26.01.2020 - 11:46 Uhr
BayernOberpfalz

Süße Quittung: Bäcker in Oberbayern reagiert auf Bonpflicht

Die Bonpflicht treibt vielen die Zornesröte ins Gesicht. Kreative Lösungen für die Zettelwirtschaft gibt es aber auch.

Ein Krapfen mit einem Kassenbon aus Fondant, einer essbaren Zuckermasse und eine Tasse Kaffee. Foto: Tobias Hase/dpa
von Agentur DPAProfil

Moosinning. Ein Bäcker in Oberbayern hat auf die umstrittene Kassenbonpflicht mit einer süßen Faschingsidee reagiert: Krapfen mit einer eingebackenen Quittung aus Zucker. „Wir hätten nicht gedacht, dass die Idee so gut ankommt“, sagte Nicole Helbig, Verkäuferin in der Bäckerei Ways in Moosinning (Landkreis Erding). Gut 200 der „Kassenbonkrapfen“ gingen täglich über die Theke, sagte sie am Sonntag. Normalerweise verkauften sie ein Viertel davon.

Seit Jahresbeginn müssen Händler mit elektronischen Kassensystemen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushändigen. Mit der bereits Ende 2016 beschlossenen sogenannten Belegausgabepflicht will der Gesetzgeber Steuerbetrug über Mogelkassen verhindern. Die Regelung wird von vielen als bürokratisch kritisiert; vor allem Bäcker mit Laufkundschaft, die in der Regel keine Kassenbons haben will, fürchten überflüssige Müllberge.

Den eingebackenen Bon aus sogenanntem Fondant hat der Bäcker in Moosinning mit einem Lebensmitteldrucker wie einen echten Kassenbon gestaltet. Die Kunden seien alle sehr begeistert, doch die Aktion werde nach Fasching wieder beendet, sagte Helbig. Denn: „Den Papierbon müssen wir trotzdem austeilen“, sagte sie. Es sei ja schließlich Vorschrift.

Kreative Lösung für die Zettelwirtschaft gefunden.

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