Bayern
21.03.2019 - 11:59 Uhr

Würzburger Kinderporno-Verdacht: Missbrauch wohl über Jahre

Wegen eines Kinderporno-Verdachts klicken bei zwei Männern in Würzburg die Handschellen. Doch nur gegen einen wird wohl ein Haftbefehl beantragt. Die Spur der Ermittler führt unter anderem in eine Kindertagesstätte.

Wegen des Verdachts der Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie wird in Würzburg ermittelt. Bild: Martin Gerten
Wegen des Verdachts der Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie wird in Würzburg ermittelt.

Würzburg. Nach der Festnahme von zwei Männern wegen Kinderporno-Verdachts in Würzburg will die Staatsanwaltschaft gegen einen der beiden Haftbefehl beantragen.

Nur gegen einen Mann habe sich der Tatverdacht weiter erhärtet, sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Donnerstag. Der Verdächtige soll das Material, auf dem kleine Jungen zu sehen sind, im sogenannten Darknet verbreitet haben, einem abgeschirmtem Bereich des Internets.

Wahrscheinlich über Jahre hinweg Jungen missbraucht

In dem Fall von Würzburg sind wahrscheinlich über Jahre hinweg Jungen missbraucht worden. „Wir gehen schon davon aus, dass es ein Geschehen ist, das sich über mehrere Jahre hingezogen hat“, sagte Oberstaatsanwalt Schorr. Die Ermittler hofften nun, auf Fotos und Videos möglicherweise Zeitstempel zu finden, um den Zeitraum genauer eingrenzen zu können.

Bei den sichergestellten Bildern gehe es nicht nur um anzügliche Posen für die Kamera. „Es werden tatsächlich sexuelle Handlungen gezeigt“, sagte Schorr.

Ermittlungen im Darknet

Ermittlungen im Darknet zu Kinderpornografie hatten nach Würzburg geführt. Hier identifizierten die Ermittler einen Internetanschluss, von dem aus selbst hergestellte Bilder und Videos verbreitet wurden. Der andere Mann hatte offensichtlich ebenfalls diesen Internetanschluss genutzt, aber überhaupt nichts von den kinderpornografischen Bildern gewusst.

Es sei schlimm genug, dass entsprechendes Material geteilt werde, sagte Schorr. Es gehe aber vor allem darum, den Tätern das Handwerk zu legen, die selbst Kinder missbrauchten oder missbrauchen ließen.

Ermittler hatten am Mittwochabend in Würzburg mehrere Objekte durchsucht. Im Visier stand dabei auch die Kindertagesstätte, zu der einer der Festgenommenen einen Bezug hat.

 
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