17.01.2019 - 10:42 Uhr
BayernOberpfalz

Weißstörche im Schnee

Immer mehr Weißstörche überwintern in Bayern, sagt der Landesbund für Vogelschutz. Rund 300 Störche habe er bereits gezählt. Besteht für die Vögel keine Gefahr zu erfrieren? Und wie sieht es mit dem Futter aus?

Weißstörche sind klassische Zugvögel, können aber auch längere Zeit in kälteren Regionen überwintern.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

„Im Schnee stehende Störche irritieren immer wieder verdutzte Anwohner“, sagt Oda Wieding, Weißstorchexpertin des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern, und ergänzt: „Kälte und Schnee machen den Großvögeln aber kaum etwas aus, da sie die Wärme viel besser speichern können als zum Beispiel kleine Singvögel wie Meisen.“ Verschlechtert sich das Wetter oder finden die Störche keine Nahrung mehr, weichen sie in einer Winterflucht unterschiedlich weit Richtung Süden aus. Seit Jahren beobachte der LBV, dass die Zahl der in Bayern überwinternden Weißstörche zunehme. Derzeit verbringen rund 300 Weißstörche den Winter im Freistaat. Wer einen überwinternden Storch sehe, könne diesen dem LBV melden.

Weißstörche haben im Winter einen weiteren Vorteil gegenüber kleinen Vögeln: Sie sind nicht auf tägliche Nahrung angewiesen. Als Großvögel kommen Störche auch einmal bis zu über einer Woche ohne Nahrung aus. In dieser Zeit können sie entweder bis zu 30 Kilometer umherstreifen oder eine Winterflucht zum Beispiel an den Bodensee oder durch Frankreich bis an das Mittelmeer antreten. „Die Störche nehmen ihre wochenlange Reise in den Süden überhaupt nur wegen der Nahrungsknappheit im europäischen Winter auf sich“, erklärt Wieding. Solange keine geschlossene Schneedecke liegt und kein strenger, langanhaltender Frost herrscht, findet der Storch auch in Bayern noch genug Nahrung wie zum Beispiel Mäuse oder kleine Fische.

Der Weißstorch, ein klassischer Zugvogel:

Der Weißstorch als klassischer Zugvogel verbringt normalerweise das Winterhalbjahr in Afrika. Als Segelflieger meiden die Störche das Mittelmeer und fliegen entweder als sogenannte Ostzieher über die Türkei, Israel und Ägypten nach Ost- und Südafrika oder sie wenden sich als Westzieher über Spanien und Gibraltar nach Westafrika. Eine steigende Anzahl an Weißstörchen spart sich jedoch den Flug über die Meerenge von Gibraltar und überwintert in Spanien. Durch die kürzere Zugstrecke ergeben sich auch Veränderungen in ihrem Verhalten, so dass jedes Jahr Störche auffallen, die tatsächlich erst im Winter verschwinden. Auch Weißstörche aus ehemaligen Zucht- oder Pflegestationen haben sich das Zugverhalten meist abgewöhnt und schlagen sich in Bayern durch.

Ob und wie weit einige Weißstörche in den Süden fliegen, zeigen die vom LBV mit Satellitensendern ausgestatteten Störche

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