag", "Amberger Zeitung" und "Sulzbach-Rosenberger Zeitung" und der dazugehörige Videobeitrag im Onetz zu einem der größten Insolvenzfälle in der Oberpfalz überzeugten die Jury. Es heißt in der Mitteilung zu den Preisträgern, sie sei "beeindruckt".
Von einer "herausragenden wirtschaftsjournalistischen Arbeit" ist die Rede. Es werden intensive Rechercheleistung sowie Aktualität und Allgemeinverständlichkeit gewürdigt, die die vierteilige Artikelreihe des 47-jährigen Redakteurs rund um eine der größten Insolvenzen der Oberpfalz, die der Ziegler Group, beleuchtet.
So stellt Wolfgang Würth die Entwicklung des kleinen Sägewerks Betzenmühle zu Europas größtem Sägewerk dar. Damit verbunden wurde aus einem Familienbetrieb die Ziegler-Group mit 40 Tochtergesellschaften und großen Ambitionen. Bis der Markt einbrach und die Schuldenlast das Firmengeflecht erdrückte. Im November 2024 führte das die Ziegler-Group in die Insolvenz, 3500 Mitarbeiter bangten um ihre Existenz. Die nördliche Oberpfalz stand unter Schock.
"Akribisch" habe der Redakteur von Oberpfalz-Medien dies alles nachgezeichnet, auch die problematische Rolle der beteiligten Banken beleuchtet und den Insolvenzverwalter das Verfahren einordnen lassen. Das Porträt des heute zurückgezogen lebenden Unternehmers Stefan Ziegler habe ein Bild einer changierenden Persönlichkeit zwischen Visionär und Hasardeur gezeichnet.
Was die Jury genau beeindruckt hat, wird wie folgt ausgeführt: "Würths Dossier über die Ziegler Group zeigt exemplarisch, wie nahe Erfolg und Scheitern im Unternehmertum beieinanderliegen können. Faktenreich, ausgewogen und ohne zu verurteilen führt Würth seinen Leserinnen und Lesern vor Augen, wie es zu einer Insolvenz kommen konnte, mit der in der Oberpfalz niemand gerechnet hätte." Weiter heißt es, besonders positiv wertet die Jury auch die grafische Gestaltung, mit der wichtige Inhalte des Dossiers im Samstagsmagazin der Tageszeitung "sehr anschaulich" aufbereitet werden. Großen Anteil daran hatten seitens Oberpfalz-Medien Marina Gube von der Medienproduktion sowie die Redakteure am Printdesk, Sandra Schmidt und Frank Stüdemann.
Die Auszeichnung der Johanna-Quandt-Stiftung ist mit 12.500 Euro Preisgeld verbunden. Neben dem Beitrag von Oberpfalz-Medien wurden in diesem Jahr Inhalte von Handelsblatt, ZDF und Hessischem Rundfunk prämiert. Der Medien-Preis wird im Gedenken an die Persönlichkeit und das Lebenswerk des Unternehmers Dr. h.c. Herbert Quandt verliehen und ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert.


























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